Nintendo-Fans sind empört über die angekündigten Preis, die das Unternehmen für die neue Konsole etc. verlangt. Dem Frust machten sie auch im gestrigen Treehouse-Stream Luft. Jetzt haben zwei ehemalige PR-Manager Nintendos das Ganze eingeordnet.

Der Treehouse Livestream kennt nur ein Thema

Nintendo-Fans weltweit reagieren auf die Preise, die seitens Nintendo für die Switch 2, die Spiele und das Zubehör aufgerufen werden. Selbst im Treehouse Livestream gab es kaum ein anderes Thema, als die Forderung, die Preise zu senken. Dabei sollte der Stream eigentlich tiefere Einblicke in zum Beispiel Metroid Prime 4, Mario Kart World oder Donkey Kong Bananza.

Dass die Preise einen Aufschrei verursachen werden, war wohl auch Nintendo selbst bewusst, denn diese wurden erst nach der Direct am 2. April veröffentlicht und nicht bereits während der offiziellen Vorstellung der Switch 2.

Während es auch einige wenige gab, die über die tatsächlichen Inhalte des Livestreams sprechen wollten und natürlich auch eine Handvoll Trolle, die nach Preiserhöhungen fragten, dominierten die Nachrichten, die nach einer Preissenkung schrien, deutlich den Chat. Doch Nintendo hat sich bislang noch nicht dazu geäußert.

Einblicke von (Ex)Insidern

Kit Ellis und Krysta Yang, die beide bis 2022 eine leitende Rolle in der US-amerikanischen PR-Abteilung von Nintendo innehatten, nahmen das zum Anlass, auf ihrem YouTube-Kanal über Nintendos mögliche Strategie zu spekulieren. Ihr Kanal dreht sich dabei rund um Videospiele, aber mit Fokus auf Nintendo. Immer wieder gibt es auch Videos, in denen sie, dank ihrer Erfahrung bei Nintendo und Insiderwissen, Einblicke in mögliche Strategien und Überlegungen von Nintendo geben können.

In diesem Fall meint Yang: “Ich glaube, dass [Nintendo] ein bisschen überrascht ist, wie heftig diese Reaktion ist. Nun, ich denke, sie wussten sehr wohl, dass dies ein Streitpunkt sein würde. Das ist nicht völlig überraschend, denn sie haben es nicht ohne Grund aus der Direct herausgenommen.”

“Ich vermute, dass die Strategie für [den 3. April] war, wir haben Treehouse live und das wird den Leuten einen tieferen Blick und ein tieferes Verständnis für dieses Spiel geben”, ergänzt Ellis. “Also lasst uns nichts überstürzen, bis das geschehen ist, aber jetzt haben sie ‘bam, direkt ins Gesicht’ bekommen [...].”

Auch meint Ellis, dass das Ganze sehr peinlich für Nintendo und schwer zu handhaben ist für die Leute im Livestream. Zwar müsse früher oder später ein Statement kommen, doch Nintendo sei auch aus der Übung, da seit acht Jahren keine wirkliche Krisenkommunikation nötig gewesen sei, so Yang. Bei der Menge an Gegenwind wird eine Erklärung wohl erst noch vom Präsidenten des Unternehmen, Shuntaro Furukawa, abgesegnet werden müssen und das sei ein langer Weg, mutmaßen die beiden.

Bis zu einer Erklärung seitens Nintendo wird es also noch eine Weile dauern. Glaubt ihr, der Aufschrei wird berücksichtigt oder spielt der Preis am Ende gar keine so große Rolle?