Vom Konsolenklassiker zum Anime-Hit: So will Sony mit neuen Serien, Filmen und Animationen junge Zielgruppen zurückgewinnen und das PlayStation-Universum nachhaltig erweitern
Sonys Stammpublikum wird älter. Während der durchschnittliche PlayStation-Spieler zwischen 31 und 36 Jahren alt ist, scheint die jüngere Zielgruppe zu schwinden. Grund dafür ist vor allem, dass die jetzt alten Hasen seit der PS1-Ära mitgewachsen sind. Entsprechend muss Sony sich nun eine neue Strategie zulegen, um auch wieder jüngere Menschen für die PlayStation zu begeistern. Die Antwort hierbei: Anime.
Adaptionen statt Alterserscheinungen
Irgendwie stelle ich mir das Meeting dazu sehr lustig vor. Ein Mann steht auf und meint, dass die Kinder heutzutage ja nur noch Minecraft und Roblox kennen und ansonsten nur die Fortnite-Emotes tanzen. Dann steht jemand anderes auf und zeigt auf Arcane. “Das kommt aber gut an.”
Dann zählen andere noch Cyberpunk: Edgerunners, Castlevania und die The Witcher-Anime-Adaptionen auf und schon gibt es einen neuen Plan im Hause Sony. Auch wenn nicht alle dieser Adaptionsversuche erfolgreich waren - ich schaue dich an, The Witcher -, ist es doch eine gute Möglichkeit, neue Leute auf sich aufmerksam zu machen. Zuletzt hatte Devil May Cry das eindrücklich gezeigt, als der fünfte Teil dank der Animationsserie einen neuen Verkaufsmeilenstein knackte.
Das Konzept funktioniert also schon mal und das scheint auch Herman Hulst, Chef der PlayStation Studios, ermutigt zu haben. In einem Investorbriefing stellte er seinen Plan vor und zeigt sich zuversichtlich: “Wir haben Franchises, die eine Menge unterschiedlicher Spielersegmente ansprechen. Horizon ist ein gutes Beispiel, es ist bei weiblichen Spielern sehr beliebt. Astro Bot, von unserem tollen Team Asobi in Tokio, ist bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen ein Hit.”
Anime als Eintrittskarte
Doch um auch neue und vor allem jüngere Zielgruppen anzusprechen, brauche es neue Wege. “Animes sprechen vor allem ein jüngeres Publikum an, was uns sehr helfen wird”, erklärt Hulst. “Wir werden weiterhin die Interaktion mit dem PlayStation-Ökosystem und der Marke fördern, indem wir unsere Franchises in neue Formate wie Film, Fernsehen und Animes bringen.”
Auch wenn der Plan nun vor allem genutzt werden soll, um neue Spieler für PlayStation heranzuziehen, kommt er doch nicht ganz aus dem Nichts. Immerhin hat Sony bereits 2021 den wohl größten Anime-Anbieter Crunchyroll für über eine Milliarde US-Dollar gekauft. WAKANIM, Madman Anime Group und Funimation gehören als Anime-Vertriebe auch schon zum japanischen Giganten und ein auf Anime spezialisiertes Studio besitzt Sony mit Aniplex ebenfalls.
Ankündigungen aus dem Bereich gibt es aber bisher nur eine: Ghost of Tsushima: Legends. Angekündigt wurde dieAdaption im Januar 2025 auf der CES. Verantwortlich ist das Studio Kamikaze, das auch bei Sand Land: The Series und Star Wars: Visionen seine Finger im Spiel hatte. Noch gibt es keinen Releasetermin, aber wenn es stilistisch auch nur ansatzweise den Ton von Ghost of Tsushima trifft, dann steht uns hier wirklich ein Fest bevor.









