Square Enix will bis 2027 rund 70 Prozent seines QA-Tests von KI erledigen lassen
Nach Ausflügen in Blockchain, NFTs und das Metaverse richtet Square Enix den Fokus nun auf generative KI. Wie das Unternehmen in einem Fortschrittsbericht zu seinem letztjährigen Mid-Term Business Plan bekanntgab, soll bis Ende 2027 rund 70 Prozent der Qualitätssicherung (QA) automatisiert und mithilfe von KI abgewickelt werden – in Zusammenarbeit mit dem Matsuo-Iwasawa-Labor der Universität Tokio.
Das Ziel laut Square Enix: „Durch den Einsatz von Automatisierungstechnologie wollen wir die Effizienz der QA-Prozesse verbessern und uns einen Wettbewerbsvorteil in der Spieleentwicklung verschaffen.“ Das Forschungsprojekt umfasst über zehn Teammitglieder – darunter sowohl Forscher des Matsuo-Iwasawa-Labors als auch Ingenieure von Square Enix.
Universität Tokio als KI-Partner
Das Matsuo-Iwasawa-Labor ist ein Institut der Universität Tokio, das sich auf Zukunftstechnologien spezialisiert und laut eigener Aussage ein „Ökosystem schaffen will, das dem Silicon Valley entspricht“. Square Enix bezeichnet die Kooperation als Teil einer größeren Initiative, die den „Einsatz von KI in Japan fördern“ und die „Stabilität der Unternehmensbasis stärken“ soll. Bereits im Februar 2024 hatte das Unternehmen angekündigt, während der Spielentwicklung auf Azure Open AI zu setzen. CEO Takashi Kiryu erklärte damals, man werde „aggressiv bei der Anwendung von KI“ vorgehen.
Foamstars - Announce Trailer | PS5 & PS4 Games Mal gewinnt man, mal verliert man und Foamstars war kein Triumph.Auf YouTube ansehenVom Metaverse zur KI-Automatisierung
Square Enix ist in den vergangenen Jahren mehrfach durch Experimente mit neuen Technologien aufgefallen – nicht immer zur Freude der Community. Nach dem Versuch, über Blockchain-Titel wie Symbogenesis (2023) und Metaverse-Projekte neue Geschäftsmodelle zu erschließen, folgt nun der nächste Schritt in Richtung Automatisierung. Der Publisher will die Technologie zunächst in der Qualitätskontrolle einsetzen, langfristig aber auch in anderen Entwicklungsbereichen.
Erste Erfahrungen mit KI hat Square Enix bereits bei der Entwicklung des Multiplayer-Shooters Foamstars gesammelt, wo generative Systeme teilweise in der Testphase zum Einsatz kamen. Updates für das Spiel wurden Anfang des Jahres eingestellt. Parallel dazu hatten Square Enix und andere japanische Publisher erst kürzlich OpenAI aufgefordert, das Training seines Sora-2-Modells mit urheberrechtlich geschütztem Material japanischer Studios zu beenden.
Ob die Automatisierung von QA-Prozessen tatsächlich die erhoffte Effizienzsteigerung bringt, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Square Enix will an der Schnittstelle zwischen KI-Forschung und Spieleentwicklung eine führende Rolle einnehmen.









