Baldur's Gate 3: Mod bringt Schulterkamera und spaltet die Fans
Die Debatte darüber, ob Baldur's Gate 3 eine echte Third-Person-Kamera braucht, brennt noch immer. Da Larian den Fokus mittlerweile auf Divinity richtet, versuchen Modder auf eigene Faust, diesen Wunsch zu erfüllen. Nun sorgt eine Mod für eine „echte Third-Person-Perspektive“ für ordentlich Wirbel und heizt die alte Diskussion neu an.
Third-Person-Mod spaltet die BG3-Community
Relysia hat die Mod am 20. Juli auf Nexus Mods veröffentlicht. Seitdem verzeichnet das Projekt über 6.400 Downloads und geht auf Social Media viral. Wenn ihr euch eines der vielen Gameplay-Videos anschaut, versteht ihr sofort, warum: Verglichen mit früheren Versuchen sieht das Ganze erstaunlich überzeugend aus.
Allerdings stößt die Bezeichnung „echte Third-Person-Kamera“ für die klassische Schulterperspektive – bekannt aus Triple-A-Hits wie Resident Evil 4, Dead Space oder Sony-Titeln – einigen sauer auf. „Cyberpunk war darauf ausgelegt, komplett aus der Ego-Perspektive gespielt zu werden. Baldur's Gate 3 hingegen entstand von Grund auf mit Blick auf eine isometrische Kamera“, erklärt User Manwe auf X und betont, warum er die Mod für eine schlechte Idee hält.
„Das ist hier nicht The Witcher, Kumpel“, kommentierte ein anderer Nutzer unter einem Post. Darin schlug jemand vor, Larian solle sich ein Beispiel an den Moddern nehmen und die Wünsche der Fans noch einmal überdenken. Zwar betont der Beitrag, dass die Kamera eine reine Option sein sollte. Dennoch bleibt die Frage berechtigt: Verwässern zu viele Optionen im Namen der Zugänglichkeit nicht am Ende die künstlerische Vision und schaden dem Kern-Gameplay? „Ich, wenn mein C-RPG bloß nicht wie ein C-RPG klingen soll“, witzelte Nutzer Johnny in den Kommentaren.
Dabei besitzt Baldur's Gate 3 bereits eine Art Third-Person-Modus. Wenn ihr nah heranzoomt – besonders mit dem Controller – fühlt sich Larians Rollenspiel-Epos zumindest beim Erkunden fast wie das erste Dragon Age an. Am Ende bleibt es aber ein Isometrie-RPG aus der Vogelperspektive. Auch wenn sich die Welt aus der Nähe frisch anfühlt, hat Larian diese Perspektive aus gutem Grund nicht offiziell eingebaut.
Spannend bleibt, ob sich die Entwickler das Feedback für ihr nächstes Projekt zu Herzen nehmen. Divinity soll auf dem Fundament von BG3 aufbauen, sich aber gleichzeitig von den Fesseln des D&D-Regelwerks befreien. Vielleicht bleibt dabei ja Raum für visuelle Experimente und mehr Kamera-Optionen.









