Battlefield 6: Tsuru Reef bezwingt endlich das größte Problem der Shooter-Reihe
Am Dienstag, den 21. Juli, startet Battlefield 6 in die erste Phase seiner vierten Season. Pacific Front nennt sich die und eröffnet das Spektakel mit der neuen Karte Tsuru Reef, einem Archipel im Japanischen Meer. Es ist das bisher größte Schlachtfeld für Battlefield 6 – aber seltsamerweise hat mich das zur Abwechslung mal nicht gestört. Im Gegenteil: Mir hat die Map großen Spaß gemacht, was sicher auch daran lag, dass die einzelnen Eroberungspunkte nie zu weit auseinanderlagen und sie sich trotzdem stets wie individuelle Kampfschauplätze anfühlten, in denen ein kleiner Krieg für sich tobte.
DICE und das Pazifik-Szenario
Das schwedische Studio DICE (Digital Illusions CE) kehrt mit Season 4 zu seinen Wurzeln zurück. Bereits im Ur-Schlager Battlefield 1942 von 2002 sowie im "Pacific"-Update von Battlefield V bildete der Kampf im Pazifischen Ozean das emotionale und spielerische Highlight der gesamten Shooter-Reihe.
Aufgeräumt und doch organisch: Viele kleine Kriege auf einer immensen Karte.Trotz ordentlicher Höhenunterschiede zwischen Klippen, Hügeln und Stränden hielten sich die Situationen, in denen man aus dem Nichts weggesnipt wurde, stark in Grenzen. Aber hey, ich bin auch einfach wehrlos gegen ein sonniges Pazifikzenario mit gleißenden Wellenkämmen und feinen Sandstränden. Tsuru Reef wirkt wie ein echtes Urlaubsziel, an dem man verweilen wollen würde, was es umso tragischer und packender macht, es nur zum Spaß alles zu zerlegen.
Kontrolliertes Chaos
Zuletzt dominierten Battlefield 6 gefühlt eher bergige Gegenden, und auch wenn mir die letzten Karten gefielen, so richtig kleben blieb ich seither nicht mehr am Spiel. Vielleicht wird sich das mit Tsuru Reef jetzt ändern, denn sowohl in Conquest als auch in Escalation behielt ich tatsächlich halbwegs die Übersicht über den Schlachtenverlauf. Ich glaube, die Karte ist ausgezeichnet designt. Ob ich nun vom Dach aus ein mehrstöckiges Hotel hielt, eine Hafenanlage mit zwei großen Lagerhallen bewachte oder ein kleines Dorf im Herzen der Insel – es war nie zu spät, sich an einen anderen Schauplatz zu verlagern, und immer hatte ich den Eindruck, die Ankunft meines Squads machte einen Unterschied. Tsuru Reef mag gewaltig sein, aber es fühlte sich zum Glück wirklich nicht so an.
In diesen Momenten ist ein Battlefield für Augenblicke immer wieder das beste Spiel der Welt.Sicher liegt vieles auch daran, dass die beiden neuen Boote das Vorankommen auf dieser Karte bedeutend erleichtern. Das schwer bewaffnete und gepanzerte RCB-90-Patrouillenboot kehrt aus Battlefield 4 zurück und versetzt als schwimmender Panzer gegnerische Einheiten zu Land wie auch zu Wasser in Angst und Schrecken – vorausgesetzt, man checkt, wie genau man seine Waffen benutzt, was mir in der Hitze des Gefechts nicht gelingen wollte.
Das NSW-RHIB-Transportboot war da schon selbsterklärender. Dieses verstärkte Schlauchboot war extrem schnell, mit seinem montierten MG nicht komplett wehrlos, gewährte aber auch wenig Schutz. Am besten an ihm fand ich, dass fast immer eines da war, wenn ich eines brauchte. Mit einem Affenzahn über den beeindruckenden Seegang zu pflügen, war ein Highlight meiner dreistündigen Anspielsession. Optisch ist das Spiel ohnehin weiter ein Knaller, aber die neuen Wasserfahrzeuge unterstreichen, wie gut ihm dieser pazifische Schauplatz steht.
Traumhafter Wellengang!Ein neuer Favorit unter den BF6-Waffen?
In Sachen Waffen schickt sich das EF-88-Sturmgewehr im Bullpup-Design an, mein neuer Favorit zu werden, der vor allem durch Vielseitigkeit glänzt. Hohe Mündungsgeschwindigkeit und starke Feuerrate deutlich über 800 Schuss pro Minute sind eine böse Kombination. Die VSSM nervte mich mit ihrem integrierten Schalldämpfer jetzt schon, aber vielleicht liegt das auch nur an meiner Abneigung gegen Recon-Spieler. Der Bren-3-Karabiner hinterließ bei mir nicht den größten Eindruck, aber ich muss ihn wohl erst noch ein wenig länger spielen. Bin gespannt, ob ich in meinem heute startenden Urlaub Zeit dafür finde.
Der Mythos von Wake Island
Die in Phase 2 angekündigte Karte Wake Island ist die legendärste Map der Seriengeschichte. Das hufeisenförmige Atoll war bereits Teil der allerersten Battlefield-Demo im Jahr 2002 und gilt unter Veteranen wegen des harten Kampfes um die engen Landstreifen als ultimativer Gradmesser für gutes Map-Design.
Kleine Dörfer wie diese zu verteidigen, baut unfassbare Spannung auf.Sonst steige ich einfach nächsten Monat ein, denn da startet am 18. August Phase 2 mit der BF6-Version von Wake Island. Ein neues BF auf seine Interpretation des Kartenklassikers abzuklopfen ist unter Serienveteranen so etwas wie ein Ritual und ich freue mich darauf, was diesmal anders ist. In Phase 2 beginnt auch die gemunkelte Top-Gun-Kollaboration, die den Carrier-Strike-Modus mit einschließt, bei dem es darum geht, den gegnerischen Flugzeugträger zu versenken.
Ich habe das Gefühl, in BF6 steckt noch Leben drin. Seid ihr noch dabei, oder habt ihr das Interesse verloren?









