Bithell Games hat mit Vampirium: 1997 ein neues Immersive-Sim-Projekt angekündigt. Das Studio hinter Thomas Was Alone, John Wick Hex und Tron: Catalyst bleibt damit bei ungewöhnlichen Prämissen, nur diesmal mit deutlich mehr Blut im politischen System. Dracula ist König von England. Ihr arbeitet für ihn.

In Vampirium: 1997 spielt ihr einen Assassinen im Dienst von Draculas vampirischem Imperium. Euer Auftrag ist entsprechend schlicht: Ihr dringt in gesicherte Orte ein, erledigt die Feinde des Königs und entscheidet selbst, wie sauber oder chaotisch die Missionen ablaufen. Steam beschreibt das Spiel als Sandbox, in der ihr Wachen ablenken, ausschalten oder zerlegen könnt.

Ein Immersive Sim als taktischer Bauplan

Spielerisch setzt Vampirium: 1997 nicht auf eine klassische Ego-Perspektive, sondern auf eine abstrahierte, taktische Darstellung. Gebäude erscheinen wie Baupläne, Figuren werden über Markierungen dargestellt, Aktionen laufen über Kacheln und kontextabhängige Verben. Wer einen Raum untersucht, kann dort etwa Lichtschalter bedienen, Gegenstände kombinieren, Wachen manipulieren oder andere Wege zum Ziel suchen.

Der Reiz liegt offenbar weniger in spektakulärer Inszenierung als in der Frage, wie viele Möglichkeiten ein übersichtliches System aus wenigen klaren Regeln erzeugen kann. Bithell Games spricht selbst von einem Immersive Sim, der auf die Grundlagen des Genres reduziert ist. Das passt zur bisherigen Arbeit des Studios: Auch John Wick Hex übersetzte Action nicht in Reflexe, sondern in Timing, Planung und handfeste Konsequenzen.

Developed on my Mac, and steamdeck compatible already with hardware specific settings /controls (60fps, natch)

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— Mike Bithell (@mikebithell.bsky.social) 8. Juli 2026 um 17:19

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Die Zeit ist eure wichtigste Ressource

Eine zentrale Rolle spielt die Zeit. Aktionen kosten Zeit, und ihr müsst entscheiden, ob ein riskanter Schritt den Aufwand wert ist. Wer zu lange braucht, setzt sich neuen Gefahren aus. In der Gameplay-Vorführung zu Vampirium: 1997 zeigt Mike Bithell, wie ihr einzelne Aktionen plant, die Uhr voranschiebt und daraus eine Mission zusammensetzt, die je nach Spielweise sehr unterschiedlich verlaufen kann.

Dazu kommen vampirische Fähigkeiten, Erfahrungspunkte und ein verzweigter Fähigkeitenbaum. Ihr könnt eure Figur stärker auf Manipulation, Heimlichkeit oder direkte Gewalt ausrichten. Laut Steam-Beschreibung schaltet ihr nach erfolgreichen Durchläufen neue Aufgaben für einzelne Level frei, entdeckt Geheimnisse und könnt sogar die aufgehende Sonne zu eurem Vorteil nutzen. Für einen Vampir ist das ein präzise kalkulierter Verstoß gegen jede Arbeitsschutzrichtlinie.

Vampirium: 1997 - Gameplay Walkthrough Das Video zeigt das ziemlich eigenwillige Gameplay. Es ist etwas seltsam, aber auf jeden Fall interessant.Auf YouTube ansehen

Vorerst nur Early Access auf Steam

Vampirium: 1997 soll zunächst im Early Access auf Steam erscheinen. Einen konkreten Termin gibt es noch nicht. Bithell Games rechnet damit, dass die Early-Access-Phase etwa zwei Jahre dauern könnte. In dieser Zeit sollen weitere Level, neue Objekte, zusätzliche Fähigkeiten, Optimierungen und Verbesserungen auf Basis von Spielerfeedback folgen.

Die Ankündigung kommt knapp ein Jahr nach einem schwierigen Einschnitt für Bithell Games. Nach Tron: Catalyst musste das Studio den Großteil seiner Vollzeitstellen abbauen, weil kein neues größeres Projekt gesichert werden konnte. Wie groß das Team hinter Vampirium: 1997 aktuell ist, bleibt offen. Das Spiel wirkt aber bewusst kleiner, fokussierter und systemischer als ein lizenzierter Auftragsbrocken.