Ghost of Yotei als große Tourismus-Hoffnung für Japans Norden
Japan muss man Menschen in Europa wirklich nicht mehr als Reiseziel verkaufen. Die meistbesuchten Orte auf dem asiatischen Inselstaat dürften wohl Tokyo und Kyoto sein, Osaka und Nara höre ich aber auch immer mal wieder. Die südlicheren Regionen scheinen einfach beliebter zu sein, aber dank eines Videospiels holt jetzt auch der kalte Norden Japans ein wenig auf. Ghost of Yotei sorgt tatsächlich für mehr Tourismus in Hokkaido.
Nach Tsushima: Bekommt Yotei-Region jetzt auch Tourismus-Boom?
Geht es euch auch so? Sobald ihr anfangt, mit Menschen zu sprechen, und das Thema Wunschreiseziele aufkommt, fällt Japan mit einer brachialen Wahrscheinlichkeit. Die Faszination für die Kultur ist weit verbreitet. Anime, Essen, die traditionelle Kultur, die direkt in den modernsten Metropolen koexistiert, die Sprache... es gibt tausend Gründe, das Land zu besuchen. Und auch Gaming gehört dazu.
Nicht nur kommen riesige Konzerne, wie Sony oder Nintendo, aus Japan, viele Spiele bedienen sich der Geschichte und Kulisse des Landes. Was die Natur angeht, kann Japan einem wirklich den Atem rauben. Sicher denken viele zuerst an blühende Kirschbäume, bei mir und den Spielern von Ghost of Yotei zeichnet sich ein anderes Bild. Ein ruhigeres.
Ich selbst war bereits für zwei Wochen in Hokkaido, der Region, in der Ghost of Yotei spielt. Die verschneiten Berglandschaften in der Nähe von Sapporo sind unglaublich. Auf der einen Seite blickt man auf eine leuchtende Stadt, auf der anderen liegt ein riesiges Gebirge ohne erkennbare Zivilisation. Pure Natur in einem gigantischen Ausmaß, bei dem man sich als Mensch einfach mal wieder ruhig, geerdet und demütig fühlen kann. Meine Augen haben bei dem Anblick so sehr geleuchtet, die haben dem glitzernden Schnee ordentlich Konkurrenz gemacht. Und diese Mengen an Schnee... Er hat ganze Motorräder verschluckt.
Ghost of Yotei spielt im Japan des 17. Jahrhunderts und konzentriert sich auf die Region um den Berg Yotei. Wie Nikkei berichtet, hoffen Gemeinden in der Region Niseko, wo sich der Berg befindet, auf ein höheres touristisches Aufkommen - auch außerhalb der typischen Reisemonate. Eine lange Skisaison von November bis Mai war bisher der größte Motor für Reisende aus aller Welt.
"Wir hoffen, dass die Menschen durch das Spiel nicht nur die Winterlandschaft der Region entdecken, sondern auch die Szenerie im Frühling, Sommer und Herbst, und dass dies zu tatsächlichen Besuchen führt", so ein Sprecher der städtischen Abteilung für Planung und Umwelt. Verkauft hat sich das Spiel, das im Oktober 2025 erschien, bisher über 3,3 Millionen Mal.
Der Tsushima-Effekt: Nicht der erste Tourismus-Boom
Entwickler Sucker Punch wiederholt die Geschichte: Schon der Vorgänger Ghost of Tsushima löste einen so gewaltigen Reiseboom aus, dass die echte Insel Tsushima die Entwickler Nate Fox und Jason Connell zu offiziellen Tourismus-Botschaftern ernannte, nachdem Fans sogar ein echtes Tor sanierten.









