Split Fiction war schon ziemlich genial. Das fand nicht nur ich (hier der Test), auch viele andere Redakteure und Spieler sind derselben Meinung, was man gut an der Wertung auf Metacritic sehen kann. Ganze 91 Punkte gibt es für den Titel von Hazelight. Studio-Gründer Josef Fares will das alles noch einmal übertreffen. Das nächste Spiel des Entwicklers soll noch besser werden als Split Fiction.

Split Fiction übertreffen: Ein Ziel, um das sich Fares keine Sorgen macht

Gehen wir nur vom Metascore aus, so war Split Fiction bereits ein Fünkchen besser als sein Vorgänger, It Takes Two. Ebenfalls grandioser Koop-Titel, bei dem ich bereits dachte, es geht kaum besser. Split Fiction hat gerade in Sachen Gameplay noch eine gute Schippe obendraufgelegt. Und Fares ist noch lange nicht fertig mit dem Graben nach noch mehr Spielspaß. Wie soll das bitte funktionieren? Und setzt das nicht das gesamte Team unter enormen Leistungsdruck?

In einem Gespräch mit The Game Business sprach Fares über sein Studio und dessen Philosophie. So sagt Fares etwa, dass er überhaupt keinen Druck verspüre. "Ich kenne das Wort 'Druck' gar nicht. Ich bin von allem, was wir tun, extrem überzeugt. Ich kann ohne Weiteres sagen, dass unser nächstes Spiel besser sein wird als Split Fiction."

"Wir sind auf einem guten Weg. Hazelight ist ein sehr angesehenes Studio, zu dem die Leute aufschauen und von dem sie sich inspirieren lassen. Und das Wichtigste ist, weiter so zu machen wie bisher", sagt Fares. Hazelight habe auch keine Angst, Risiken einzugehen. Fares sei wichtig, dass das Team neue, verrückte Dinge ausprobieren könne, ohne Angst davor zu haben, Fehler zu machen, die sich auf das Budget auswirken könnten.

"Wir können Neues ausprobieren. Wenn man sich aufgrund von Risiken und Ängsten einschränkt, ist das nicht gut für das Spiel", so Fares. Natürlich sei er sich auch der Verantwortung gegenüber bewusst. Immerhin brauchen die Mitarbeiter ihren Lohn und die Geldgeber ein Ergebnis.

Einschränkungen gibt es aber nicht nur von außen. Auch im eigenen Kopf können Barrieren entstehen, egal, wie frei und offen die Arbeitsatmosphäre auch gestaltet ist. Wie geht Fares damit um?

"Nun, zuerst drängt man diese Person praktisch ... natürlich auf nette Art und Weise. Man sagt: 'Nicht das', 'Lass uns das machen'. Das haben wir schon gemacht, probieren wir es mal so", erklärt Fares. Irgendwann entwickle die Person dann von ganz allein eine "Scheiß drauf-Mentalität" und erkenne langsam, dass es wirklich keine Grenzen gebe. Menschen hätten so viele Möglichkeiten, wenn sie nicht mit dem Kopf denken, sondern "einfach fühlen" würden.