Tribute Games: Wenn euch der Name des Entwicklerstudios etwas sagt, dann habt ihr vielleicht Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge gespielt. Und das ist quasi der geistige Vorgänger von Marvel Cosmic Invasion.

Wobei ihr die titelgebende Invasion freilich verhindern sollt, indem ihr Annihilus davon abhaltet die Erde, nein: die gesamte Galaxis auszulöschen. Kein Wunder also, dass Marvel Cosmic Invasion zwar in den Straßen von New York startet, dann aber bis in die negative Zone führt, wo vermutlich Annihilus höchstselbst auf euch wartet.

„Euch“, das sind gleich zwei Helden der namhaften Charakterriege. Denn wie beim isometrischen Prügeln üblich, zieht man auch hier als Duo von links nach rechts, um Aberdutzende beziehungsweise Aberhunderte Bösewichte irgendwo hin zu prügeln, wo sie zumindest erst mal keinen Schaden mehr anrichten können. (So richtig weg sind sie ja nie.)

Nur stapft das Duo nicht gleichzeitig umher, sondern wechselt sich ab. Ihr spielt also immer nur einen der gewählten Helden, könnt aber jederzeit zwischen den beiden wechseln. Was nichts anderes heißt, als dass im kooperativen Abenteuer mit vier Spielern quasi acht Superhelden unterwegs sind. Bis zu viert und sowohl lokal als auch online kann man so antreten.

Nova greift Spider-Man unter die Arme: Jeder Spieler steuert ein Duo, dessen Charaktere sich jederzeit abwechseln können.

Auf jeden Fall erinnert das alles an die spielerisch verwandten Schildkröten-Ninjas, weil Tribute Games dessen Idee fortführen will, ein farbenfrohes Spektakel zu erschaffen, das ebenso an alte Spielhallenautomaten erinnert wie an Fernsehserien zu Zeiten der 80-er. Und dem ersten Eindruck nach, für den vor Ort beim Entwickler zwei Levels spielbar waren, scheint das durchaus zu gelingen.

Nun ist diese Art Action, bei der man seinen Charakter nicht in die Tiefe, sondern so seltsam nach oben und unten schiebt, gar nicht meins. War es nie. Was allerdings nicht heißt, dass ich mit unter anderem Rocket, Wolverine, Nova, She-Hulk, Spider-Man, Storm, Phyla-Vell, Silver Surfer, Venom sowie Captain America keinen Spaß hatte.

Es hat zwar eine Weile gedauert, denn solange man nur einen seiner zwei Charaktere steuert, zündet Marvel Cosmic Invasion nicht gerade ein Feuerwerk spektakulärer Action. Doch als ich auf den Trichter kam, dass vor allem gemeinsame Angriffe des Duos deutlich stärker sind als normales Schlagen und Treten, ging es ordentlich ab!

Die mächtigen Spezialangriffe sind zwar keine Smart-Bombs, aber dennoch sehr wirkungsvolle Aktionen.

Tatsächlich sind die Superhelden, so wie sie hier auftreten, erst dann besonders stark, wenn sie ihren jeweiligen Partner (ein einfacher Knopfdruck reicht) dazuholen, um ihre Gegner damit zum Beispiel durch die Luft zu wirbeln. Dazu kommen mächtige Spezialattacken – mein Favorit: Wenn Rocket etwa ein Dutzend Waffen aus seinen Taschen kramt und damit entsprechend austeilt.

Schön ist natürlich auch, dass die Helden mit ihren Markenzeichen auftreten, Spidey also quer durchs Bild schwingt, um Gegner aus dem Weg zu kegeln. Und auch Wolverine schwingt – nur freilich keine Spinnweben, sondern scharfen Klingen, nachdem er sich an einem Gegner festgekrallt hat.

Wer schon mit den Ninja-Kröten seinen Spaß hatte oder einfach nur kurzweilige Action in farbenfroher Pixelkunst sucht, dürfte bei Marvel Cosmic Invasion daher gut aufgehoben sein. Die bekannten Charaktere fängt Tribute Games gekonnt ein und vor allem das Zusammenspiel des gewählten Duos macht mächtig Laune – und gemeinsam mit Anderen sogar noch mehr.