Street Fighter 6 auf der Switch 2 im Test - 60 felsenfeste Frames, wo es drauf ankommt!
Street Fighter 6 ist sicher eine der Bewährungsproben für die Switch 2 und ich war überrascht, dass Capcom gleich zum Launch mit seinem aktuellen Vorzeige-Prügler um die Ecke kommt. Nachdem 4 und 5 sich über die Switch-Jahre nicht haben blicken lassen… Wenn ich so drüber nachdenke... Das letzte Street Fighter auf einer Nintendo-Konsole war Super Street Fighter II 1993!
Okay, bis 2000 gab es noch traurige Ports der EX und Alphas für den Game Boy, aber das zählt genauso sehr wie Ultra Street Fighter II Turbo 2017, was definitiv kein neues Spiel war, sondern immer noch Street Fighter II (in sehr, sehr gut). Also ja, da können wir mal die 18 Monate seit dem Erscheinungstag von Street Fighter 6 auf den anderen Plattformen großzügig außen vorlassen, willkommen zum ersten aktuellen, nicht Retro-Collection Street Fighter auf Nintendo seit über 30 Jahren!
Oh. Was ist das denn… Street Fighter IV 3D erschien für den 3DS im Jahr 2011? Das ruiniert mir jetzt meine Einleitung!!
Okay, fein, weiter im Text, Street Fighter 6 auf Switch 2, whatever. 1:1-Port der großen Konsolen, ist klasse, 4 Sterne, Haken hinter, das 3DS hat meinen Abend ruiniert…
Guile vs. Chun Li, da fühlt man sich ja wie 1992. (Street Fighter 6 Switch 2 Test)Nun, es ist ein neuer Morgen. Die Vögel, die beim nächtlichen Sturm nicht weggeweht wurden, zwitschern. Die Sonne scheint nicht und Street Fighter 6 läuft auf der Switch 2 mit butterweichen 60 Frames und das sieht so gut aus, dass da für mich trotzdem die Sonne aufgeht. Die wichtigste Bewährungsprobe für das Spiel war, dass der eigentliche Versus-Kampfmodus rund, mit 60 Frames und mit einem soliden Netcode für flüssige Matches läuft. Diese Pflicht liefert Street Fighter 6 mit Bravour ab. Gut so, denn sonst hätte ich nicht weitertippen müssen. Außer der Zeile vielleicht, die euch zur Marvel vs. Capcom Collection schickt.
Aber, die Hürde ist genommen und nicht nur läuft der Fighting Ground Modus smooth, er steuert sich auch gut. Sicher, die Joy Cons sind kein Pro-Controller, das wird schnell klar und so richtig präzise sind sie eben nicht. Es fehlt auch nach wie vor das echte Steuerkreuz, die vier Tasten sind kein Ersatz. Aber trotzdem, solo, einfach ein wenig durch den Arcade-Modus prügeln oder in nicht gerankten Matches ein wenig Spaß haben, kein Problem. Die Switch-2-Version hat sogar einen eigenen Steuerungs-Modus, wenn zwei Spieler mit jeweils einem Joy-Con spielen wollen. Die Steuerung wird dann deutlich in der Komplexität zurückgefahren, aber im Grunde klappt es ganz gut, zumal beide Seiten mit den gleichen Einschränkungen spielen müssen.
Am Ende aber trotzdem: Ein Pro-Controller oder später, wenn verfügbar, ein Fight-Pad, das ist genauso Pflicht, wie es immer war. Dann jedoch steht der klassische Versus-Modus dem auf den großen Konsolen in nichts nach und Cross-Play ist auch angeboten. Ihr könnt aber auch die Gegner auf Switch-2-Eigner beschränken, was ihr tun solltet, wenn ihr mit Joy-Cons spielt.
Ist noch nicht so viel los im Battle Hub, aber ich hoffe da tut sich was, wenn alle fürs erste mit Mario Kart fertig sind. (Street Fighter 6 Switch 2 Test)An Modi gibt es genauso wenig Mangel wie an Kämpfern. Startete man vor anderthalb Jahren noch mit 18 Kämpfern, ist die Zahl nun auf 26 angewachsen. Es ist ein gelungener Mix aus Klassikern, die in Würde gealtert sind, und Neuzugängen. Viel zum Erkunden und lernen. Dazu stehen euch neben der Mini-Arcade-Story für jeden Charakter mit ein paar Bildern ein Trainings-Modus, Challenges, Team Battles, lokale Wireless Matches und natürlich die Online-Matches zur Verfügung. Alles, was früher für ein ganzes Street Fighter ausreichte.
Nachdem aber Teil 5 zum Start so mager ausgefallen war, ging man bei Teil 6 in die Vollen und bastelte an zwei weiteren Modi. Der Erste ist der Battle Hub. Hier wandert ihr mit eurem Avatar in einer Art Super-Arcade herum, könnt mit anderen Spielern chatten und vor allem natürlich kämpfen. Dazu setzt ihr euch zusammen an einen der Arcade-Automaten, jeder auf seine Seite und legt los. Es gibt jede Menge Optionen, es ist alles sehr niedlich gemacht und aktuell noch etwas leer, da ich hier noch keine Möglichkeit für Cross-Play gefunden habe. Scheinbar spielen alle noch Mario Kart, nicht weiter überraschend. Umso netter ist dann die Kameradschaft, wenn man jemanden gefunden hat. Man bleibt etwas länger, spielt mehr Runden und ich hatte sogar das Glück, an Leute zu kommen, die mir demonstrativ Dinge beibringen wollten, das sogar non-verbal. Hab ein paar nette Counter gelernt, danke, unbekannter Held.
Der große neue Modus ist aber die World Tour. Hier erstellt ihr recht aufwendig und vergleichbar mit MMOs euren Avatar, den ihr auch im Battle Hub seht. Mit diesem Helden geht es dann in einer Art offene Welt, in der zig NPCs herumlaufen und die sich alle zu Kämpfen herausfordern lassen. Es gibt Level, Kampfstile, die ihr im Rahmen einer recht umfangreichen Story von den SF-Helden einsammelt, Moves zum Freischalten, Klamotten zu kaufen und einiges mehr. Es ist eine witzige Ergänzung zum eher ernsten Universum der klassischen Versus-Matches und könnte das Highlight sein.
Das harte Leben echter Street Fighter: Alte Omas in Chi-Town vermöbeln, während Chun Li zuguckt und sich fragt, wie sie hier landen konnte. (Street Fighter 6 Switch 2 Test)Ist die World Tour auch, aber nur mit Einschränkungen. Sie lief schon auf den großen Konsolen eher so lala und das obwohl sie grafisch wie ein verlorenes PS4-Spiel daherkam. Das hat sich bis heute nicht geändert. Auf der Switch 2 ist es der Modus, der auf 30 Frames runtergeht und manchmal zumindest gefühlt auch die verpasst. Zum Glück nicht in den Kämpfen, aber für eine so hässliche Stadt läuft das Ganze schon etwas unwürdig. Wenn man sieht, wie ein Cyberpunk auf der kleinen Konsole läuft, dann ist das hier schon ein klares Eingeständnis seitens Capcoms, dass da noch Arbeit vor ihnen liegt. Nicht nur das, wie auch schon damals ist es nach wie vor meistens so, dass ihr hirnlose NPC-Dummies vermöbelt und nur wenige Boss-Kämpfe ein wenig herausstechen. Das macht den Grind nicht unterhaltsamer. Damit ist die World Tour ein ganz netter Solo-Fun-Modus, der einen SF mal etwas anderes erleben lässt, es bleibt aber viel Potenzial auf diesen hässlichen Straßen liegen.
Extra-Content jenseits des Switch-2-Joy-Con-Modus habe ich jetzt nicht ausmachen können, aber das war weder zu erwarten noch wirklich nötig. Ihr bekommt das Hauptspiel mit allen Ergänzungen wie neuen Kämpfern, die in den ersten beiden Jahren dazukamen. Das ist über die drei großen Modi verteilt eine Menge an Content, mit dem euch nicht zu schnell langweilig werden sollte.
Also ja, Street Fighter 6 steht auf dem Switch 2 seinen großen Konsolen-Verwandten nichts nach. Im Modus, auf den es ankommt, Versus, würde ich sagen, es ist bestenfalls für Super-Pros auszumachen, was die feinen Unterschiede in den Timings sind. Spielt mit einem Pro-Controller und es ist für mich schlicht identisch in 60 felsenfesten Frames und schönen Farben. Die World Tour hinkt diesem hohen Ideal auch auf der Switch 2 hinterher, was sicher schade ist, aber auch nicht weiter überrascht. Spaßig genug ist das Ganze als Solo-Story-Mode allemal. Also ja, kurze Rede, langer Test, verdammt sei Street Fighter IV 3D und gleiches Fazit wie vor 18 Monaten: Street Fighter 6 ist ein toller Prügler, den Einsteiger angehen können, ohne zu sehr gefrustet zu sein und Pros genug Spieltiefe finden, um sich auszutoben.
Street Fighter 6 Switch 2 PROCONTRA- Kampf-Engine nach wie vor ausgezeichnet und dezent verfeinert
- Vs.-Modus und Battle Hub laufen mit butterweichen 60 Frames
- Auf 26 gewachsene Zahl an Kämpfern
- Gute Steuerungsvarianten und Tutorials für Einsteiger, inklusive eines Vs.-Modus für zwei Joy-Con
- Der World-Tour-Modus ist nach wie vor sehr umfangreich und eine theoretisch gute Idee...
- ...Leider ist es immer noch meist ein inhaltlich wie spielerisch öder Grind durch billige Gegner
- Technisch zweigeteilt: Das eigentliche Street Fighter sieht ausgezeichnet aus, der World-Tour-Modus erinnert eher an frühe PS4-Tage und läuft dann auch noch in 30 Frames.









