Die machtvollste Nostalgie 2024: Dark Forces Remaster zeigt mir, was ich heute vermisse
Auch ältere Spiele haben einen Award verdient. Wenngleich der in diesem Fall einer Neuauflage zusteht. Star Wars: Dark Forces Remaster hat mir in diesem Jahr einmal mehr gezeigt, wie schön Nostalgie manchmal sein kann (es ist definitiv besser spielbar als ein Tomb Raider 1-3 Remastered) und welche Dinge ich vermisse. Zum Beispiel einen modernen Singleplayer-Shooter im Star Wars-Universum. Klammert man mal die Battlefront-Spiele aus, ist der letzte seiner Art schon viel zu lange her, es war nämlich Star Wars: Republic Commando im Jahr 2005.
Wie gesagt, viel zu lange her. Und Republic Commando ist noch zehn Jahre jünger als Dark Forces, das 1995 auf den Markt kam. Interessant ist in dem Zusammenhang, dass es bis zum Jahr 2020 dauerte, bis wir den Shooter überhaupt erst ohne Indizierung in Deutschland spielen konnten. Was mich nicht davon abhielt, das damals in jungen Jahren schon zu tun. Dieses böse Spiel, das damals wohl nicht nur für mich mehr oder weniger überraschend auf dem Index landete, was man sich bei einem Star Wars-Spiel eigentlich gar nicht vorstellen kann. Es ist auch nicht so, dass es sonderlich brutal wäre, aber ihr wisst ja, wie das damals war. Andere Zeiten.
Das, was im Namen Star Wars steckt
Wenn man sich das E-11-Blastergewehr im Spiel anschaut, verwundert es bei der Streuung übrigens nicht, dass Sturmtruppen eher selten treffen. Doch das nur am Rande. Eigentlich zeigt Dark Forces ja genau das, was der Name Star Wars durchklingen lässt: Ballern im Weltraum. Beziehungsweise hier eher auf Planeten. Ich mochte und mag das originale Doom immer noch sehr und Dark Forces spielt sich ähnlich, insofern verwundert es nicht, dass Dark Forces bei mir einen Nerv traf. Das im Jahr 2024 noch einmal so erleben zu können, war für mich tatsächlich eine der schönsten nostalgischen Erfahrungen im Videospielbereich der letzten Jahre.
Star Wars: Dark Forces Remaster - Screenshots
1 of 21 Caption Attribution Nicht der erste Stormtrooper, den ihr über den Haufen ballert.Ich wünschte, es würde sich jemand finden, der einen vernünftigen, modernen Star Wars-Shooter auf die Beine stellt. Respawn arbeitete an einem, doch der wurde leider eingestampft. Dabei bietet dieses Universum so viel Potenzial für dieses Genre. Das könnte etwa ein Republic Commando 2 sein. Oder man könnte sich am exzellenten Rogue One orientieren und zeigen, wie der Krieg zwischen Imperium und Rebellen abseits der großen Gefechte rund um die Todessterne und Hoth ablief. Gebt mir einfach einen geradlinigen Shooter ohne Open World und mit guter Inszenierung, so etwas in der Art von Warhammer 40.000: Space Marine 2. Ich bräuchte dabei nicht mal zwingend moderne Technik. Denkt an Warhammer 40K: Boltgun, das könnte auch bei Star Wars prima funktionieren und würde sicherlich seine Fans finden. Hauptsache, man spielt am Ende wirklich einen Söldner, Soldaten oder was auch immer. Einen Jedi beziehungsweise ein Lichtschwert braucht es dafür nicht, wie eben Dark Forces einwandfrei unter Beweis stellt.
Selbst, wenn das für Obi-Wan antiquierte Waffen sein mögen und Dark Forces aus heutiger Sicht so etwas wie ein antiquiertes Spiel darstellt, ist es doch genau so effektiv wie der Blaster, den der Jedi-Meister nutzte, um General Grievous aus dem Weg zu räumen. Von Plattenspielern, Retro-Games, alten Filmen und vielem mehr wissen wir, dass auch Antiquiertes immer wieder eine Freude sein kann. So wie dieses Spiel. Ein Stück Videospielgeschichte und heutzutage ein seltenes Gut im Universum der Star Wars-Videospiele.
Zurück zur Übersicht: Die Eurogamer.de-Awards 2024!









