Das Entwicklerteam von Resident Evil denkt laut Requiem-Produzent Masato Kumazawa über einen zukünftigen Teil der Reihe in Japan nach.

Im Gespräch mit Futaman sprach Kumazawa unter anderem über die Zukunft der Reihe und ging dabei speziell auf mögliche Schauplätze ein.

Flexibilität der Zeitlinie und Alterung von Charakteren

Kumazawa antwortete, dass die Serie zwar inzwischen Charaktere wie Leon Kennedy altern lasse, man allerdings keine festen Regeln für die Zeitlinie von Resident Evil habe. Dies ermöglicht eine gewisse Flexibilität hinsichtlich der chronologischen Einordnung der einzelnen Spiele.

"Wir haben erst mit Resident Evil 4 begonnen, die Alterung der Charaktere darzustellen", sagte Kumazawa (via Automaton). "Tatsächlich haben wir sogar schon Dinge getan, wie etwa die Zeitlinie zwischen Resident Evil 2 und Resident Evil 3 rückwärts zu verschieben – wir halten uns also an keine festen Regeln."

"Dennoch passen wir die Zeitlinie stets auf der Grundlage der Einschätzung an, dass in der Gegenwart spielende Geschichten den Spielern ein immersiveres Erlebnis bieten. Zudem verändert sich die Zeitlinie je nach den Charakteren und der Handlung, die wir im jeweiligen Titel erzählen möchten. Selbst in Requiem gibt es Szenen, die acht Jahre zuvor spielen, sowie solche aus noch früheren Zeitabschnitten. Wohin sich die Zeitlinie von hier aus entwickelt, wird also vom jeweiligen Titel abhängen."

Resident Evil und die Faszination des Westens

Seit dem Debüt 1996 spielten die Hauptteile von Capcoms Survival-Horror-Reihe fast ausschließlich in westlich geprägten Szenarien (USA, Europa, Afrika). Ein Hauptteil in Japan wäre ein Novum und ein strategischer Bruch mit der traditionellen Ausrichtung auf den globalen Markt.

Überlegungen zu einem Japan-Setting und Bewahrung der Kernmerkmale

Was den Schauplatz anbelangt, liebäugelte Kumazawa mit Japan – eine Vorstellung, die vom restlichen Team geteilt wird.

"Ich glaube, ein heimisches Setting ist etwas, worüber jeder hiesige Resident-Evil-Fan schon einmal nachgedacht hat – und auch ich selbst habe diese Möglichkeit in Betracht gezogen", betonte er. "Da das Entwicklerteam größtenteils in Japan ansässig ist, denke ich, dass sich jedes Mitglied bereits Gedanken darüber gemacht hat. Auch wenn die Region bislang noch nicht als Spielschauplatz in Erscheinung getreten ist, könnte dies irgendwann in der Zukunft durchaus der Fall sein."

"Wir werden keine Kompromisse bei den Kernelementen der Serie eingehen – wie etwa den Charakteren und den sich entfaltenden Ereignissen –, sondern weiterhin all das bewahren, was den Kern der Serie auszeichnet. Sollten wir jedoch immer wieder ein und dieselbe Art von Spiel veröffentlichen, würden sich die Spieler auf Dauer langweilen; daher möchten wir uns auch künftig immer wieder neuen Herausforderungen stellen."