Company of Heroes 3: Final Stand angespielt: Lohnt das Roguelite-Spin-off?
Company of Heroes 4 lässt auf sich warten. Aber damit war nach dem Release des dritten Teils im Jahr 2023 wahrscheinlich sowieso noch nicht zu rechnen. Was wir in dieser Woche bekommen haben, ist etwas anderes: Company of Heroes 3: Final Stand. Kein DLC, sondern ein eigenständiges Spiel, das auf ein spürbar anderes Spielprinzip setzt: Ihr verteidigt euch gegen anrückende Gegnerwellen, gleichzeitig kommen Roguelite-Elemente zum Tragen.
Das klingt ungewöhnlich, wenn man das Gameplay in CoH 3 und anderen Relic-Titeln berücksichtigt, ist aber für das Studio gleichzeitig nichts Neues - denkt an The Last Stand aus Dawn of War 2 oder an Operation Stonewall im ersten Company of Heroes. Klar ist aber auch, dass ihr an dieser Art des Spielens Gefallen finden müsst. Ich denke, es kann für kurzweilige Unterhaltung sorgen, euch aber auch für längere Zeit beschäftigen.
Rundenstruktur und Endlosmodus
Grundsätzlich dauert ein Match in Final Stand zwölf Runden, in denen ihr zwölf Gegnerwellen überleben müsst. Das ist auch auf dem Standard-Schwierigkeitsgrad vereinzelt etwas haarig, aber je nach eurer Lust und Laune ist es nur der Anfang. Habt ihr euch die Goldmedaille für die Abwehr der zwölften Angreiferwelle gesichert, könnt ihr entweder aufhören oder in den Endlosmodus wechseln. Dann geht es immer und immer so weiter, bis ihr schließlich irgendwann verliert - ein Sieg ist im Endlosmodus tatsächlich ausgeschlossen. Es geht darum, so lange wie möglich durchzuhalten - und das entweder alleine oder zu zweit im Koop-Modus.
Eine gute Verteidigung ist von zentraler Bedeutung.Spielerisch betrachtet unterscheidet sich euer Vorgehen nicht komplett vom Basisspiel, es gilt dasselbe Stein-Schere-Papier-Prinzip. Es geht nur darum, eure Stellung zu verteidigen, weswegen ihr euch normalerweise nicht allzu sehr über das Schlachtfeld bewegt - es sei denn, ihr prescht nach vorne, um feindliche Artillerie auszuschalten oder einzelne Vorratsboxen einzusammeln. Genau das ist aber gleichzeitig immer mit einem Risiko verbunden, da ihr in nachrückende Feinde laufen könnt. Es gibt einzelne Vorbereitungsphasen zwischendurch, danach kommen gleich mehrere gegnerische Wellen hintereinander. Da spielt es keine Rolle, ob ihr die vorherige schon aus dem Weg geräumt habt oder nicht - wenn ihr ineffizient seid, tummeln sich immer mehr Angreifer vor eurer Basis.
Gameplay-Mechaniken, Upgrades und Fraktionen
Ihr könnt euch auch ganz auf die Verteidigung konzentrieren, denn ihr müsst keine Ressourcen sammeln - ihr bekommt sie ganz automatisch - oder eure Basis ausbauen. Mit jeder Welle schaltet ihr einen neuen Bonus frei, wozu neben zusätzlichen Verteidigungsstellungen oder neuen Einheiten auch passive und aktive Fähigkeiten zählen, zum Beispiel regelmäßige automatische Luftangriffe, gezielte Artillerieschläge oder ein Boost für Einheiten - ebenso gibt es permanente Upgrades zum Freischalten. Das Ziel ist, dass ihr immer besser werdet und die höheren Schwierigkeitsgrade angehen könnt, von denen es insgesamt acht Stück gibt.
Mit jeder neuen Gegnerwelle habt ihr die Qual der Wahl.Immer wieder werden auch Bosskämpfe mit eingestreut. Dabei handelt es sich um stärkere Einheiten, die mehr aushalten als vergleichbare Truppentypen. Aber mit der richtigen Gegenwehr habt ihr CoH-typisch keine schlechten Karten im Kampf. Spannend ist auch, dass ihr im Koop-Modus beliebige Kombinationen spielen könnt. Es gibt insgesamt vier verschiedene Fraktionen: Amerikanische und britische Truppen, die Wehrmacht und das Afrikakorps. Wenn ihr also mit einem Freund die Briten Seite an Seite mit dem Afrikakorps in die Verteidigungsschlacht schicken wollt, ist das möglich. Somit entstehen auch individuelle Einheitenkombinationen und durch die wählbaren Boni spielt es sich immer ein bisschen anders in jeder Runde.
Bosse sind etwas stärker, mit der richtigen Abwehr aber alles andere als unbesiegbar.Letztlich trifft Company of Heroes 3: Final stand sicherlich nicht den Geschmack jedes einzelnen Fans der Reihe. Die Zahl der verfügbaren Schlachtfelder - fünf Stück - ist auch recht überschaubar, ich hoffe da kommt noch mehr. Dennoch ist es für mich ein interessanter, eigenständiger Modus, der für zwölf kleine Runden zwischendurch (oder länger im Endlosmodus) Spaß macht. Man muss sich auch hier für alle Eventualitäten rüsten und ein bisschen Glück bei den Boni haben, die einem angeboten werden - dann kann man es weit bringen. Insofern ist es zwar kein Company of Heroes 4 - das hoffentlich irgendwann kommt -, aber ein mehr als solider Lückenfüller, der euch ein frisches CoH-Spielerlebnis bietet, wenn ihr bereit seid, euch darauf einzulassen.









