Ubisoft Umstrukturierung: Erneut 380 Entlassungen und Studioschließungen
Zwei der kleineren Studios von Ubisoft, Ubisoft Winnipeg und Ubisoft Belgrad, werden geschlossen. Insider Gaming brachte die Nachricht als erstes, doch Berichte von Game Developer und VGC haben weitere Einblicke in die weitreichenden Auswirkungen gegeben.
Winnipeg war hauptsächlich ein Support- und Technikstudio, das an Ubisofts hauseigenen Engines Anvil und Snowdrop arbeitete. Belgrad war ein weiterer kleinerer Co-Entwickler, der an verschiedenen Projekten wie Ghost Recon Wildlands, The Crew 2, Skull and Bones und anderen mitwirkte.
Einsparungen treffen auch Rainbow Six Siege
Im Rahmen derselben Entscheidung wird sich Ubisoft Barcelona nun ausschließlich auf die Entwicklung und den Support von Rainbow Six-Projekten konzentrieren. Diese Umstrukturierung wird laut einem Bericht auch das Global Publishing-Team des Unternehmens betreffen.
Die Kürzungen wurden intern bekannt gegeben, wobei einige Mitarbeiter am Mittwoch in einer Besprechung mit der Geschäftsleitung davon erfuhren. Insgesamt wird erwartet, dass durch diese Entscheidung rund 380 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren werden.
Die Kürzungen haben Berichten zufolge auch Ubisoft Montreal getroffen, eines der renommiertesten Studios des Unternehmens. Einem Bericht zufolge sind von den Stellenstreichungen das Entwicklungsteam von Rainbow Six Siege sowie mehrere Mitarbeiter betroffen, die an Rainbow Six Siege Mobile arbeiten.
Dies ist die dritte Entlassungswelle bei Ubisoft in diesem Jahr. Im März entließ der Publisher über 100 Mitarbeiter bei Red Storm Entertainment, dem für Ghost Recon zuständigen Studio. Das Studio hat sich seitdem darauf verlagert, den gesamten Ubisoft-Konzern im Bereich der firmeneigenen Snowdrop-Engine und anderer technischer Aufgaben zu unterstützen. Es entwickelt keine eigenen Spiele mehr.
Ubisoft im Umbruch
Anfang des Jahres schloss das Unternehmen seine Studios in Halifax und Stockholm im Rahmen einer massiven, unternehmensweiten Umstrukturierung, die auch Personalabbau bei Ubisoft Abu Dhabi, Redlynx und sogar Massive Entertainment mit sich brachte.
Ubisoft gab im Oktober letzten Jahres eine Investition von Tencent in Höhe von 1,16 Mrd. Euro bekannt, die zur Gründung einer neuen Tochtergesellschaft, Vantage Studios, führte, die sich laut Ubisoft auf seine größten Franchises konzentrieren soll: Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six.
Seitdem hat Ubisoft im Rahmen einer unternehmensweiten Umstrukturierung eine Kostensenkungsinitiative gestartet, um seine Teams neu zu organisieren und sich auf seine umsatzstärksten Bereiche zu konzentrieren.
Vantage hat eine komplizierte Eigentümerstruktur innerhalb von Ubisoft. Tencent hält einen Anteil von 25 Prozent, doch kreative und leitende Entscheidungen werden von Christophe Derennes und Charlie Guillemot, dem Sohn von Ubisoft-CEO Yves, getroffen. Den Teams bei Vantage wird mehr Eigenverantwortung für ihre Projekte zugeschrieben, was eine Abkehr von Ubisofts langjährigem zentralisiertem Entwicklungsmodell darstellt.









