Es bringt wirklich etwas, Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging zu spielen, wie eine neue Studie zeigt
Dr. Kawashima und Nintendo hatten recht: Gehirntraining-Spiele können tatsächlich einen bedeutenden positiven Effekt haben und die Auswirkungen des Alterns auf unser Gehirn verringern.
Eine neue wissenschaftliche Studie hat herausgefunden, dass bis zu einem ganzen Jahrzehnt an Alterungsprozessen durch das Spielen solcher Spiele ausgeglichen werden kann – gute Nachrichten also, wenn ihr sehr viel Zeit damit verbracht habt und das auch weiterhin tun möchtet.
Das wichtigste Ergebnis war, dass intensive geistige Übungen über 30 Minuten am Tag den chemischen Botenstoff Acetylcholin steigern, der nicht nur Nachrichten im Gehirn überträgt, sondern auch die Lern-, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsfunktionen verbessert. Der Acetylcholinspiegel nimmt typischerweise mit zunehmendem Alter ab.
Die Studie überwachte 95 Personen im Alter von über 65 Jahren über einen Zeitraum von zehn Wochen und stellte einen Anstieg des Acetylcholinspiegels um 2,3 Prozent fest, nachdem die Teilnehmer täglich 30 Minuten lang Gehirntraining absolviert hatten. Wie NPR in einem Artikel über den Bericht anmerkte, klingt eine Steigerung von 2,3 Prozent nicht nach viel, aber wenn man bedenkt, dass der Spiegel normalerweise alle zehn Jahre um 2,5 Prozent abnimmt, verändert das die Perspektive auf diese Entdeckung erheblich. Gehirntraining-Spiele könnten also bis zu ein Jahrzehnt des durch Alterung verursachten Abbaus ausgleichen.
Dr Kawashima's Brain Training for Nintendo Switch - Launch trailer Auf YouTube ansehenEs ist jedoch wichtig, einen entscheidenden Unterschied zu beachten. Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, muss man Spiele spielen, die speziell darauf ausgelegt sind, diese Bereiche des Gehirns zu trainieren – so wie es bei Nintendos Gehirn-Jogging-Spielen bisher der Fall war. Candy Crush oder Solitaire reichen dafür nicht aus; das waren die Spiele, die die Hälfte der Teilnehmer während des Tests spielte, und bei ihnen änderten sich die Acetylcholinwerte nicht.
Dr. Ryuta Kawashima war der Neurowissenschaftler, mit dem Nintendo bei der Entwicklung der Spiele zusammenarbeitete, und sowohl das Konzept des "Gehirnalters" als auch die Vorbeugung von Demenz gehören zu seinen speziellen Forschungsgebieten. Mit anderen Worten: Genau das war es, was er mit seinen Nintendo-Spielen zu erreichen versuchte.
Die Gehirn-Jogging-Spiele erschienen hier erstmals im Jahr 2006. Sie bestanden aus vielen geistig fordernden Übungen, die auf Mathematik, Gedächtnisabruf und andere Aufgaben ausgerichtet waren, und man spielte sie täglich; das Spiel vergab anschließend eine Punktzahl basierend auf der eigenen Leistung. Die Reihe brachte zahlreiche Fortsetzungen hervor, darunter sogar eine Version für die Nintendo Switch, die 2020 veröffentlicht wurde.









