Microsoft hat deutliche Preiserhöhungen von 100 US-Dollar und mehr für seine Xbox Series X/S-Konsolen angekündigt. Als Grund nennt das Unternehmen die steigenden Kosten für Speicher und Laufwerke.

"Letzten Oktober haben wir den Preis der Xbox-Konsolen in den USA um 20 bis 70 US-Dollar erhöht", heißt es in einem Beitrag auf Xbox Wire. "Wir hatten gehofft, dass keine weitere Preiserhöhung nötig sein würde. Deshalb suchten wir in den letzten Monaten gemeinsam mit Zulieferern nach Optionen. Leider sind die Preise für Konsolenspeicher um mehr als das 2,5-Fache gestiegen. Bis Herbst 2027 rechnen wir mit einer weiteren Verdopplung."

Details zu den Preisanpassungen und Produktionsänderungen

Infolgedessen kündigte der Konzern an, dass die 512-GB-Modelle der Xbox ab dem 1. August dieses Jahres 100 US-Dollar mehr kosten. Die 1-TB-Modelle schlagen sogar mit einem Aufschlag von 150 US-Dollar zu Buche. Details zu regionalen Preisanpassungen gab Microsoft bisher nicht bekannt. Gleichzeitig bestätigte das Unternehmen jedoch, das 2-TB-Modell der Xbox in Rente zu schicken.

"Die gesamte Unterhaltungselektronikbranche kämpft mit der aktuellen Bauteilkrise, aber Konsolen trifft es besonders hart", fügte Microsoft hinzu. "Im Gegensatz zu Handys, Computern, Lautsprechern und anderen Geräten werfen Konsolen normalerweise keinen Gewinn ab. Stattdessen liegen die Verkaufspreise meist unter den tatsächlichen Herstellungskosten."

Darüber hinaus hob Microsoft in dem Beitrag einige Initiativen hervor. Diese sollen die Konsole nach der Preiserhöhung wieder "zugänglicher" machen. Dazu gehören eine "Jetzt kaufen, später bezahlen"-Option im hauseigenen Store sowie eine zinsfreie Finanzierung für bis zu zwölf Monate über Amazon. Außerdem verwies der Konzern auf sein Programm für zertifizierte, generalüberholte Konsolen. Gemeinsam mit Handelspartnern arbeite man daran, "gebrauchte Konsolen zu günstigeren Preisen anzubieten".

Branchenweiter Trend und die Ursachen der Bauteilkrise

Die heutige Preiserhöhung der Xbox folgt auf ähnliche Schritte von Nintendo und Sony. Nintendo kündigte erst kürzlich an, den Preis der Switch 2 in Europa ab dem 1. September von 470 Euro auf 500 Euro anzuheben. Sony präsentierte bereits im März ähnlich deutliche Aufschläge für die PlayStation.

Warum ihr aktuell so dramatische Preisanstiege bei der Hardware bemerkt? Ein großer Teil geht auf das aktuelle KI-Wettrüsten zurück. Tech-Giganten – allen voran Microsoft selbst – saugen weiterhin massenhaft RAM auf, um ihre Rechenzentren auszubauen. Vermutlich wird das der gesamten Unterhaltungselektronikbranche noch ordentlich Kopfzerbrechen bereiten.

Die heutigen Neuigkeiten kommen für Microsoft zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Das Unternehmen steht bereits stark in der Kritik, da Berichten zufolge großflächige Entlassungen in den eigenen Studios bevorstehen.