Das bisher größte und umfangreichste Tomb Raider wollte Crystal Dynamics mit Amazon Games’ Hilfe erschaffen. Nun muss Entwickler Crystal Dynamics zum dritten mal in diesem Jahr die Streichung von Stellen bekannt geben.

Dieses Mal trennte man sich von “nicht ganz 30 Team-Mitgleidern” im Zuge einer “notwendigen Entscheidung, Crystal Dynamics’ Studios und Teams zu reorganisieren”.

Auf LinkedIn (danke, Gamerant) heißt es dazu:

“Infolgedessen haben wir uns von knapp 30 Teammitgliedern aus verschiedenen Abteilungen und Projekten getrennt, während wir das Unternehmen für unsere nächste Generation restrukturieren. Crystal dankt allen Betroffenen herzlich für ihr unglaubliches Talent, ihre harte Arbeit und ihr Engagement, die das Studio in vielerlei Hinsicht geprägt haben. Wir sind bestrebt, euch während dieser Übergangsphase unsere gesamten Ressourcen und unsere volle Unterstützung zur Verfügung zu stellen.”

Crystal Dynamics übernahm die Tomb-Raider-Reihe einst von Core. Das Reboot von 2013 holte die Figur in eine neue Videospielrealität. Nicht jedem gefiel die neue, finstere Ausrichtung.

Auch an die Spieler richtete man sich. “Während sich die Realitäten der Branche weiterentwickeln, haben wir diese schmerzhaften Entscheidungen als Mittel getroffen, um die weitere Entwicklung unseres Flaggschiff-Tomb-Raider-Spiels zu optimieren.” Auch solle das Studio eine Form annehmen, die dazu geeignet ist “neue Spiele für die Zukunft zu machen” (“to make new games for the future”), was ich für eine seltsame Formulierung halte.

Perfect Darks Einstellung sorgte im Sommer für Entlassungen

Die ersten Redundanzen ereilten die Belegschaft im Frühjahr, als 17 Mitarbeitern gekündigt wurde. Die zweite Runde hing mit dem Ende von Perfect Dark im Sommer zusammen, das Crystal Dynamics zusammen mit The Initiative entwickelte und dem ich immer noch hinterhertrauere. Damals gab das Unternehmen nicht bekannt, wie viele Mitarbeiter das ihren Job kostete.

Das macht natürlich Sorgen, wenn es um Lara Crofts Neustart im nächsten Tomb Raider geht. Noch Ende Oktober versicherte Amazon im Rahmen der Einstellung vieler Gaming-Projekte und – die Nullen noch mal nachzählen… ja, stimmt – 14.000 Stellen beim Bezos-Konzern, dass man weiterhin mit Crystal Dynamics an Tomb Raider arbeite.

Gleichzeitig wissen wir immer noch nur sehr wenig über das Spiel, dessen letzter Teil bereits sieben Jahre zurück liegt und trotz insgesamt fast neun Millionen abgesetzter Einheiten weit weniger erfolgreich war als die Teile davor. Ein Lebenszeichen wäre nicht schlecht.