Xenoblade Chronicles X kehrt auf der Nintendo Switch zurück – in einer technisch überarbeiteten Version, die das Ende der Wii U-Ports einläuten könnte. Das Spiel gilt als eines der beeindruckendsten Werke auf der Wii U und wurde jetzt mit höherer Auflösung, verbesserten Charaktermodellen und flüssigerer Grafik aufgewertet. Die Switch-Version nutzt eine dynamische Auflösung mit bis zu 1080p im Dock und 720p im Handheld-Modus, während Effekte wie Motion Blur erhalten bleiben. Auch Lichtstimmung, LODs und Schattenqualität wurden subtil, aber spürbar verbessert. Digital Foundry hat sich die Neuauflage näher angeschaut.

An den richtigen Stellen verbessert

Ein besonderer Fokus lag demnach auf der Verbesserung der Charakterdarstellungen, die im Original oft kritisiert wurden. Augenform, Hautschattierung und Gesichtsproportionen wurden auf der Switch überarbeitet, was zu ansprechenderen und natürlicher wirkenden Modellen führt – ohne den ursprünglichen Stil zu verlieren. Zusätzlich wurden Interface-Elemente und Kampfsystem leicht angepasst, was das Spiel etwas zugänglicher wirken lässt. Manche kuriose Eigenheiten – etwa die fehlende Kollisionsabfrage bei Fahrzeugen – wurden allerdings so belassen wie im Original, was laut Digital Foundry nostalgisch charmant anmutet.

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Größtenteils präsentiert sich Xenoblade Chronicles X auf der Switch technisch deutlich verbessert, doch es gibt kleine Kritikpunkte: Vorgerenderte Videos wirken auf der Switch ausgewaschen, da der Schwarzwert angehoben wurde. Außerdem bleibt die Bildrate wie beim Original meist bei 30 fps – weitestgehend stabil, aber mit ein paar Problemchen hier und da. Interessanterweise wurde ein versteckter 60 fps-Modus im Code entdeckt, was auf mögliche Nutzung bei der kommenden Switch 2 hindeuten könnte.

Das Spiel läuft nicht nur mit einer höheren Auflösung, sondern weist auch Änderungen bei geometrischen Details, LODs und mehr auf. | Image credit: Digital Foundry

Trotz dieser Limitierungen bleibt die visuelle Qualität den Technik-Experten zufolge erstaunlich hoch – selbst heute, zehn Jahre nach dem Originalrelease. Die Entwickler schafften es damals, mit geschickter Gestaltung und stilvoller Fernsicht eine stimmungsvolle Welt zu erschaffen, die auch in der Entfernung glaubwürdig wirkt. Silhouetten, Lichtstimmung und die clevere Nutzung von Nebel und Himmelssystem tragen zur gelungenen Illusion bei, obwohl etwa Vegetation oder Wasser wenig dynamisch sind.

Die Switch-Version profitiert zudem von praktischen Verbesserungen: Anders als die Wii U-Fassung benötigt sie kein zusätzliches Installationspaket, was die Ladezeiten verkürzt. Auch Surround-Sound wird unterstützt – ein Feature, das auf der Switch leider selten genutzt wird, hier aber voll zur Geltung kommt. Der Soundtrack, der sich stilistisch stark vom Rest der Reihe abhebt, bleibt ein besonderes Highlight.

Die meisterhafte Art und Weise, wie Xenoblade Chronicle X aufgebaut ist, macht es in mancher Hinsicht ansprechender als das relativ neue Halo Infinite, was die Details in der Ferne angeht – und es ist in einigen Aspekten überraschend konkurrenzfähig mit Open-World-Veröffentlichungen für Xbox 360, PS3 und sogar PS4 und Xbox One. | Image credit: Digital Foundry

Insgesamt bezeichnet Digital Foundry Xenoblade Chronicles X auf der Nintendo Switch als ein gelungenes Remaster, das seinem "Definitive Edition"-Anspruch gerecht wird. Wer das Original auf der Wii U verpasst hat, bekomme hier die bislang beste Version des Spiels. Auch wenn nicht alles perfekt sei, lohne sich ein erneuter Ausflug in die faszinierende, postapokalyptische Welt – und mache zugleich Lust auf das, was Monolith Soft womöglich für die nächste Konsolengeneration vorbereitet.