Angespielt: Doom The Dark Ages – Mit einem Kettensägen-Frisbee hält mich wohl nichts mehr auf, doch auf dem Rücken eines Drachen bin ich fehl am Platz
Ok, Bethesda, das Preview-Event zu Doom The Dark Ages in einem alten Jagdschloss aufzuziehen, war ein cooler Zug! Die Location hat perfekt zum Spiel gepasst und den optimalen Rahmen für den mittelalterlichen Shooter abgesteckt. The Dark Ages ist mein erstes Erlebnis mit dem Doom, wie id Software die Reihe seit 2016 interpretiert. Als Neuling muss ich sagen, einen besseren ersten Eindruck hätte das Spiel kaum machen können. Sogar den anschließenden Vergleich mit dem mittlerweile neun Jahre alten Reboot hielt der neue Titel mit Bravour stand.
1 of 4 Caption Attribution Fotos vom Preview-Event zu Doom: The Dark AgesDoomslayer – Mein Ritter mit flauschigem Umhang
Doom The Dark Ages hat der Reihe zum ersten Mal ein Dark-Fantasy-Setting verpasst – und irgendwie gefällt mir das richtig gut. Nicht nur Atmosphäre und Welt sind unglaublich stimmungsvoll gestaltet, auch der Doomslayer selbst hat sich ordentlich herausgeputzt. So richtig bewundern konnte ich ihn, als Bethesda eine riesige Statue vor dem Schloss platzierte. Mit seinem neuen flauschigen Umhang und dem coolen Kettensägenschild wirkt sein heroisches Auftreten jetzt noch eindrucksvoller. Es sieht nicht nur verdammt gut aus, sondern funktioniert auch im Kampf hervorragend.
Trotz allem bleibt Doom The Dark Ages der Reihe treu und kehrt zurück zu labyrinthischen Leveln, in denen man sich den Weg freikämpfen muss – inklusive kleiner Rätsel, die Türen oder neue Pfade öffnen. Damit möchte das Spiel gezielt an die Klassiker aus den 90ern erinnern. Chronologisch gesehen ist Doom The Dark Ages jedoch ein Prequel zu Doom (2016) und markiert somit den Anfang der bisherigen Geschichte. In diesem Teil soll die Story eine größere Rolle spielen – und damit sowohl alte Veteranen mitreißen als auch Neueinsteiger abholen. Ob das gelingt, sei mal dahingestellt, denn ich mag zwar neu hier sein, aber ich weiß, dass die wenigsten Doom der Story wegen spielen..
Mit dem Morgenstern auf die Zwölf
Ich durfte den ersten Akt des Spiels anspielen, und es ging direkt ordentlich zur Sache. Das Kampfsystem ist – wie für die Reihe bekannt – schnell (wenngleich nicht ganz so schnell wie zuletzt), brutal und chaotisch, aber neue Features lockern eingefahrene Abläufe ordentlich auf. Nachdem ich im Anschluss an das Event Doom (2016) zum Vergleich gespielt habe, muss ich sagen: Die neuen Waffen in The Dark Ages, besonders das Kettensägenschild, bringen eine unglaubliche Dynamik ins Spiel.
Das neue Baby des Doomslayers blockt nicht nur Angriffe oder pariert sie – nein, ich konnte es sofort als tödliches Frisbee einsetzen und ein paar Höllenviecher direkt ins Jenseits befördern. Außerdem konnte ich mich damit an Gegner heranziehen und sie mit vollem Schwung in ihre Einzelteile zerlegen. Das war ganz klar mein Lieblings-Feature und wurde zum festen Bestandteil meines Kampfstils in Doom The Dark Ages. Selbst wenn die Munition mal alle ist, sorgt das tödliche Frisbee dafür, dass es nie langweilig wird.
Und wenn ihr einem Dämon mal so richtig eins überbraten wollt, greift zum Morgenstern – einer neuen Nahkampfwaffe, die richtig Laune macht. Die dazugehörigen Glory Kills sind nicht nur effektiv, sondern auch witzig inszeniert. Die Verbesserungen im Waffenarsenal passen hervorragend zur düsteren Atmosphäre – genauso wie der neue Skullcrusher, der euch durch Schädelspalten sogar Munition liefert.
Beim Loot bleibt sich die Doom-Reihe treu. In der Spielwelt konnte ich fünf verschiedene Gegenstände einsammeln: Heilung, Munition, Nahkampfwaffen-Energie, Geld und rote Kristalle. Letztere benötigt man, um Waffen zu verbessern oder neue Fähigkeiten für den Schild freizuschalten. Die Auswahl bleibt also angenehm übersichtlich – so kann man sich auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht: Dämonen abschlachten. Und ganz ehrlich – was gibt’s Schöneres, als riesige Gehirngegner mit den gemeinsten denkbaren Werkzeugen vom Schlachtfeld zu fegen?
Besonders das wunderbar chaotische Kampfgeschehen mit Horden von Höllenwesen war aus meiner Perspektive ein echtes Highlight – aus der Sicht meiner mittlerweile zerfetzten Gegner vermutlich eher weniger. Durch den Mix aus Fern- und Nahkampfwaffen entsteht eine dynamische Spielweise, die einfach nur Spaß macht. In Sekundenschnelle zerquetscht man Gegner mit dem Schild, blockt Angriffe, schleudert das Todesfrisbee durch die Gegend oder greift zur Shotgun – und das alles in fließendem Wechsel.
Doom The Dark Ages fühlt sich dadurch unglaublich wuchtig, schnell und einfach verdammt gut an – für mich war das ein richtig starkes Erlebnis.
1 of 8 Caption Attribution Gameplay-Einblicke zu Doom: The Dark AgesAuf dem Rücken eines Drachen sitzt es sich gut
Neben den klassischen Kämpfen hat Doom The Dark Ages noch einiges mehr zu bieten. Der Doomslayer darf endlich wieder in einen Mech-Anzug namens Altan steigen – und ganz neu mit dabei ist der Drache Serrat.
Altan ist ein riesiger Mecha, in den der Doomslayer einsteigt, um sich mit besonders großen Viechern zu prügeln. Ihn zu steuern, fühlt sich angenehm wuchtig an und verwandelt das Schlachtfeld kurzzeitig in einen Boxring – nur dass meine Gegner die Boxsäcke sind. Zwar kann man im Mech-Anzug auch auf Fernkampfwaffen zurückgreifen, aber die Nahkampf-Aktivitäten fand ich persönlich deutlich spaßiger.
Der Drache Serrat kommt dagegen besonders in Luftkämpfen gegen große Luftschiffe zum Einsatz. Das Navigieren auf seinem Rücken hat bei mir jedoch etwas Eingewöhnungszeit gebraucht – besonders das Zielen war anfangs etwas tricky. Man muss im richtigen Moment ausweichen, anvisieren und dann feuern. Klingt simpel, aber ich habe oft übersehen, dass ich nach dem Ausweichen aus dem Fokus-Modus raus war – und so ging der ein oder andere Angriff ins Leere. Nach einigen Fehlversuchen hatte ich den Dreh aber raus.
In dem Level, das ich spielen durfte, wechselten sich die Kämpfe auf dem Drachen mit klassischen Gefechten auf den Luftschiffen ab. Eine coole Mischung, denn ich glaube, ein komplettes Level nur mit Luftkampf wäre mir persönlich zu eintönig geworden. Was soll ich sagen – ich liebe einfach das Kettensägenschild.
Trotzdem: Der Drache verpasst dem Doomslayer noch mal eine ordentliche Portion Badass-Vibes – obwohl der eigentlich schon genug davon hat. Aber ganz ehrlich? Es macht ihn einfach noch cooler.
Doom The Dark Ages, also: Ein stimmungsvoller Shooter, dessen Kampfsystem coole Erweiterungen bekommen hat, die den Spielfluss angenehm variieren. Auch wenn der Drache noch etwas Feinschliff braucht – oder ich muss erst mal in den Groove kommen. Was mir außerdem aufgefallen ist: Eine größere Schrift für die Aufgaben hätte mir gutgetan. Ich bin ein echter Blindfisch und konzentriere mich in Doom lieber aufs Höllenviecher-Zerlegen, während dessen übersah ich einige Quests immer wieder.
Ehrlich gesagt war ich mir anfangs nicht sicher, ob ich Doom The Dark Ages wirklich mögen würde – und wie sich so ein Spiel mit dem Controller spielen lässt. Aber dieses Event hat mich umgestimmt, und ich bin jetzt schon ein wenig in Vorfreude, wenn ich endlich wieder mein Kettensägenschild in den Händen halten darf.









