33 Immortals ist ein Roguelike mit 33 Spielern, schnellen Runs, Bosskämpfen, permanenten Verbesserungen und einem religiös-mythologischen Unterbau rund um Verdammnis, Rebellion und das endgültige Urteil. Genau solche Konzepte kippen oft in zwei Richtungen. Entweder bleibt am Ende nur ein unübersichtliches Effektgewitter übrig, bei dem niemand mehr versteht, was eigentlich passiert. Oder das Spiel wird so sehr entschärft, dass von der großen Koop-Idee nur ein gewöhnlicher Action-Roguelike-Ablauf mit etwas größerer Spielerzahl bleibt.

Bei 33 Immortals ist deshalb spannend, wie stark das Spiel seine ungewöhnliche Grundidee tatsächlich strukturiert. Die Version 1.0 ist am 10. Juni 2026 auf Steam gestartet, gleichzeitig ist die 1.0-Version im Epic Games Store erschienen. Für Xbox, Game Pass und Xbox auf PC gab es zum Start kurzfristig Zertifizierungsprobleme, weshalb die 1.0-Version dort nicht wie geplant am selben Tag verfügbar war. Thunder Lotus nennt Steam, Epic Games Store und Xbox weiterhin als Plattformen, ordnet den Xbox-Start aber rund um den Launch als „coming soon“ ein.

Der Kern bleibt trotzdem klar: 33 Immortals ist ein kooperatives Action-Roguelike für bis zu 33 Spieler. Man spielt eine verdammte Seele, kämpft gegen Horden von Monstern, sammelt Ressourcen, verbessert den eigenen Charakter innerhalb eines Runs und arbeitet sich gemeinsam zu großen Bosskämpfen vor. Offiziell beschreibt Thunder Lotus das Spiel als schnellen „Pick-up and raid“-Ansatz mit Instant-Matchmaking, Solo-Einstieg oder Gruppe mit bis zu vier Freunden. Die große Spielerzahl ersetzt dabei keinen klassischen Raid aus einem MMO, sie verdichtet ihn auf kürzere, direktere Runs.

Gerade der Einstieg zeigt, dass 33 Immortals seine Masse an Spielern nicht einfach als Gimmick benutzt. Das Spiel startet im Hub, führt Waffen, Trainingsbereiche, Missionen, kosmetische Optionen, tägliche Events und Progression schrittweise ein. Aus dem bereitgestellten Gameplay-Material wird deutlich, dass der erste Eindruck stark über diesen Lernbereich läuft: Man wird nicht direkt in eine riesige 33-Spieler-Schlacht geworfen, sondern bekommt erst ein Gefühl für Bewegung, Angriffe, Ausweichen, Ressourcen und die Rolle der eigenen Waffe.

33 Immortals setzt auf große Koop-Runs ohne lange Vorbereitung

Der auffälligste Punkt an 33 Immortals ist natürlich die Zahl im Titel. 33 Spieler in einem Roguelike-Run sind ungewöhnlich, weil das Genre sonst oft auf sehr individuelle Entscheidungen setzt. Man baut seinen Charakter, findet neue Synergien, stirbt, startet neu und wird mit der Zeit besser. 33 Immortals übernimmt diese Grundlogik, verschiebt aber den Schwerpunkt deutlich auf kooperative Abläufe.

Das bedeutet praktisch: Man läuft nicht allein durch kleine Räume, sondern bewegt sich über größere Karten, sucht andere Spieler, sammelt Ressourcen, erledigt Ereignisse und arbeitet auf gemeinsame Ziele hin. Das Spiel fordert dabei früh, dass man zusammenbleibt. Wer sich isoliert, verliert schnell an Nutzen und Überlebensfähigkeit. Im Gameplay fällt genau das auf: Einzelne Gruppen können zwar Monster besiegen und Truhen öffnen, aber die eigentliche Stärke entsteht erst, wenn mehrere Spieler gemeinsam kämpfen, Ressourcen teilen, gefallene Mitspieler wiederbeleben und Ziele konzentriert angehen.

Thunder Lotus beschreibt den Koop-Ansatz ausdrücklich so, dass kein Voice-Chat nötig sein soll. Stattdessen gibt es Emotes, Pings und kooperative Fähigkeiten, um sich während der Runs abzustimmen. Das ist wichtig, weil ein Spiel mit 33 zufällig zusammengewürfelten Spielern sonst sofort an Kommunikation scheitern würde. 33 Immortals versucht, diese Reibung zu reduzieren, ohne den Koop-Charakter zu verlieren.

Der Hub erklärt mehr als nur Menüs

Nach dem Start landet man im zentralen Lager der Rebellen-Seelen. Dort wird die Rahmenhandlung gesetzt: Die eigene Seele wurde zur ewigen Verdammnis verurteilt und schließt sich einer Rebellion gegen dieses Urteil an. Die Figur Beatrice führt durch die ersten Schritte, erklärt Missionen und verweist auf den Weg zur sogenannten Krone der Unsterblichkeit. Das ist erzählerisch nicht überladen, aber ausreichend, um dem Roguelike-Kreislauf einen klaren Rahmen zu geben.

Wichtiger als die Story ist im Einstieg aber die Struktur des Hubs. Dort befinden sich Trainingsstationen, Waffenbereiche, kosmetische Anpassungen, ein Kompendium, Fortschrittsaufgaben und der Zugang zu den eigentlichen Runs. Gerade für neue Spieler ist das sinnvoll, weil 33 Immortals auf den ersten Blick nach deutlich mehr aussieht, als es im Moment erklären kann. Der Hub nimmt Tempo heraus, bevor das Spiel im Run wieder stark beschleunigt.

Die Trainingsbereiche sind dabei mehr als ein optionales Tutorial. Sie erklären Kampf, Überleben, Wiederbelebung, kooperative Fähigkeiten, spätere Ziele und Bossmechaniken. Gleichzeitig gibt es Belohnungen, etwa Ressourcen für Verbesserungen. Das ist sauber gelöst, weil der Einstieg nicht nur Wissen vermittelt, sondern direkt Progression auslöst. Wer das Tutorial macht, versteht nicht nur mehr, sondern startet auch mit einem greifbaren Vorteil.

Die Klassen funktionieren über Waffen und Rollen

33 Immortals arbeitet nicht mit klassischen Charakterklassen im engen Sinn, sondern stark über Waffen und Rollen. Im Material sind unter anderem Schwert, Bogen, Dolche und Stab zu sehen. Dahinter stecken erkennbare Spielweisen: tankiger Nahkampf, Distanzangriffe, schnelle Treffer und eher magisch geprägte Unterstützung oder Spezialangriffe.

Der Bogen spielt sich beispielsweise mit aufgeladenen Schüssen und Distanzkontrolle. Man kann Gegner früh anvisieren, Schaden vorbereiten und aus der Bewegung heraus agieren. Das passt gut zu Spielern, die in großen Koop-Gefechten lieber Übersicht behalten, statt mitten im Gegnerpulk zu stehen. Nahkampfwaffen wirken direkter, riskanter und stärker auf Positionierung ausgelegt. Der Stab dürfte eher für Spieler interessant sein, die Effekte, Spezialfähigkeiten und kooperative Synergien nutzen wollen.

Spannend ist, dass 33 Immortals seine Waffen nicht nur als Schadenswerkzeuge behandelt. Sie sind Teil des langfristigen Fortschritts. Ressourcen können in Verbesserungen fließen, neue Optionen werden über erfüllte Aufgaben freigeschaltet, und im Lauf der Zeit entsteht ein persönlicher Build. Genau hier setzt das Roguelike-Prinzip an: Jeder Run ist temporär, aber nicht alles geht nach dem Tod verloren.

Staub, Schreine und Knochen machen Runs lesbar

Innerhalb eines Runs sammeln Spieler Staub, der in einem eigenen Behälter landet. Ist dieser gefüllt, kann man an einem Staubschrein Verbesserungen wählen. Im Material sind dabei Angriff, Vitalität und Kooperation zu sehen. Das ist eine gute Dreiteilung, weil sie die wichtigsten Fragen eines Runs bündelt: Will man mehr Schaden verursachen, länger überleben oder stärker von gemeinsamen Aktionen profitieren?

Diese Upgrades gelten für den jeweiligen Run und geben den Partien ihren kurzfristigen Verlauf. Wer früh viel Staub sammelt und sinnvoll investiert, wird im Run spürbar stabiler. Gleichzeitig bleibt der Druck erhalten, weil 33 Immortals die Karte mit Gegnern, Ereignissen, Truhen und Gruppenbewegung füllt. Man will Ressourcen sammeln, darf sich aber nicht zu lange von der Masse trennen.

Knochen spielen ebenfalls eine Rolle. Sie können an bestimmten Stellen eingesetzt werden, etwa um Effekte auszulösen oder Mitspieler zu unterstützen. Besonders wichtig ist das Wiederbeleben gefallener Spieler. In einem 33-Spieler-Spiel ist das kein kleines Komfortsystem, sondern Teil des eigentlichen Designs. Der Run lebt davon, dass die Gruppe handlungsfähig bleibt. Gefallene Spieler sind kein privates Problem, sondern ein Risiko für die gesamte Rebellion.

Bosskämpfe sind das eigentliche Prüfstück

Die Bosskämpfe zeigen am deutlichsten, ob 33 Immortals seine große Spielerzahl kontrollieren kann. Im Training gegen Lucifer wird erklärt, dass Bosse während bestimmter Angriffe Widerstand aufbauen. Dadurch verursachen Spieler zunächst weniger Schaden. Um diesen Widerstand zu senken oder ganz zu entfernen, müssen konkrete Ziele erfüllt werden. Im gezeigten Beispiel sind das Tränen, die zerstört werden müssen.

Das ist wichtig, weil 33 Immortals damit verhindert, dass Bosskämpfe nur aus blindem Dauerfeuer bestehen. Die Gruppe muss Ziele erkennen, Positionen wechseln, Angriffe vermeiden und im richtigen Moment Schaden bündeln. Dazu kommen unvermeidbare oder besonders gefährliche Bossattacken, deren Wirkung davon abhängen kann, wie gut die Gruppe vorher die Mechanik erfüllt hat.

Genau hier liegt ein großer Teil des Reizes. 33 Immortals will nicht nur Masse zeigen, sondern Masse organisieren. Der Bosskampf wird dadurch zu einem Test, ob die vielen einzelnen Spieler tatsächlich als Gruppe funktionieren. Wenn das klappt, entsteht dieser seltene Koop-Moment, in dem ein Spiel mit Fremden trotzdem kurz wie ein eingespieltes Team wirkt.

Die Karte belohnt Zusammenarbeit stärker als Alleingänge

Im normalen Run bewegt man sich über eine große Karte mit Gegnergruppen, Truhen, Fragezeichen-Ereignissen, Schreinen und späteren Hauptzielen. Nach einiger Zeit öffnen sich besondere Bereiche, die im Material als Kammern beschrieben werden. Dort dürfte ein wichtiger Teil der Run-Progression liegen, weil solche Ereignisse meist stärkere Belohnungen, mehr Risiko und klare Gruppenziele verbinden.

Auffällig ist dabei, wie stark 33 Immortals die Spieler über die Karte verteilt und dann wieder zusammenzieht. Am Anfang sucht man andere Spieler, schließt sich Gruppen an und arbeitet sich durch kleinere Kämpfe. Später entsteht mehr Druck, weil zentrale Ziele erscheinen und der Run auf Bosskämpfe zuläuft. Das kann chaotisch wirken, ist aber grundsätzlich sinnvoll: Ein Spiel mit 33 Spielern braucht Phasen, in denen kleinere Gruppen handeln können, und Phasen, in denen die Masse wieder zusammengeführt wird.

Für neue Spieler ist deshalb der wichtigste Tipp simpel: nicht zu weit allein laufen. 33 Immortals erlaubt zwar Solo-Einstieg über Matchmaking, aber das Spiel ist in seiner Mechanik klar auf Zusammenarbeit ausgelegt. Wer früh bei anderen bleibt, lernt schneller, überlebt länger und profitiert stärker von kooperativen Aktionen.

Crossplay ist vorhanden, Cross-Progression bleibt ein Haken

Für ein Spiel dieser Art ist Crossplay fast Pflicht. 33 Immortals lebt von vollen Runs, schneller Spielersuche und einer aktiven Community. Thunder Lotus bestätigt, dass Steam-Spieler mit Spielern auf Epic und Xbox zusammenspielen können. Das ist für die Zukunft des Spiels wichtiger als jede einzelne Plattformmeldung, weil ein 33-Spieler-Roguelike stark davon abhängt, dass Matchmaking nicht unnötig fragmentiert wird.

Weniger angenehm ist die Lage bei Save-Transfers. Wer bereits im Early Access auf Epic oder Xbox gespielt hat und nun zu Steam wechseln will, kann seinen Fortschritt laut Thunder Lotus nicht übertragen. Steam-Demo-Fortschritt bleibt dagegen für die Vollversion auf Steam erhalten. Für neue Spieler ist das egal, für Early-Access-Spieler kann es aber ein echter Dämpfer sein, wenn bereits freigeschaltete Fortschritte, kosmetische Inhalte oder gewohnte Builds an eine Plattform gebunden bleiben.

Für wen lohnt sich 33 Immortals?

33 Immortals richtet sich an Spieler, die schnelle Action, Roguelike-Progression und kooperative Dynamik mögen. Wer bei Roguelikes vor allem präzise Solo-Kontrolle, perfekte Build-Planung und vollständige Übersicht sucht, muss sich an die 33-Spieler-Struktur gewöhnen. Dieses Spiel ist bewusst unruhiger, größer und sozialer. Man wird nicht jede Aktion jedes Mitspielers verstehen. Man wird auch nicht jeden Kampf vollständig kontrollieren. Das gehört zum Konzept.

Stark ist 33 Immortals dort, wo aus vielen einzelnen Aktionen ein gemeinsamer Rhythmus entsteht. Wenn Spieler zusammenbleiben, Ziele erkennen, andere wiederbeleben, Bossmechaniken erfüllen und ihre Fähigkeiten kombinieren, hebt sich das Spiel deutlich von gewöhnlichen Koop-Actiontiteln ab. Schwächer kann es dort wirken, wo zufällige Gruppen auseinanderlaufen, Ziele ignorieren oder neue Spieler ohne Tutorial direkt in die Runs stolpern.

Gerade deshalb lohnt sich der Einstieg über Training, Hub und erste ruhige Runs. 33 Immortals erklärt viel, aber man muss dem Spiel diese Anfangsphase geben. Wer nur blind startet, sieht vor allem Effekte, Gegner und Chaos. Wer die Systeme dahinter versteht, erkennt schneller, warum Staub, Schreine, Gruppenbewegung, Wiederbelebung und Bossziele so wichtig sind.

Fazit: 33 Immortals findet seine Stärke im organisierten Chaos

Mit Version 1.0 ist 33 Immortals an einem Punkt angekommen, an dem das Grundversprechen klar erkennbar ist. Thunder Lotus kombiniert ein Action-Roguelike mit großem Koop-Ansatz, schneller Spielersuche, dauerhafter Progression und Bosskämpfen, die mehr verlangen als bloßes Draufhalten. Der Einstieg über Hub, Training und Aufgaben wirkt sinnvoll, weil das Spiel seine Mechaniken sonst sehr schnell über die Spieler kippen würde.

Die große Frage ist weniger, ob 33 Spieler technisch beeindruckend sind. Das sind sie, aber reine Spielerzahl trägt kein Spiel lange. Entscheidend ist, ob 33 Immortals aus dieser Zahl gute Situationen baut. Nach dem ersten Eindruck gelingt das vor allem dann, wenn die Gruppe zusammenarbeitet und die Systeme greifen. Dann entsteht ein Spielgefühl, das zwischen Roguelike, Raid und Arcade-Koop liegt.

Für Spieler auf Steam und Epic Games Store ist 33 Immortals 1.0 jetzt direkt interessant. Xbox-Spieler sollten den Status der 1.0-Version im Blick behalten, weil der Start dort wegen Zertifizierungsproblemen kurzfristig verschoben wurde. Wer neu einsteigt, sollte die Tutorials nicht überspringen. In 33 Immortals ist das keine lästige Pflichtübung, sondern der Unterschied zwischen „Was passiert hier gerade?“ und „Okay, jetzt verstehe ich, warum dieses Chaos funktioniert.“