Entlassungsdrama rund um Subnautica 2: Jetzt leiten die entlassenen Entwickler rechtliche Schritte gegen Krafton ein
Das Drama rund um Unknown Worlds' Subnautica 2 erreicht eine neue Eskalationsstufe.
Nachdem Publisher Krafton mehrere Führungskräfte des Studios ausgetauscht hat, wollen diese jetzt rechtliche Schritte einleiten.
Hin und her
Damit reagieren die betroffenen Entwickler auf eine Stellungnahme von Krafton, in der es es hieß, dass dieses das Projekt "aufgegeben" hätten.
Anschließend wurde die Veröffentlichung der Early-Access-Version auf 2026 verschoben. Inmitten dessen gab es Berichte darüber, dass Krafton das getan hat, um keinen Bonus von 250 Millionen Dollar an das Team zahlen zu müssen.
Fans sind darüber ebenfalls nicht glücklich und hatten als Reaktion darauf bereits ein Review-Bombing vorbereitet.
Alles in allem eine ziemliche Schlammschlacht, wobei Krafton zuletzt gegenüber Bloomberg angab, dass die Entscheidung "nicht durch vertragliche oder finanzielle Erwägungen beeinflusst" worden sei. Vielmehr wolle man das Spiel nach dem erhaltenen Feedback verbessern.
Damit widersprach man jedoch einer früheren Aussage von Studiogründer Charlie Cleveland, der angegeben hatte, dass Subnautica 2 "bereit für den Early Access sei".
Vorwürfe von Krafton
Doch Krafton beließ es nicht dabei, denn zunächst veröffentlichte das Unternehmen einen neuen Gameplay-Trailer, vermutlich um die wachsende Unzufriedenheit der Community zu beschwichtigen. Über Nacht veröffentlichte man dann eine weitere, deutlich weniger diplomatische Stellungnahme, in der Cleveland und Co. direkt beschuldigt wurden, "ihre Verantwortung vernachlässigt" zu haben.
"Subnautica 2 war ursprünglich für den Early Access Anfang 2024 geplant", schrieb das Unternehmen. "Der Zeitplan hat sich jedoch seitdem erheblich verzögert. Krafton forderte Charlie und Max mehrfach auf, ihre Rollen als Game Director bzw. Technical Director wieder einzunehmen, doch beide lehnten ab. Insbesondere nach dem Misserfolg von Moonbreaker bat Krafton Charlie, sich der Entwicklung von Subnautica 2 zu widmen. Anstatt jedoch an der Spielentwicklung mitzuwirken, konzentrierte er sich lieber auf ein persönliches Filmprojekt."
All dies, habe laut Krafton zu "wiederholter Verwirrung hinsichtlich der Ausrichtung und erheblichen Verzögerungen im gesamten Projektzeitplan" geführt. Das Ergebnis sei Early-Access-Version gewesen, die "in Bezug auf den Inhalt zu kurz" gekommen sei. Krafton fügte hinzu, man sei "zutiefst enttäuscht vom Verhalten der ehemaligen Führung" und warf ihr vor, "das Vertrauen unserer Fans nicht zu rechtfertigen".
Außerdem behauptete man, dass dass 90 Prozent der in Bloombergs früherem Bericht erwähnten 250 Millionen Dollar an Cleveland, Special Projects Director Max McGuire und Chief Executive Officer Ted Gill gegangen wären.
Jetzt wird geklagt
Auf Kraftons Behauptungen reagiert man jetzt jedenfalls mit rechtlichen Schritten, wie Cleveland auf Reddit schreibt. Die aktuelle Situation beschreibt er zugleich als "explosive und surreale Zeit für das Subnautica-Team und die Community". Außerdem fügte er hinzu: "tief in unseren Seelen wissen wir, dass das Spiel für den Early Access bereit ist."
"Wir haben jetzt Klage gegen Krafton eingereicht", fuhr Cleveland fort. "Die Details sollten irgendwann (zumindest größtenteils) öffentlich werden – ihr alle habt ein Recht auf die ganze Geschichte. Ein Multimilliarden-Dollar-Unternehmen auf schmerzhafte, öffentliche und möglicherweise langwierige Weise zu verklagen, stand definitiv nicht auf meiner Wunschliste. Aber das muss wieder gutgemacht werden. Subnautica war mein Lebenswerk, und ich würde es und das großartige Team, das sein Herzblut hineingesteckt hat, niemals freiwillig aufgeben."
"Was den Earnout angeht, ist die Vorstellung, dass Max, Ted und ich alles für uns behalten wollten, völlig falsch. Ich bin in dieser Branche, weil ich sie liebe, nicht wegen des Reichtums. In der Vergangenheit haben wir unsere Gewinne immer mit dem Team geteilt und das auch beim Verkauf des Studios getan. Ihr könnt euch verdammt sicher sein, dass wir auch mit dem Earnout/Bonus weitermachen werden. Ihr verdient es für all eure unglaubliche Arbeit, dieses großartige Spiel in eure Hände zu bekommen."
Inwiefern die Klage womöglich auch Einfluss auf den Early-Access-Release von Subnautica 2 haben könnte, bleibt abzuwarten.









