Natürlich sind wir auch 2026 wieder bei der IFA Berlin. Im vergangenen Jahr hatte ich vor der Messe angekündigt: „Ich komme wieder.“ Nach fünf Tagen, unzähligen Gesprächen und einigen überraschend interessanten Produktneuheiten war anschließend klar, dass sich der Besuch weiterhin lohnt. Unser Rückblick auf die IFA 2025 fiel entsprechend positiv aus.

Vom 4. bis 8. September 2026 öffnen die Messehallen unter dem Berliner Funkturm erneut. Für mich gehört dieser Termin seit vielen Jahren fest in den Kalender. Die IFA ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen sich große Elektronikhersteller, kleinere Anbieter, Entwickler, Pressevertreter und inzwischen auch zahlreiche Content Creator an einem Ort treffen. Vieles davon lässt sich digital erledigen. Ein Produkt selbst auszuprobieren und den Verantwortlichen direkt einige unbequeme Fragen zu stellen, funktioniert vor Ort weiterhin besser.

Die IFA hatte allerdings auch einen kleinen Durchhänger. Nach den Pandemiejahren musste sich die Messe neu sortieren. 2023 übernahm die neu gegründete IFA Management GmbH die Verantwortung, während einige frühere Fixpunkte nach und nach verschwanden. Die großen Publikumsflächen der Telekom gehörten lange fest zum Messebild. 2025 war das Unternehmen dort nicht mehr in der früheren Form vertreten. Auch ARD und ZDF, die den Ursprung als Internationale Funkausstellung über Jahrzehnte sichtbar gemacht hatten, waren zuletzt offenbar nicht mehr mit eigenen großen Auftritten dabei. Der Name IFA wird inzwischen offiziell als „Innovation for All“ verstanden.

Die Besucherzahlen sprechen wieder für die IFA

Trotz dieser Veränderungen ging es mit der Messe zuletzt deutlich aufwärts. Zur Jubiläumsausgabe 2024 kamen nach Angaben der Veranstalter mehr als 215.000 Besucher aus 138 Ländern nach Berlin. Über 1.800 Aussteller waren vertreten. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Besucherzuwachs von 18 Prozent.

2025 stiegen die Zahlen erneut. Die IFA meldete mehr als 1.900 Aussteller aus 49 Ländern und rund 220.000 Besucher aus 140 Ländern. Die Ausstellungsfläche umfasste mehr als 190.000 Quadratmeter. Bereits kurz vor der Messe hatte IFA-Chef Leif Lindner erklärt, dass die Hallen ausgebucht seien.

Diese Zahlen stammen natürlich vom Veranstalter und sollten entsprechend eingeordnet werden. Sie passen aber zu meinem Eindruck vor Ort. Die Hallen wirkten 2025 voll, an vielen Ständen war tatsächlich etwas los und rund um Saugroboter, Smart Home, KI, Wearables und Content Creation gab es erheblich mehr Gesprächsstoff als noch einige Jahre zuvor.

Dabei lebt die IFA nicht allein von den ganz großen Namen. Gerade die Mischung macht sie interessant. Zwischen aufwendig inszenierten Markenwelten finden sich kleinere Hersteller, Start-ups und Produkte, die man vorher schlicht nicht kannte. Wer nur von einer Pressekonferenz zur nächsten läuft, verpasst einen erheblichen Teil der Messe.

Viele wichtige Aussteller haben für 2026 zugesagt

Die Ausstellerliste für 2026 ist noch nicht abgeschlossen. Der bisherige Stand zeigt jedoch, dass zahlreiche bekannte Hersteller erneut nach Berlin kommen. Gelistet sind unter anderem Samsung, LG, Miele, Bosch, Siemens, Hisense, TCL, Xiaomi, Anker, AEG und Haier.

Für Check-App sind vor allem die Bereiche Smart Home, Robotik und vernetzte Haushaltsgeräte interessant. Reolink ist 2026 wieder mit einem Stand im Smart-Home-Bereich vertreten. Roborock hat bereits eine Pressekonferenz für den 3. September angekündigt und will neben Saugrobotern auch Nass-Trockensauger, Mähroboter und Waschtrockner zeigen. Dreame, Ecovacs, Narwal, Mammotion und Segway Navimow sind ebenfalls in der Ausstellerdatenbank beziehungsweise den angekündigten Erlebnisbereichen zu finden.

Das dürfte erneut zu einem ziemlich dichten Programm führen. Schon 2025 gehörten die Entwicklungen bei Saugrobotern zu den interessantesten Themen der Messe. Ecovacs zeigte den Deebot X11 mit schneller Zwischenladung, Narwal setzte auf eine neue Wischtechnik und Dreame präsentierte Konzepte mit Beinen und Greifarmen. Roborock weitete sein Portfolio auf den Garten aus. Für 2026 stellt sich daher weniger die Frage, ob neue Roboter gezeigt werden. Interessanter wird sein, welche davon marktreif sind und ob die dazugehörigen Apps mit der Hardware Schritt halten.

Auch Blackview ist bereits als Aussteller im Bereich Communication & Connectivity gelistet. Samsung übernimmt zusätzlich die Rolle als Hauptsponsor des Creator Hub. Damit wird die zunehmende Bedeutung von Videos, Livestreams, Podcasts und sozialen Plattformen auch organisatorisch sichtbar.

Die IFA 2026 erweitert ihr Programm deutlich

Die Messe konzentriert sich 2026 stärker auf thematisch getrennte Bereiche. Dazu gehören Home Appliances, Smart Home, Audio, Computing und Gaming, Content Creation, Beauty Tech, Mobility sowie IFA Next für Start-ups und Forschung. Ergänzt wird das Angebot durch die Retail Innovation Zone und die vom 5. bis 7. September stattfindenden IFA Global Markets für Hersteller, Einkäufer und Handelspartner.

Das Bühnenprogramm verteilt sich auf drei zentrale Orte. Die Innovation Stage ist für große Ankündigungen und Pressekonferenzen mit bis zu 900 Besuchern vorgesehen. Auf der Dream Stage in der IFA Next sollen Gründer, Forscher und Entwickler über neue Technologien sprechen. Die Creator Stage wird für Workshops, Masterclasses, Podcasts und praktische Formate genutzt. Inhaltlich ordnet die Messe das Programm in fünf Themenfelder ein, darunter KI und Zukunftstechnologien, Handel, Kreativität, Kultur sowie nachhaltiges und vernetztes Wohnen. Das vollständige Programm steht am 21. Juli 2026 noch nicht fest. Weitere Termine und Sprecher sollen in den kommenden Wochen folgen.

Für mich bleibt entscheidend, wie viel Substanz hinter diesen Formaten steckt. Creator Economy, KI und Future Tech lassen sich leicht auf eine Bühne schreiben. Interessant wird es, wenn Hersteller konkrete Produkte zeigen, Entwickler technische Entscheidungen erklären und auch kritische Nachfragen zulassen.

Creator Connect bekommt einen eigenen Messetag

Am Sonntag, dem 6. September, veranstaltet die IFA erstmals den „Creator Connect“. Ab 11 Uhr soll es auf der Creator Stage um Geschäftsmodelle, KI-gestützte Produktion, neue Medienformate und die Beziehung zwischen Content und Publikum gehen. Geplant sind Talks, Workshops und Networking.

Das passt zur Entwicklung der vergangenen Jahre. Hersteller arbeiten längst direkt mit YouTubern, TikTok-Creatorn, Bloggern und spezialisierten Medienmarken zusammen. Auf einer Messe entstehen daraus allerdings schnell zwei parallele Welten. In der einen geht es um Fachgespräche, Produktdetails und Handel. In der anderen dominieren Fotospots, kurze Clips und möglichst sichtbare Markenaktionen.

Ein eigener Creator-Bereich kann helfen, diese Gruppen besser zu verbinden. Er kann ebenso zu einer weiteren abgeschlossenen Blase werden. Für einen Blog wie Check-App liegt der interessante Bereich ohnehin dazwischen: Produkte ausprobieren, technische Details verstehen und anschließend Inhalte erstellen, die auch Wochen oder Monate nach der Messe noch nützlich sind.

Live-Podcasts und Konzerte sollen mehr Publikum anziehen

Am Abend des Creator Connect findet im IFA Sommergarten ein Podcast-Programm statt. Ab 17 Uhr treten „Mord auf Ex“ und anschließend „Wine Wednesday“ live auf. Bereits angekündigt sind außerdem Konzerte und Shows mit BUNT., Luciano sowie Ikkimel & Friends.

Die IFA versucht damit, über die klassische Technikmesse hinauszugehen. Das ist nachvollziehbar. Die meisten Produkte werden heute Wochen vor ihrem Marktstart in Livestreams vorgestellt. Ein Messebesuch braucht daher Gründe, die über eine weitere Präsentationsfolie hinausreichen. Live-Formate, Testbereiche und direkte Begegnungen können diesen Mehrwert schaffen.

Die Technik darf dabei nicht zur Kulisse werden. Ich gehe zur IFA, weil ich neue Geräte sehen, Apps ausprobieren und mit den Menschen hinter den Produkten sprechen möchte. Ein volles Sommergartenprogramm sorgt für zusätzliche Aufmerksamkeit, ersetzt aber keine interessanten Aussteller in den Hallen.

Innovation Awards werden erstmals direkt auf der Messe vergeben

Die IFA Innovation Awards wurden 2025 neu eingeführt. Nach Angaben der Messe gingen damals mehr als 500 Bewerbungen ein. 2026 findet die Preisverleihung erstmals während der IFA statt. Neben Auszeichnungen in mehreren Produktkategorien werden die Hauptpreise „Best of IFA“, „Best Tech Innovation“ und „Best Brand“ vergeben. Die prämierten Produkte sollen anschließend in einer eigenen Innovation Awards Zone gezeigt werden.

Das ist sinnvoller als eine Preisvergabe, deren Ergebnisse erst nach dem Messebesuch sichtbar werden. Entscheidend bleiben die Kriterien und die Zusammensetzung der Jury. Gerade bei technischen Produkten ist „Innovation“ ein sehr dehnbarer Begriff. Eine zusätzliche KI-Funktion oder ein neuer Marketingname machen aus einem bekannten Gerät noch keine technische Neuerung.

Für Besucher und Medien kann die Award-Zone trotzdem nützlich sein. Auf einem großen Messegelände gehen kleinere Produkte schnell unter. Eine zentrale Ausstellung kann dabei helfen, interessante Entwicklungen zu finden, die nicht mit riesigen Messeständen beworben werden.

Mehr Führungen und ein Ausbau der Barrierefreiheit

Für Fachbesucher sind fünf geführte Touren vorgesehen. Die Rundgänge dauern jeweils weniger als 90 Minuten und behandeln unter anderem Smart Home, künstliche Intelligenz und Green Tech. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Zusätzlich plant die IFA Führungen in einfacher Sprache sowie spezielle Angebote für blinde und sehbehinderte Besucher. Technologien sollen dabei hörbar und fühlbar vermittelt werden. Eine Accessibility Masterclass mit Raúl Krauthausen und Holger Dieterich von Sozialhelden beschäftigt sich mit der Frage, wie die Anforderungen des European Accessibility Act zu besser zugänglichen Produkten führen können.

Das ist gerade bei Apps und Smart-Home-Produkten relevant. Barrierefreiheit wird in Pressemitteilungen häufig als Zusatzfunktion behandelt. Im Alltag entscheidet sie darüber, ob ein Gerät überhaupt bedienbar ist. Eine Messe kann hier konkrete Beispiele zeigen und Hersteller mit Problemen konfrontieren, die in normalen Produktpräsentationen selten vorkommen.

Auch außerhalb der Messehallen will die IFA sichtbar sein

Unter dem Begriff „IFA Moments“ bündelt der Veranstalter verschiedene Aktionen innerhalb und außerhalb des Messegeländes. Dazu gehören eine Kooperation mit GeoGuessr, die Teilnahme am House of Pride Truck beim Berliner Christopher Street Day und eine geplante Präsenz bei Rave The Planet am 15. August 2026. Die GeoGuessr World Championship findet unmittelbar vor der IFA vom 2. bis 5. September im Berliner Tempodrom statt.

Damit versucht die IFA, schon vor dem eigentlichen Messestart in Berlin sichtbar zu sein. Diese Strategie passt zum neuen Selbstverständnis als ganzjährige Plattform. Für den normalen Messebesucher bleiben jedoch die fünf Tage im September entscheidend.

IFA 2026: Termine und Öffnungszeiten

Die IFA Berlin 2026 findet vom Freitag, dem 4. September, bis Dienstag, dem 8. September, auf dem Gelände der Messe Berlin statt. Privatbesucher können am Freitag von 12 bis 18 Uhr in die Hallen. Von Samstag bis Dienstag ist die Messe jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Fachbesucher erhalten bereits am Freitag ab 9.30 Uhr Zugang.

Die Anreise ist über die Stationen Messe Nord/ICC, Westkreuz, Charlottenburg, Kaiserdamm und Theodor-Heuss-Platz möglich. Für Bahnreisende werden DB-Eventtickets ab 16,19 Euro angeboten. Über den offiziellen Unterkunftspartner sollen Hotelrabatte von bis zu 30 Prozent verfügbar sein.

Die IFA-App soll auch 2026 wieder Ausstellerverzeichnis, persönlichen Tagesplan, aktuelle Meldungen und Navigation über Live-Karten bieten. Eine Veröffentlichung für Android und iOS ist angekündigt. Nach den erheblichen Problemen der IFA-App 2025 werden wir uns diese Version selbstverständlich genauer ansehen. Die damalige App kam in den Stores zeitweise nur auf Bewertungen um 1,5 Sterne und war ein gutes Beispiel dafür, wie eine technisch orientierte Messe an ihrem wichtigsten digitalen Werkzeug scheitern kann.

Warum ich weiterhin gern zur IFA gehe

Die IFA ist für mich kein Termin, bei dem es allein um große Produktpremieren geht. Viele davon sind vorher bekannt oder werden parallel im Internet übertragen. Wichtiger sind die Gespräche dazwischen. Man trifft bekannte Gesichter, bekommt technische Details erklärt und erfährt manchmal erst am Stand, weshalb eine App so funktioniert, wie sie funktioniert.

Dazu kommt dieser spezielle Messebetrieb, den ein Livestream nicht transportieren kann: volle Hallen, spontane Termine, Geräte mit unfertiger Firmware, hektische Umbauten und Entwickler, die plötzlich sehr offen werden, wenn keine PR-Abteilung direkt danebensteht. Natürlich gibt es auch Buzzword-Bingo, aufgeblasene Produktversprechen und Präsentationen, bei denen KI offenbar jedes Problem lösen soll. Genau deshalb lohnt sich der persönliche Blick.

Nach den schwierigen Jahren wirkt die IFA wieder stabiler. 2024 und 2025 stiegen die Besucher- und Ausstellerzahlen, wichtige Marken haben für 2026 zugesagt und das Programm wird breiter. Ob daraus eine wirklich starke IFA 2026 wird, entscheidet sich im September in den Hallen. Wir sind jedenfalls wieder dabei – mit Kamera, Smartphone, Notizen und ziemlich vielen Fragen.