Der Call of Duty: Mobile ist mittlerweile sechs Jahre alt und weiterhin recht erfolgreich. Das Spiel wird regelmäßíg mit neuen Seasons beziehungsweise Inhalten versorgt, darunter auch Crossover mit bekannten Marken oder anderen Gaming-Franchises wie Street Fighter.

Anlässlich des aktuellen Jubiläums konnte ich Jeffrey Gullet, dem Senior Director of Production von Call of Duty: Mobile ein paar Fragen zur Vergangenheit und Zukunft des Spiels stellen – und zum neu eingeführten Modus DMZ: Recon, der Extraction-Gameplay bietet.

Eurogamer.de: Wie hast du die letzten sechs Jahre von Call of Duty Mobile erlebt? Was waren deine Höhepunkte und Tiefpunkte?

Jeffrey Gullett: Die letzten sechs Jahre waren eine unglaubliche Reise, geprägt von Wachstum, Anpassung und unserer leidenschaftlichen globalen Community, die mit uns über die Jahre gewachsen ist. Zu unseren Höhepunkten zählten wichtige Meilensteine wie der Launch, das Wachstum von Ranked und E-Sport sowie der Umfang unserer saisonalen Events. Die Herausforderungen bestanden meist darin, Innovation und Stabilität in einem Live-Service-Umfeld, das rund um die Uhr läuft, in Einklang zu bringen. Insgesamt war es aber unglaublich bereichernd zu sehen, wie sich das Spiel zusammen mit unseren Spielern weiterentwickelt hat.

Eurogamer.de: In der Spielebranche fühlen sich sechs Jahre wie eine Ewigkeit an. Vieles kann sich ändern, neue Trends entstehen. Was ist der Schlüssel, um das Spiel frisch zu halten und Spieler zur Rückkehr zu animieren?

Jeffrey Gullett: Für uns bedeutet Frische, vertraute Call of Duty-Erlebnisse mit sinnvollen neuen Ideen zu verbinden. Wir überarbeiten ständig unsere Systeme, Kooperationen, Events und Spielmodi, um sicherzustellen, dass sie sich modern und relevant anfühlen und gleichzeitig die Nostalgie unserer Spieler ansprechen. Gleichzeitig achten wir darauf, die Kernelemente des mobilen Gameplays beizubehalten, die die Spieler lieben. Die Kombination aus neuen mythischen Waffen, wiederkehrenden und neuen Karten sowie neuen Spielmodi sorgt dafür, dass die Spieler Saison für Saison zurückkehren.

Eurogamer.de: Gab es im Laufe der Jahre signifikante Veränderungen im Spielerverhalten? Nutzen beispielsweise mehr Spieler Controller als früher (oder umgekehrt)? Wie beobachtet und analysiert ihr eure Community und wie reagiert ihr darauf?

Jeffrey Gullett: Ja, das Spielerverhalten entwickelt sich schnell – von bevorzugten Spielmodi über die Sitzungsdauer bis hin zur Art und Weise, wie Spieler das Spiel spielen. Wir haben ein stetiges Wachstum bei alternativen Steuerungsmethoden wie Controllern beobachtet, aber die Touch-Steuerung ist weltweit weiterhin dominant. Wir analysieren das Verhalten mithilfe von In-Game-Telemetrie, Umfragen, sozialen Medien und direktem Community-Feedback, um Trends zu erkennen. Diese Erkenntnisse helfen unserem Entwicklerteam, Anpassungen an der Spielbalance, der zukünftigen saisonalen Entwicklung und Verbesserungen der Spielqualität vorzunehmen.

Eurogamer.de: Beeinflusst die Veröffentlichung neuer Call of Duty-Spiele für PC/Konsole eure Spielerzahlen? Sinken sie (weil die Leute das neue Spiel spielen) oder steigen sie (weil sie auch Interesse an CoD Mobile zeigen)? Oder gleichen sich die beiden Faktoren aus?

Jeffrey Gullett: Wir beobachten üblicherweise ein positives Zusammenspiel zwischen neuen Call of Duty-Veröffentlichungen und den Seasons von Call of Duty: Mobile. Wichtige Ereignisse der Reihe sorgen oft für neue Begeisterung, die sich auch auf Mobile auswirkt. Während einige Spieler ihre Spielzeit vorübergehend verlagern, bleiben die allgemeinen Nutzungszahlen stabil. Dieses Jahr ist ein besonderes Jahr für die Reihe: Call of Duty veröffentlichte Black Ops 7 im November und Call of Duty: Mobile führte im Dezember zum sechs Jubiläum den neuen Extraktionsmodus DMZ: Recon ein.

Eurogamer.de: Zum Jubiläum gibt es ein neues Update, das unter anderem einen neuen Spielmodus mit Extraktionsmechaniken enthält. Wie kam es zu dieser Idee und wie plant ihr, den Modus in Zukunft auszubauen?

Jeffrey Gullett: Extraktion-Gameplay hat sich branchenweit zu einem beliebten Subgenre entwickelt, und wir sahen darin eine großartige Chance, den Spielern unsere eigene, temporeiche und mobile Interpretation zu bieten. Der Modus wurde vom ursprünglichen DMZ in Call of Duty: Modern Warfare 2 inspiriert und nun für mobile Geräte optimiert. Wir freuen uns sehr darauf, diesen Extraktionsmodus weltweit zu veröffentlichen. Die Reaktionen und das Feedback der Community helfen uns, Verbesserungen zu planen, zukünftige Gameplay-Updates zu erstellen und den Modus weiterzuentwickeln, damit er sich nahtlos in das Call of Duty: Mobile-Ökosystem einfügt. Wir sehen DMZ: Recon letztendlich als Grundlage für die langfristige Erweiterung des gesamten Spiels.

Eurogamer.de: Neu ist auch das Street Fighter-Crossover, das Jüngste in einer langen Reihe. Nach welchen Kriterien wählt ihr eure Crossover aus und wie schwierig ist es, andere für eine Zusammenarbeit zu gewinnen?

Jeffrey Gullett: Wir suchen nach Kooperationen, die unsere Zielgruppe kulturell und emotional ansprechen. Street Fighter genießt weltweite Bekanntheit und hat eine lange Tradition, wodurch es perfekt zur Marke Call of Duty passt. Die meisten Partner freuen sich auf die Zusammenarbeit, da wir über eine große Reichweite verfügen und das Spiel viele kreative Möglichkeiten bietet. Die Herausforderung besteht weniger darin, sie zu überzeugen, sondern vielmehr darin, die richtigen Konzepte zu finden, die beiden Marken gerecht werden.

Eurogamer.de: Welches war dein liebstes Crossover der letzten Jahre und warum?

Jeffrey Gullett: Mein liebstes Crossover in Call of Duty: Mobile war unsere Zusammenarbeit mit Snoop Dogg. Viele im Team sind echte Fans von ihm, daher war die Arbeit mit ihm schon etwas Besonderes. Was das Ganze aber noch besser machte, war die Tatsache, dass er selbst ein Call of Duty-Fan ist. Diese gegenseitige Begeisterung war in der Zusammenarbeit spürbar und verlieh ihr Authentizität – sie wirkte nicht wie eine reine Promi-Kooperation. Es war einer dieser Momente, in denen die Begeisterung vom gesamten Team und den Spielern geteilt wurde.

Eurogamer.de: Welche kurz-, mittel- und langfristigen Pläne verfolgt ihr für Call of Duty: Mobile? Welche Änderungen können wir in Bezug auf Inhalte und Technologie erwarten?

Jeffrey Gullett: Kurzfristig konzentrieren wir uns auf den weltweiten Launch von DMZ: Recon, die kontinuierliche Entwicklung neuer Karten und die Präsentation einzigartiger Kooperationen, die für ein abwechslungsreiches und lebendiges Spielerlebnis sorgen. Mittelfristig investieren wir in ausgefeiltere Fortschrittssysteme, verbesserte Funktionen, die Optimierung des Speicherplatzes und die ständige Verbesserung des Gameplays. Langfristig erforschen wir Fortschritte bei Performance, Grafik und Tools, die es dem Spiel ermöglichen, sich technisch parallel zur mobilen Hardware weiterzuentwickeln. Unser Ziel ist es, Call of Duty: Mobile langfristig zu erweitern, zu modernisieren und der Tradition der Reihe treu zu bleiben.