"Feigheit" und "Zensur": Taktik-Shooter Ready or Not erntet Kritik, weil die Entwickler Kürzungen bei Gewalt und Nacktheit vornehmen
Für die Konsolen-Versionen des Taktik-Shooters Ready or Not hat Void Interactive einige inhaltliche Einschnitte vorgenommen, "die von unseren First-Party-Partnern zwingend gefordert" wurden.
Und darüber sind nicht nur Konsolenspieler nicht erfreut, sondern auch PC-User, denn die Änderungen wirken sich gleichermaßen auf die PC-Version aus.
Anpassungen im Spiel erforderlich
Dazu gehören nach Angaben des Studios "Anpassung bei Zerstückelung/Blut, Nacktheit, Kindesmisshandlung und 'expliziten Gewaltdarstellungen'". In einigen Fällen können sich diese Änderungen auch auf die PC-Version auswirken.
Auf Steam erklärt das Team, dass das Spiel nach einigen Änderungen die Altersfreigabe PEGI 18 / USK 18 / ESRB M erhalten habe und "glücklicherweise […] die Zertifizierung für den Launch gleich nach unserer ersten Einreichung bestanden" habe. Angesichts dessen sei man "erleichtert", den Zertifizierungsprozess für den Konsolen-Launch abgeschlossen zu haben und betont, dass sich trotz der Änderungen nichts an der Tonalität des Spiels ändere.
Technische Gründe
Laut Void Interactive hat die Tatsache, dass man das auch für die PC-Version übernimmt, technische Gründe.
"Der Betrieb mehrerer Spielversionen mit unterschiedlichen Assets und Systemmechaniken erhöht die Wahrscheinlichkeit von Fehlern in zukünftigen Updates und stellt somit eine Herausforderung dar, das Spiel über mehrere Versionen hinweg aktuell zu halten", erklärt das Team. "Denkt beispielsweise an Beleuchtungs- oder Optimierungsprobleme (oder an eine Vielzahl unerwarteter Fehler, die durch den Betrieb unterschiedlicher Versionen entstehen)."
"Wären die In-Game-Assets nicht identisch, wäre Crossplay unbrauchbar; die Spielinhalte müssen identisch oder zumindest annähernd identisch sein, damit der Multiplayer funktioniert. Unterschiedliche Versionen von Assets beeinträchtigen die Multiplayer-Replikation, also die Fähigkeit des Servers, das Spielgeschehen zu verstehen und Spieler in derselben Lobby/auf demselben Server zu hosten."
Von Spielern verursachte Zerstückelungen seien im Spiel zwar weiterhin stark präsent, würden aber zeitlich etwas eingeschränkter erfolgen. So könne man beispielsweise einen toten Gegner nicht weiter zerstückeln. Charaktergrafiken mit Folter wurden zudem etwas zurückgenommen, um weniger übertrieben zu wirken. Das Team musste außerdem einige Charaktere etwas stärker verdecken.
"Obwohl wir uns bereits große Mühe geben, Misshandlungen von Kindern im Spiel verantwortungsvoll darzustellen, haben wir diese Philosophie thematisch leicht erweitert, um den Zertifizierungsstandards besser gerecht zu werden", heißt es weiter. "So wurde beispielsweise die Animation des Kindes in Twisted Nerve geändert, sodass es bewusstlos/schlafend ist, anstatt die zuvor krampfhafte, gewalttätig wirkende Animation zu verwenden."
"Die Änderungen gegenüber der Konsolen-Version sind so gering, dass die meisten hier nichts bemerken würden, wenn wir nichts sagen würden, aber wir möchten transparent sein." Es seien größtenteils nur Beweise und Nacktheit, die verändert wurden, und die Texturänderungen wirken sich nicht auf die PC-Version aus.
In Anbetracht dieser Änderungen werfen einige Leute dem Studio bereits "Feigheit" und "Zensur", auf Steam hat das Spiel jetzt mit Review-Bombing zu kämpfen.
Am 15. Juli 2025 erscheint Ready or Not für PlayStation 5 und Xbox Series X/S.









