33 Immortals vom Spiritfarer-Entwickler ist, als wenn ihr Hades mit 32 anderen gleichzeitig spielt – und ich finde, das solltet ihr euch mal anschauen!
Heute startet 33 Immortals in seinen Early Access im Epic Game Store und im Game Pass als Game Preview. Es ist wohl keine Untertreibung, wenn man sagt, dass es wohl das unwahrscheinlichste Spiel ist, das man von Thunder Lotus nach seinem brillanten Spiritfarer erwarten konnte: Ein Koop-Hack-and-Slash für 33 Spielerinnen und Spieler, das dem Thema Sterblichkeit trotzig mit Roguelike-Elementen ins Gesicht spuckt, ist jedenfalls nicht, was ich nach Stellas gefühlvoller Reise durchs Jenseits auf dem Zettel hatte.
Übers Wochenende konnte ich in 33 Immortals schon mal reinlunzen und muss sagen, dass mir das von Dante’s Inferno inspirierte Action-Raid gut gefällt. Von einem Hub aus, an dem ihr die permanenten Upgrades für eure verlorene Seele verwaltet und eine Art Waffe und damit euer Moveset auswählt, startet ihr in eine große, offene Instanz. Hier wuseln dann auch 32 andere herum, mit denen man sich spontan und fließend zu Raid-Partys zusammenfindet und mit hoher Mobilität und wundervoll handgezeichneten Effekten mit prozedural generierten Mobs prügelt.
Gemeinsam stark
Hier und da öffnen sich sogenannte Folterkammern, in die immer sechs Spieler passen und in denen ihr es mit besonders riesigen und mächtigen Varianten von Feinden zu tun bekommt. Dazu Umgebungsgefahren und ein Area-of-Effekt-Gewitter von Dutzenden kleineren Feinden, dem ihr ausweichen müsst, um am Ende weitere Perks für diesen Run, Truhenschlüssel und Teleportsteine freizuschalten. An diversen Altaren steigert ihr gegen gesammelte Feindesasche Angriff, Gesundheit und Koop-Angriffe und häckselt euch so durch, bevor an drei Punkten auf der Karte noch schwierigere Kämpfe beginnen, um die man sich nicht drücken kann. Denn nicht nur brennt dann der komplette Rest der Map, diese finale Konfrontation löst auch die Eintrittskarte zum extragroßen, extraausdauernden Boss.
1 of 12 Caption Attribution Im Hub trefft ihr auf Dante, Charon und Beatrice, die eure Progression und Individualisierung besorgen.Cool ist vor allem, wie das Spiel zur Kooperation anhält. Einer meiner liebsten Perks regt durch einen Heilungsbonus für euch selbst dazu an, gefallene Mitstreiter wiederzubeleben, während eine Reliquie, die man im Raid finden kann, pro Unsterblichem in der Nähe euren Angriff um 5 Prozent steigert. Heilt man sich an einem Altar, was pro Altar nur einmal geht, werden alle umstehenden Spieler ein wenig mitgeheilt. Der Super-Angriff jeder Waffe wird dadurch ausgelöst, dass der oder die Auslösende eine Formation an Glyphen auf den Boden projiziert. Auf der müssen sich Mitspielende einfinden, um etwa einen sengenden, senkrechten Pfeilregen, eine Gegner verlangsamende lila Bodensuppe oder einen schützenden Schild für alle auszulösen. Das erzeugt in den hitzigen, fast Hades-artigen Kämpfen immer wieder neue Hotspots und bringt Bewegung und Richtung in das Gewusel.
Das wird manchmal ganz schön chaotisch, was dennoch nicht davon abhält, sich regelmäßig an einen ganzen Pulk anderer Spielender dranzuhängen, wie sie sich in einer Rebellion gegen Gott im Jenseits zusammentun (hey, auch das klingt auch ein bisschen nach Hades). Zumal das opulente Zeichentrick-Geschehen besonders im wildesten Getümmel wirklich toll aussieht. Dazu ein schwerer Orgel-Score, der die Action-Reise durch Inferno und Fegefeuer angemessen apokalyptisch untermalt. Optisch und akustisch ist das schon ein Genuss und es fällt schwer, nicht direkt die nächste Runde zu starten, wenn man einmal auf die Nase gefallen ist.
Live-Service, aber mit Herz
Die täglichen Quests und die vielen In-Game-Währungen zum Freischalten riechen zwar arg nach Live-Service-Game, was 33 Immortals irgendwo auch ist. Zu kaufen gibt es bislang aber rein kosmetische Dinge und ich denke, dabei wird es bleiben. Vor allem aber inszeniert sich das Spiel in erster Linie als exzellent flutschender Action-Titel aus der Draufsicht. Die unterschiedlichen Waffen machen allesamt Spaß, wenngleich ich mich vor allem mit dem Bogen bestens zurechtfinde. Der hat nämlich die coole Angewohnheit, dass ich zwar nur sechs Pfeile verschießen kann, diese aber beim magischen Zurückrufen auf ihrem Weg zurück zu mir noch einmal denselben Schaden anrichten, was ich regelmäßig taktisch ausnutze. Es macht Spaß, hier auf Flugbahn, Gegnerposition und Timing zu achten, um maximalen Schaden anzurichten. Aber auch die doppelten Dolche und das Breitschwert machen Spaß, obwohl – oder weil – das natürlich eine komplett andere Art zu spielen mit sich bringt.
Anfangs ist es ziemlich hartherzig, dieses 33 Immortals. Nach etwas Warmspielen entwickelt es aber einen beinahe hypnotischen Sog, der mir gut gefiel. Ich bin nicht sicher, ob ich es jemals genauso lieben kann wie Spiritfarer, das mir echt das Herz gebrochen hat. Aber als Übung in griffiger Koop-Action war mir diese bildhübsche jenseitige Rebellion jede Minute wert.
33 Immortals ist im Game Pass enthalten und durchläuft aktuell noch die Game-Preview-Phase, oder “Early Access“ auf gut Deutsch. Im Epic Store schlägt der Titel mit 17,99 Euro zu Buche, was ich für einen fairen Preis halte.









