Dune Awakening: Warum Sandwürmer eigentlich Drachen sind und wohl niemals generft werden
Auf der gamescom hatte ich das Vergnügen, mit Joel Bylos zu sprechen. Er ist nicht nur Chief Creative Officer bei Funcom sondern auch Creative Director für Dune: Awakening. An einem großen Tisch, an dessen Ende ordentlich Dune-Merch gestapelt war, saß ich Bylos gegenüber und begann bereits vor der eigentlich ausgemachten Zeit zu quatschen. Ich erzählte ihm von meinem zähen Start im Spiel. Er hörte sich also schmunzelnd an, wie ich von Würmern, NPCs und meiner eigenen Unaufmerksamkeit mehrfach dahingerafft wurde.
Dunes Sandwürmer müssen frustrierend sein
Was könnte einem Anfänger wie mir in einer solchen Situation also helfen? Bei Bylos war ich für diese Frage an der richtigen Adresse, denn er selbst hat laut eigenen Angaben bereits über 8.000 Stunden in das sandige Survival-MMO gesteckt, wenn man die Zeit vor der Veröffentlichung mitzählt. Er gibt mir und anderen Neulingen den Tipp an die Hand, nach den ersten Missionen, mit dem verdienten Geld zum Handel zu gehen, ein Taxi in die Stadt zu nehmen und dort eine bessere Waffe zu kaufen. So sollte der Start etwas einfacher sein.
Doch am meisten interessieren mich die Sandwürmer. Diese gigantischen Wesen ließen mich seit der ersten Begegnung nicht mehr los. Unwissend, wie schnell sie mich aufspüren und wie oft ich auftreten darf, ohne gefressen zu werden, zitterte ich so leise wie möglich über die feinen Körner der Wüste. Natürlich nur für euch, für den Content, habe ich mich der Wüste ergeben und mich samt Ausrüstung verschlucken lassen. Es hat mich wirklich interessiert, was wohl passiert. Meine Neugier habe ich danach doch ein wenig bereut, wie ihr in diesem Artikel lesen könnt.
Die fruchtbarste Frage, die ich in diesem Interview stellte, war wohl diese hier: "Gibt es etwas, das du persönlich niemals an dem Spiel ändern würdest, weil es einfach so gut ist?"
Bylos antwortet: "Ja. Tatsächlich wurde ich schon oft gebeten, genau diesen Punkt am Spiel zu ändern, aber ich sage immer: Nein, das werde ich nicht ändern. Und das ist der Sandwurm. Wenn er dich frisst, nimmt er dir all deine Sachen weg, und das ist ein brutaler Moment. Es ist hart, aber es ist das Gruseligste im Universum, und es muss das Gruseligste im Universum bleiben. Also werde ich niemals zulassen, dass der Sandwurm nicht so furchterregend ist."
Die Drachen der Wüste
Ich selbst hasse sie, aber liebe sie auch irgendwie. Der Wurm muss eine ultimative Bedrohung sein, damit das Universum sich authentisch anfühlt. Die Vibration des Controllers, die einfach absolute Spannannung auslöst, die riesigen Körper, die in der Ferne, wie in Zeitlupe aus dem Boden emporschießen. Eine wahnsinnige Atmosphäre. Wie haben es die Entwickler also geschafft, die Sandwürmer so mächtig und furchterregend, aber irgendwie auch schön zu gestalten?
"Ich finde sie sind wie Drachen", sagt Bylos. "Das Gruseligste auf der Welt. Aber sie können auch schön sein. Und sie haben einen Schatz, oder? Sie haben den Spice. Das hat Frank Herbert über sie gesagt." Herbert ist der Autor der originalen Dune-Trilogie. Zur Inszenierung der Würmer hat Bylos auch eine coole Anekdote.
"Ich habe mit dem Team gesprochen, vor langer Zeit, als wir zum ersten Mal an den Sandwürmern gearbeitet haben. Und ich sagte: 'Es muss so sein, als hätte man den Film Der weiße Hai gesehen. Es ist so, als müsste man jedes Mal, wenn man über den Sand läuft, die Musik hören, verstehst du? Und dann muss man das Gefühl haben, dass da draußen ein Hai ist, den man nicht sehen kann. Man weiß nicht, wo er ist, aber man weiß, dass er irgendwann kommen wird.'
"Aber ich glaube, wenn wir diese Spannung nicht hätten, wäre das Spiel langweiliger. Ich finde, der Sand treibt einen wirklich an, er sorgt für Adrenalin, wenn man spielt, und treibt einen voran."
Tja, es ist wohl wie mit dem Ozean. Es ist das Meer. Haie leben dort. Und in der Wüste von Dune leben die Sandwürmer. Damit müssen wir alle klarkommen. Es ist ein wunderschöner, aber auch maximal lebensfeindlicher Ort, und was dort passiert, liegt einfach nicht in der Kontrolle der kleinen Menschen.









