Seit gefühlt unzähligen Jahren veröffentlicht Lego bereits Sets zu Star Wars, jetzt ist ein weiteres großes Sci-Fi-Franchise hinzugekommen: Star Trek. Gefeiert wurde das mit der Veröffentlichung eines ersten Sets, der U.S.S. Enterprise-D aus Star Trek: The Next Generation. Also ein mächtiges Raumschiff der Galaxy-Klasse zum Einstand. Und ich muss ehrlich sagen, dass mein erster Eindruck zur Vorstellung des Sets nicht der Beste war.

Funktioniert Star Trek aus Lego?

Ich habe versucht, mit wenig Erwartungen an die Sache heranzugehen. Und bei der Enthüllung des Sets wirkte es auf mich doch etwas … eckig. Und eckig sind Schiffe der Sternenflotte nun in den meisten Fällen wahrlich nicht. Insofern war ich etwas skeptisch, doch jetzt, nachdem ich die Enterprise-D aufgebaut habe, gefällt sie mir doch überwiegend gut von der Form und den Proportionen her.

Ja, das hätte sich mit runderen Abstufungen und speziellen Elementen noch besser lösen lassen, aber ich denke, mit den Teilen, die Lego hier verwendet hat, ist das Ergebnis ganz ordentlich gelungen. Zumindest in vielen Punkten, wenngleich auch nicht in allen. Eine Sache, die mich - und das gilt für alle höherpreisigen Sets - hier einmal mehr besonders stört, ist, dass zum Teil Sticker verwendet werden. Sticker, die dann noch nicht einmal die gleiche Farbe haben wie die Teile, auf denen man sie anbringt. Das wirkt unschön, stört das Gesamtbild und dass man in der Lage ist, Teile gut zu bedrucken, beweist man an anderer Stelle.

Die Enterprise von oben.

Die Registriernummer auf der Oberseite der Untertassensektion ist zum Beispiel auf einem großen Teil bedruckt, auf der Unterseite besteht die Registriernummer aus zwei einzelnen Teilen und zwei Stickern - die man dann erst einmal so richtig anbringen muss, dass es vernünftig und halbwegs gerade aussieht. Wenn ich mehrere hundert Euro dafür ausgebe, würde ich eigentlich erwarten, dass alles bedruckt ist - und wir wissen, das das kein Ding der Unmöglichkeit ist.

Ansonsten sind hier so ziemlich alle äußerlichen Details vorhanden, die man erwartet. Dazu zählt auch ein Hangar für die Shuttles, den ihr aufklappen könnt. Darin befindet sich ein kleines Easter Egg in Form der Widmungsplakette (ja, wieder als Sticker), bei der Lego noch ein Fauxpas mit Druckfehlern passiert ist - und das zweimal, aber der Kundenservice hilft weiter.

Sticker haben nicht die gleiche Farbe wie die Elemente, aber an anderer Stelle kann Lego durchaus bedrucken.

Die Untertassensektion lässt sich zudem relativ einfach abtrennen, im Großen und Ganzen ist die Enterprise-D aber recht stabil verbaut. Dass der Bau nicht der Spannendste ist und sich manche Dinger häufig wiederholen, sollte aufgrund der Form des Raumschiffs keine Überraschung sein. Mit einer Größe von 27cm x 60cm x 48cm ist es jedenfalls definitiv kein Spielmodell, sondern ein Display-Modell. Eine kleine Tafel mit ein paar wenigen Details gibt’s noch dazu - immerhin ist diese bedruckt!

Ein Blick auf die Unterseite.

Picard und Co. als Minifiguren

Gleichzeitig mit der Enterprise feiern auch Star Trek-Minifiguren ihr Debüt, neun Stück sind bei dem Set enthalten. Darunter natürlich die wichtigsten Crewmitglieder in Form von Captain Jean-Luc Picard, Commander William Riker, Lieutenant Worf, Lieutenant Commander Data, Dr. Beverly Crusher, Lieutenant Commander La Forge und Counselor Deanna Troi. Als Bonus sind auch noch Barkeeperin Guinan und Wesley Crusher mit dabei.

Die Minifiguren des Sets.

Die Umsetzung der Figuren ist in weiten Teilen gelungen, wenngleich ich auch hier ein bisschen was zu meckern habe. Bei den Uniformen gefallen mir zum Beispiel die Übergänge oben an den Schultern nicht, da scheint noch zu sehr die Farbe durch. Außerdem sind keinerlei Rangabzeichen erkennbar und zumindest ein kleines bisschen Haarpracht hätte man Picard noch spendieren können.

Was die Anzahl anbelangt ... Nun, ich vermisse ehrlich gesagt Q, der hätte meines Erachtens definitiv noch dazu gehört. Ein netter Bonus wären vorübergehende Crewmitglieder wie Tasha Yar, Miles O’Brien oder Dr. Pulaski gewesen - oder auch ein Borg. Aber gut, zumindest die wichtigsten Besatzungsmitglieder sind dabei.

Eine kleine Infotafel gibt's dazu.

Zu kaufen gibt es die Lego Enterprise-D direkt bei Lego.

Als großer Star Trek-Fan war ich sehr gespannt darauf, was Lego aus der Lizenz macht. Das erste Ergebnis ist … gut. Nicht perfekt, und mich stören besonders die Sticker und dass die Minifiguren noch hätten besser aussehen können. Mit Form und Gestaltung habe ich mich mittlerweile jedoch angefreundet und ich denke, aus vorhandenen Teilen hat Lego das ganz gut umgesetzt - und stabil ist das Konstrukt noch dazu. Es sieht auf jeden Fall schick aus im Regal, allerdings dürfte der Preis wahrscheinlich - wie so oft - für viele ein Knackpunkt sein. Ich bin aber definitiv gespannt, was Lego mit der Lizenz noch anstellt.