In SoulLand: Awakening World von 37games zeigen schon die ersten Minuten zeigen, dass hier kein kleines Nebenbei-RPG gemeint ist. Das Spiel setzt auf eine große Fantasy-Welt, auf schnelle Kämpfe, auf Spirit-Systeme, Charakterentwicklung, Quests und eine Präsentation, die deutlich über dem liegt, was man bei vielen kostenlosen Mobile-RPGs erwartet. Gleichzeitig merkt man aber auch früh, wo die Schwächen liegen: Das Spiel ist groß, technisch nicht ganz leichtgewichtig und aktuell nicht auf Deutsch spielbar.

Gerade für Spieler, die nach einem neuen kostenlosen MMORPG für Android, iOS oder PC suchen, ist SoulLand: Awakening World deshalb interessant. Es wirkt wie ein Spiel, das nicht nur auf kurze tägliche Aufgaben ausgelegt ist, sondern eine richtige Welt aufbauen will. Man startet mit einem eigenen Charakter, erlebt eine geführte Einführung, lernt das Kampfsystem kennen und schaltet nach und nach weitere Systeme frei. Dabei geht es nicht nur um klassische Angriffe, sondern auch um Spirits, Fähigkeiten, Attribute, Summons und unterschiedliche Spielfunktionen, die erst mit höheren Leveln sichtbar werden.

Der Einstieg ist allerdings stark geführt. Wer sofort frei durch eine offene Welt laufen möchte, muss sich erst durch Tutorial, Dialoge und erste Kämpfe arbeiten. Das ist bei vielen Mobile-MMORPGs normal, fällt hier aber besonders auf, weil das Spiel optisch früh Lust auf Erkundung macht. Die Umgebung sieht ordentlich aus, die Animationen sind sauber, die Kämpfe haben Tempo und die ersten Spezialfähigkeiten machen mehr her als simples Auto-Combat-Gekloppe. SoulLand: Awakening World will sichtbar mehr sein als ein kleines Gacha-RPG mit hübscher Oberfläche.

Trotzdem bleibt nach den ersten Minuten eine wichtige Frage offen: Wie sehr ist SoulLand: Awakening World wirklich ein MMORPG? In der Beschreibung wird das Spiel als Open-World-MMORPG eingeordnet. In der frühen Spielphase wirkt es aber eher wie ein stark inszeniertes Online-RPG mit offener werdenden Gebieten. Andere Spieler sind zu Beginn kaum oder gar nicht sichtbar. Das kann sich später ändern, sobald größere Städte, Instanzen oder Online-Funktionen freigeschaltet werden. Für die erste Einschätzung ist aber wichtig: Der Anfang fühlt sich stärker nach Solo-RPG mit Online-Struktur an als nach klassischem Massively-Multiplayer-Erlebnis.

SoulLand: Awakening World startet stark, aber sehr geführt

Nach dem Start lässt SoulLand: Awakening World zunächst den eigenen Hauptcharakter auswählen. Zur Wahl stehen männliche und weibliche Figuren, beide mit auffällig sauberen Animationen. Schon hier macht das Spiel klar, dass Präsentation eine wichtige Rolle spielt. Die Charaktere wirken nicht steif, die Szenen sind ordentlich inszeniert und der erste visuelle Eindruck fällt positiv aus.

Danach geht es direkt in die Einführung. Das Spiel führt durch erste Bewegungen, Angriffe und Kämpfe. Besonders auffällig ist dabei, dass das Kampfsystem nicht völlig träge wirkt. Angriffe, Ausweichbewegungen und Fähigkeiten reagieren ordentlich. Auf dem PC lässt sich mit Maus und Tastatur spielen, wobei die rechte Maustaste zum Ausweichen genutzt wird. Auch Controller-Unterstützung scheint grundsätzlich vorhanden zu sein, allerdings wirkt die Umsetzung in der frühen Phase nicht vollständig sauber, weil die eingeblendeten Tasten nicht zuverlässig auf Controller-Layout umschalten.

Der Einstieg ist dadurch funktional, aber nicht perfekt. Wer am PC spielt, kommt mit Tastatur und Maus schnell zurecht. Wer lieber mit Controller spielt, muss prüfen, ob die Steuerung sauber erkannt wird. Gerade bei einem actionlastigen RPG ist das kein Detail, sondern wichtig für das gesamte Spielgefühl.

Die Kämpfe leben von schnellen Skills und Spirit-Wechseln

Das Kampfsystem von SoulLand: Awakening World ist einer der stärkeren Punkte des Spiels. Schon früh wird klar, dass es nicht nur um normales Angreifen geht. Der Spieler nutzt verschiedene Fähigkeiten, weicht Angriffen aus und kombiniert Nahkampf- und Fernkampfelemente. Im Verlauf der Einführung kommen weitere Kräfte hinzu, wodurch die Kämpfe sichtbar dynamischer werden.

Interessant ist vor allem das Spirit-System. Nach bestimmten Kämpfen können Kräfte beziehungsweise Kreaturen aufgenommen und dem Charakter zugeordnet werden. Diese Spirits erhöhen Werte wie Angriff, Verteidigung und Lebenspunkte. Gleichzeitig verändern sie die Art, wie sich Kämpfe anfühlen. In der frühen Spielphase wird etwa eine Schlange aufgenommen, später kommen weitere Spirit-Kräfte dazu. Dadurch entsteht schnell das Gefühl, dass SoulLand: Awakening World stark auf Sammlung, Ausbau und Kombination dieser Fähigkeiten setzt.

Besonders positiv fällt auf, dass spätere Testkämpfe deutlich spektakulärer wirken als die ersten kleinen Tutorial-Gefechte. Sobald ein Feuerdrachen-Spirit oder vergleichbare Fähigkeiten ins Spiel kommen, sieht man, welches Potenzial im Kampfsystem steckt. Die Effekte sind groß, die Animationen wirken ordentlich und die Kombinationen machen mehr Spaß als erwartet. Für ein kostenloses Spiel ist das ein starker erster Eindruck.

Open World oder doch eher instanziertes RPG?

SoulLand: Awakening World bezeichnet sich als Open-World-MMORPG. Der frühe Spielverlauf zeigt aber zunächst eine stark geführte Struktur. Man folgt Markierungen, spricht mit Figuren, schließt Tutorialkämpfe ab und bewegt sich durch klar begrenzte Gebiete. Eine Karte ist vorhanden, allerdings wirkt sie anfangs eher wie eine regionale Übersicht als wie eine komplett frei erkundbare Welt.

Das muss kein Nachteil sein. Viele MMORPGs öffnen ihre Systeme erst nach einigen Leveln. Auch hier werden neue Regionen offenbar im Verlauf der Story freigeschaltet. Die Karte deutet an, dass es mehrere Gebiete geben wird. Trotzdem sollte man zum Start keine riesige Sandbox erwarten. SoulLand: Awakening World führt den Spieler erst einmal kontrolliert durch seine Mechaniken.

Die entscheidende Frage wird sein, wie frei das Spiel nach dem Tutorial wirklich wird. Wenn spätere Gebiete mehr Erkundung, andere Spieler, Events und Gruppeninhalte bieten, kann das MMO-Versprechen aufgehen. Wenn die Welt dagegen hauptsächlich aus geführten Questlinien und Solo-Kämpfen besteht, wäre die Bezeichnung MMORPG etwas großzügig.

Die Grafik ist schön, aber das Spiel ist kein Leichtgewicht

Optisch macht SoulLand: Awakening World einen guten Eindruck. Die Charaktermodelle, Spezialeffekte und Umgebungen wirken aufwendig genug, um sich klar von einfachen Mobile-RPGs abzusetzen. Besonders auf dem PC sieht das Spiel ansprechend aus, wenn die Grafikeinstellungen hoch gesetzt werden. Die Welt ist farbig, fantasytypisch und sauber gestaltet.

Der Preis dafür ist allerdings der Speicherbedarf. Die PC-Version liegt offenbar bei mehr als 10 GB. Für ein kostenloses RPG ist das nicht ungewöhnlich, aber für Mobile-Spieler trotzdem relevant. Auf Smartphones kann ein solches Spiel schnell viel Speicher belegen, besonders wenn zusätzliche Daten nachgeladen werden. Wer wenig freien Speicher hat, sollte vor der Installation genau prüfen, wie groß SoulLand: Awakening World nach vollständigem Download tatsächlich wird.

Auch die Performance ist ein Thema. Auf hohen Einstellungen läuft das Spiel zwar grundsätzlich gut, kann aber kleine Ruckler oder Framedrops zeigen. In den Einstellungen lassen sich Grafikqualität und Framerate anpassen. 60 FPS sind möglich, höhere Werte scheinen zumindest in der getesteten Konfiguration nicht im Mittelpunkt zu stehen. Positiv ist, dass mittlere Einstellungen immer noch ordentlich aussehen. Wer stabile Performance bevorzugt, kann also reduzieren, ohne dass das Spiel sofort unansehnlich wird.

Kein Deutsch: Der größte Haken für viele Spieler

Der klare Nachteil für deutsche Spieler ist die Sprache. SoulLand: Awakening World bietet aktuell keine deutsche Lokalisierung. Das ist bei einem storylastigen RPG problematisch, weil viele Dialoge, Erklärungen und Systemtexte auf Englisch oder in anderen Sprachen erscheinen. Wer nur kämpfen und Systeme freischalten möchte, kann sich wahrscheinlich trotzdem durchklicken. Wer die Geschichte verstehen will, hat es schwerer.

Gerade bei einem Spiel mit vielen Menüs, Spirits, Attributen, Summons, Quests und Unlock-Systemen ist Sprache nicht nebensächlich. Fehlende deutsche Texte können dazu führen, dass Spieler wichtige Mechaniken übersehen oder Entscheidungen treffen, ohne die Details zu verstehen. Für erfahrene MMORPG-Spieler ist das verkraftbar. Für Gelegenheitsspieler kann es ein echter Einstiegskiller sein.

Falls die Entwickler später Deutsch nachreichen, würde SoulLand: Awakening World in Deutschland deutlich zugänglicher werden. Bis dahin bleibt das Spiel vor allem für Spieler interessant, die mit englischen Menüs und fremdsprachigen Dialogen leben können.

Fortschritt, Level-System und freischaltbare Inhalte

SoulLand: Awakening World arbeitet mit einem klassischen Progressionssystem. Der Charakter steigt im Level, sammelt Erfahrung, verbessert Spirits und schaltet nach und nach neue Funktionen frei. Bereits früh sind Hinweise auf spätere Systeme sichtbar. Ab Level 17 wird offenbar ein Summon-Feature freigeschaltet. Weitere Inhalte folgen auf höheren Leveln, darunter zusätzliche Quests, Battle-Systeme und spezielle Herausforderungen.

Das ist typisch für moderne Mobile-MMORPGs. Statt alle Systeme sofort zu öffnen, führt das Spiel den Spieler schrittweise in neue Funktionen ein. Einerseits verhindert das Überforderung. Andererseits kann es anfangs etwas zäh wirken, weil man nicht frei entscheiden kann, was man tun möchte. Viele Menüs und Features sind zunächst gesperrt.

Interessant ist auch ein Titelsystem. Der Charakter kann offenbar Titel erhalten beziehungsweise verbessern. Solche Systeme dienen oft nicht nur der Optik, sondern bringen später kleine Boni oder Fortschrittsziele. Wie wichtig das in SoulLand: Awakening World langfristig wird, lässt sich nach dem Einstieg noch nicht endgültig beurteilen.

Für wen lohnt sich SoulLand: Awakening World?

SoulLand: Awakening World lohnt sich vor allem für Spieler, die ein kostenloses Fantasy-RPG mit schöner Präsentation, actionreichen Kämpfen und vielen Fortschrittssystemen suchen. Wer Spiele mag, in denen man Charaktere verbessert, Spirits sammelt, Fähigkeiten freischaltet und regelmäßig neue Funktionen bekommt, dürfte schnell verstehen, was der Reiz ist.

Weniger geeignet ist das Spiel für alle, die sofort eine völlig freie Open World erwarten. Der Anfang ist geführt, dialoglastig und stark auf Tutorial-Struktur ausgelegt. Auch wer unbedingt deutsche Texte braucht, sollte aktuell vorsichtig sein. Ohne deutsche Lokalisierung kann der Einstieg unnötig sperrig werden.

Technisch sollte man außerdem genug Speicher und ein halbwegs leistungsfähiges Gerät mitbringen. SoulLand: Awakening World ist kein winziges Nebenbei-Spiel. Es will groß wirken und benötigt entsprechend Platz und Leistung. Auf schwächeren Smartphones könnten Grafik und Performance stärker zum Thema werden.

Erste Einschätzung: Viel Potenzial, aber noch mit Fragezeichen

SoulLand: Awakening World hinterlässt nach den ersten Spielminuten einen positiven, aber nicht uneingeschränkt klaren Eindruck. Die Grafik ist stark, die Kämpfe machen Spaß und das Spirit-System wirkt interessant. Besonders die später sichtbaren Fähigkeiten zeigen, dass das Spiel im Kampf mehr bieten kann als einfache Standardangriffe. Auch die Mischung aus Charakterentwicklung, offenen Gebieten und freischaltbaren Systemen passt grundsätzlich gut zu einem modernen Mobile-MMORPG.

Gleichzeitig gibt es offene Punkte. Die fehlende deutsche Sprache ist für den deutschen Markt ein echter Nachteil. Die frühe Spielphase wirkt stärker geführt als wirklich offen. Und ob SoulLand: Awakening World später tatsächlich als MMO überzeugt, hängt davon ab, wie stark andere Spieler, Gruppeninhalte und Online-Events eingebunden sind.

Wer mit diesen Einschränkungen leben kann, sollte SoulLand: Awakening World im Blick behalten. Das Spiel ist kostenlos, auf PC und Mobilgeräten verfügbar und bietet schon zum Start genug Qualität, um neugierig zu machen. Der beste Eindruck entsteht aber nicht durch die ersten Dialoge, sondern durch die Kämpfe. Sobald die Spirits stärker werden und neue Fähigkeiten ins Spiel kommen, zeigt SoulLand: Awakening World, warum es für Fans von Anime-Fantasy, Open-World-RPGs und Mobile-MMORPGs interessant sein kann.