Stop Killing Games erhält Unterstützung aus Brasilien: Neuer Gesetzesentwurf soll Spiele schützen
Stop Killing Games bekommt überraschend neue Unterstützung aus Brasilien: Eine brasilianische Politikerin hat einen Gesetzesentwurf eingebracht, der den Schutz von Verbrauchern bei digitalen Videospielen stärken soll. Die Initiative orientiert sich an der Bewegung, die nach der Abschaltung des Online-Rennspiels The Crew durch Ubisoft im Jahr 2024 weltweit Aufmerksamkeit erhielt.
Neuer Gesetzesentwurf inspiriert an Stop Killing Games
Die brasilianische Abgeordnete Jandira Feghali bringt einen konkreten Vorstoß auf den Weg, Videospiele zu erhalten. Sie kündigte über Twitter an: „Inspiriert von der Bewegung ‚Stop Killing Games‘ habe ich soeben den Gesetzentwurf PL 3612/2026 eingereicht.“ Mit diesem Gesetzesentwurf möchte sie neue Regeln für den Umgang mit Videospielen schaffen, deren wichtige Online-Dienste eingestellt werden.
PELO DIREITO DOS GAMERS!
Inspirado no movimento "Stop Killing Games", acabei de protocolar o PL 3612/2026. Milhões de pessoas no mundo se mobilizaram para lutar pelo direito de continuar jogando os jogos que compraram e conviver com a comunidade que construíram.
Agora, eu e o… pic.twitter.com/ewiUZy3KKV
Der Vorschlag stützt sich auf bestehende brasilianische Regelungen, darunter den Verbraucherschutzkodex sowie den rechtlichen Rahmen für die Videospielindustrie. Ziel ist es, eine Verpflichtung für Anbieter im Falle der Einstellung von Diensten, die für den Betrieb digitaler Spiele unerlässlich sind, einzuführen. Anbieter könnten dadurch verpflichtet werden, Lösungen bereitzustellen, damit Spiele trotz einer geplanten Server-Abschaltung weiterhin funktionieren können.
Noch ist allerdings offen, ob der Entwurf tatsächlich Gesetz wird. Die Einreichung eines Gesetzesvorschlags ist lediglich der erste Schritt im politischen Prozess. Sollte die Regelung verabschiedet werden, könnten Publisher in Brasilien gezwungen sein, Alternativen anzubieten – beispielsweise Möglichkeiten, Spiele weiterhin nutzbar zu machen, wenn die offiziellen Server nicht mehr betrieben werden.
Unternehmen sollen mehr Freiheiten zulassen
Viele Spieler fordern seit Jahren, dass Unternehmen zumindest Werkzeuge bereitstellen, mit denen Communities ältere Multiplayer-Spiele selbst weiterführen können. Gerade bei Titeln, deren Betriebskosten höher sind als die Einnahmen, sehen Fans darin eine faire Lösung.
Brasilien ist damit nicht das einzige Land, in dem Politiker den Umgang der Spieleindustrie mit digitalen Produkten hinterfragen. Bereits zuvor äußerte sich die Abgeordnete Erika Hilton kritisch zu Sonys angekündigter Einstellung neuer Disc-Veröffentlichungen ab 2028. Während Feghalis Vorstoß vor allem digitale Spiele und Server-Abschaltungen betrifft, konzentrierte sich Hilton stärker auf den Erhalt physischer Medien.
Für Befürworter der Spielebewahrung kommt die Initiative zu einem schwierigen Zeitpunkt. Nachdem die Stop Killing Games-Bewegung Rückschläge hinnehmen musste und die Europäische Union im Juni 2026 keine neuen Gesetze in diesem Bereich vorantreiben wollte, sorgt der brasilianische Vorstoß nun erneut für Hoffnung. Zeitgleich konnte sich ein brasilianischer Spieler in einem Gerichtsverfahren gegen Microsoft durchsetzen, nachdem sein Account zuvor ungerechtfertigt gesperrt worden war und er seine komplette Spielebibliothek erneut hätte erwerben müssen.
Was ist Stop Killing Games?
Die von YouTuber Ross Scott gestartete Bewegung fordert gesetzliche Regelungen, die verhindern sollen, dass Publisher gekaufte Spiele einfach unbrauchbar machen können, sobald Server abgeschaltet oder Online-Dienste eingestellt werden. Besonders bei digitalen Titeln sehen viele Spieler ein Problem darin, dass sie zwar ein Produkt kaufen, dieses aber später durch Entscheidungen der Unternehmen vollständig verschwinden kann.









