The Precinct erinnert mich an das erste GTA, nur dass ihr diesmal auf der anderen Seite steht
Die erste Assoziation, die einem in den Sinn kommen kann, wenn man erstmals The Precinct spielt, ist das erste Grand Theft Auto. Was nicht überraschend ist, denn das Entwicklerstudio Fallen Tree hat schon versucht, genau das mit American Fugitive umzusetzen. The Precinct ist nun sozusagen der Gegenentwurf dazu. Ihr steuert euren Charakter aus der Vogelperspektive und bereist eine überschaubare Stadt. Der Unterschied ist, dass ihr hier nicht versucht, euch einen Panzer zu schnappen und wild um euch schießend durch die Stadt zu fahren, denn ihr steht auf der anderen Seite des Gesetzes.
Echte Polizeiarbeit
Und dabei nimmt The Precinct das Thema Polizeiarbeit durchaus sehr ernst. Ihr seid kein Cop, der wild ballernd durch die Stadt zieht und alle Kriminellen beim ersten Mucks um die Ecke bringt. Ihr solltet schon wissen, was ihr da tut. Und ihr solltet es richtig machen. Es gibt verschiedene Arten von Verbrechen, vom Anbringen von Graffitis bis hin zu Falschparken. Soll heißen, dass ihr Parkuhren checken müsst oder Sprayer auf frischer Tat ertappt.
Manche von ihnen sind einsichtig und ergeben sich direkt, andere nehmen die Beine in die Hand oder versuchen gar, euch zu attackieren. Darauf solltet ihr dann ebenso angemessen reagieren. Nein, nicht USA-typisch die Person direkt niederballern, sondern es vielleicht mit dem Taser oder Schlagstock probieren. Manchmal helfen auch ein paar einschüchternde Worte, die ihr per Knopfdruck von euch gebt.
The Precinct versucht wirklich, seine Welt und das Vorgehen als Cop möglichst realistisch abzubilden. Dazu gehört auch, dass ihr die korrekte Anschuldigung vorbringen müsst. Und gründlich sein solltet ihr, denn wer einen Verdächtigen nicht untersucht, findet womöglich auch nicht die unregistrierte Waffe - oder ähnliche Dinge. Wenn ihr etwas falsch macht, kostet euch das Erfahrungspunkte, mit denen ihr euren Charakter auflevelt. Also prägt euch gut ein, worauf ihr achten solltet. Es sind ein paar Dinge, übermäßig komplex ist es allerdings nicht.
The Precinct - Screenshots
1 of 8 Caption AttributionBack to the 80s
Im Kern geht es darum, dass ihr den jungen Polizisten Nick Cordell Jr in den 80er Jahren spielt. Der tritt in die Fußstapfen seines Vaters, der im entsprechenden Revier recht bekannt war. Dementsprechend habt ihr es nicht unbedingt einfach und müsst euch obendrein noch mit einer Gang herumschlagen, die in der Stadt ihr Unwesen treibt und unter anderem Banken überfällt. Da kommt es dann auch mal zu richtigen Schießereien, bei denen ihr in Deckung gehen und im richtigen Moment eure Schüsse abgeben müsst, um nicht selbst das Zeitliche zu segnen. Ihr seid schließlich kein vor Muskeln strotzender Superheld, dem Kugeln nur wenig anhaben.
Euer ultimatives Ziel ist, in der Stadt für Sicherheit zu sorgen. Wenn man sich erst einmal alles eingeprägt hat, kommt man hier in einen guten Flow und erlebt zumindest in den ersten paar Stunden einen interessanten und unterhaltsamen Mix aus alltäglicher Polizeiarbeit und Story-relevanten Vorkommnissen. Die Stadt selbst ist überschaubar und wirkt auf den ersten Blick klein, hat jedoch einiges zu bieten und zu entdecken. Obendrein sieht The Precinct noch recht schick aus. Anders gesagt: es scheint das Richtige für alle zu sein, die nicht dutzende Stunden in ein einzelnes Spiel investieren möchten. Wer sich für das Thema interessiert, sollte vielleicht mal einen Blick riskieren - auf Steam gibt es zum Beispiel eine Demo.
The Precinct ist ab heute für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S erhältlich.









