Miyamoto entwickelt zwar nicht mehr selbst – aber er testet neue Mario-Spiele persönlich
Shigeru Miyamoto, Schöpfer der Super-Mario-Reihe und wohl eine der wichtigsten Figuren der Videospielegeschichte, hat erklärt, dass er heute nicht mehr in jedes Detail der Entwicklung eingebunden ist – aber trotzdem bei jedem neuen Mario-Titel selbst Hand anlegt. In einem Interview mit dem japanischen Magazin Casa Brutus sagte er, dass er in der Regel die ersten rund 30 Minuten eines Spiels persönlich teste, um sicherzugehen, dass es sich „wirklich wie Mario“ anfühle.
Miyamoto überlässt die kreative Leitung mittlerweile seinen langjährigen Kolleginnen und Kollegen, darunter Serien-Veteranen wie Takashi Tezuka oder Yoshiaki Koizumi. Seine eigene Rolle beschreibt er eher als überwachend und beratend – als eine Art Qualitätsfilter. Wenn er spiele, achte er nicht auf technische Details oder Level-Längen, sondern darauf, ob Steuerung, Tempo und Atmosphäre stimmig seien. Es gehe um das intuitive Gefühl, das ein Mario-Spiel unverwechselbar mache – leicht zugänglich, präzise steuerbar und mit jener verspielten Energie, die Nintendo-Produktionen seit Jahrzehnten prägt.
Was hat Mario eigentlich mit dem Cast von Wicked zu tun? | Image credit: EurogamerEin prüfender Blick statt Kontrolle
Das deckt sich mit früheren Berichten: Miyamoto ist dafür bekannt, Spiele auf seine ganz eigene Art zu testen – oft fernab dessen, was Entwickler eigentlich vorführen wollten. Beim internen Playtest von The Legend of Zelda: Breath of the Wild etwa soll er eine Stunde lang nichts anderes getan haben, als auf Bäume zu klettern, um das Gefühl für Bewegung und Freiheit im Spiel zu prüfen. Auch in anderen Projekten wiederholt er bestimmte Aktionen immer und immer wieder, bis sie sich natürlich und stimmig anfühlen. Dass er sich schrittweise aus der täglichen Entwicklungsarbeit zurückzieht, heißt also nicht, dass er den roten Hut ganz an den Nagel hängt. Vielmehr fungiert er als letzter Gradmesser dafür, ob ein Spiel das Nintendo-Gefühl trifft.
Gleichzeitig äußerte Miyamoto, mit Super Mario Odyssey habe man auf der Switch fast alles gezeigt, was technisch möglich war. Jetzt überlässt er das Feld seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern – bleibt aber neugierig, wohin die Serie auf neuer Hardware steuert. Er witzelte, vielleicht irgendwann gar nicht mehr hinzusehen. Doch wer Miyamoto kennt, weiß: Ganz loslassen wird er nie.









