Na, wie viele Spiele liegen bei euch unberührt auf dem Steam-Account herum? Wer noch nie ein Spiel gekauft und es anschließend doch nur ins Regal gestellt hat, der werfe den ersten Stein. Auch ich bin gerade durch meine digitale Bibliothek gegangen, um zu sehen, welche Titel ich wirklich noch nicht einmal angefasst habe. Oft hatte ich zumindest den Anstand, eine halbe Stunde hineinzuschauen, bevor es im Stapel neuer Spiele versinkt, die dann doch wieder interessanter aussehen.

Hamsternde Gamer sind eine wahre Goldgrube - und eine Chance für Indie-Entwickler

Die Auswahl ist riesig und als Mensch, der sich für Games begeistert, möchte man natürlich nichts Tolles verpassen. Fomo, also die "fear of missing out", ist eine fiese Sache und mein hauptsächlicher Grund, warum ich manchmal Spiele kaufe, die ich dann doch nicht oder zumindest nicht lange zocke. Na gut, und mein Job verleitet mich auch immer mal wieder dazu. Die Ausrede "aber für meine Arbeit wäre es auch sinnvoll, das mal zu spielen" klingt einfach viel zu verlockend. Und die Auswahl ist beinahe grenzenlos...

Egal, ob wir mitreden wollen, Angst haben, etwas zu verpassen oder uns wirklich für so viele Spiele interessieren. Wir sammeln und die Spieleberge wachsen. Branchenanalyst Chris Zukowski sieht in diesem "Hamstern" von Games, also unserer privaten Geldverschwendung, eine Chance für die ganz kleinen Entwickler.

In einem Blogbeitrag auf howtomarketagame erklärt er, dass die Spielerbasis von Steam voller Menschen ist, die Spiele kaufen, ohne sie jemals zu spielen. "Man erhält Zugang zu einer Gruppe von betrunkenen Matrosen, die unverantwortlich Geld ausgeben", so sein Vergleich. Diese Tatsache bringe Steam einen großen Vorteil gegenüber anderen Diensten, wie Netflix oder Fortnite. Während für sie die Zeit auf der Plattform eine große Rolle für den finanziellen Erfolg spielt, kann Steam genüsslich die Füße baumeln lassen.

Laut einem von Zukowski zitierten Artikel sollten 2023 durchschnittlich über 50 Prozent der Bibliotheken jedes Nutzers aus ungespielten Titeln bestehen. Besonders für kleine Entwickler sei das ein riesiger Vorteil, da diese ihre Titel mit weniger Risiko auf Steam veröffentlichen können. Sogar kleinere Spiele, wie etwa Peak, die mit ihrem Release zwischen Stellar Blade, Death Stranding 2 und Rematch eine maximal ungünstige Startposition haben, werden, auch dank ihres schmalen Preises, reichlich gekauft. Bei mir ist es aber ausnahmsweise nicht auf dem berühmten Pile of Shame gelandet.