Es ist nicht so, dass man die Laser des neuen Verteidigers in Rainbow Six Siege X nicht sehen könnte: Sie führen klar erkennbar von A nach B – über C, D, E, F und G bis ganz nach H. Denn an gleich sieben Punkten kann der Neue, Denari genannt, seine Laser anbringen. Wie? Das überlässt er alleine euch.

Denn werft ihr einen dieser sieben T.R.I.P. Connector irgendwo hin, dann bleibt er genau dort haften. Und sobald ihr den nächsten werfen wollt, seht ihr genau, mit welchem der bereits woanders haftenden Connectoren er sich verbinden wird. So erzeugt ihr mehrere einzelne, beliebig lange Laserschranken, ein großes Netz miteinander verbundener Laser, das einen ganzen Raum ausfüllen kann, oder irgendwas dazwischen.

Wozu das Ganze? Sobald ein Angreifer durch einen Laser läuft, verliert er nicht nur Gesundheit, sondern wird auch verlangsamt, während Schildträger zusätzlich ihren Schutz herunternehmen müssen.

So kann es aussehen, wenn mehrere T.R.I.P. Connector ein Netz aus Laserschranken aufbauen. Die müssen sich allerdings nicht nur am Boden befinden!

Und so komplexer das Netz aus Lasern ist, desto schwieriger wird es natürlich, einen Weg hindurch oder einfach nur die Connectoren zu finden, um sie zu zerstören oder vorübergehend stillzulegen. Je kreativer der Aufbau der Laserschranken ausfällt, desto größer könnte also der Vorteil des verteidigenden Teams sein.

Als Hilfsmittel steht Denari dabei neben zwei SMGs als Primärwaffe eine Shotgun als Zweitwaffe zur Verfügung. Die richtet nicht wie andere Schrotflinten über kurze Distanz großflächigen Schaden an, sondern tut das mit kleiner Streuung auch über größere Entfernungen. So soll sie ebenso effektiv im Fernduell wie zum Erschaffen kleiner Durchlässe geeignet sein, durch die Denaris Laser reichen können.

Natürlich können Angreifer die T.R.I.P. Connectoren von Denari aber ausschalten – entweder vorübergehend per EMP oder dauerhaft mit der Drohne von Twitch sowie allen ballistischen Mitteln. Auch für Bravas Drohne sind die Connectoren anfällig. IQ kann sie zudem lokalisieren.

Willkommen also zu Season 3, Operation High Stakes, deren zentrale Neuerung Denari ist, ein Drei-Speed-Operator und der erste Schweizer Charakter in Rainbow Six Siege X. Spielen könnt ihr ihn ab 18. August auf dem Testserver, während die Saison offiziell am 2. September startet.

Und es kommen natürlich weitere Neuerungen dazu, unter anderem drei überarbeitete Karten: Nighthaven Labs, Consulate und Lair. Wie die zuvor erneuerten Maps erhalten auch die drei „Neuzugänge“ neben einer modernisierten Beleuchtung die so genannten Destructible Ingredients, welche an einigen Situationen zusätzliche taktische Optionen bieten.

Abgesehen davon erhält auch der mit dem großen Update auf Siege X eingeführte Spielmodus Dual Front eine Veränderung, denn die Auswahl dort zur Verfügung stehender Charaktere wird ab Operation High Stakes eine andere sein. Zusätzlich wird es ein neues Bonusziel im neutralen Sektor der Karte geben.

In jeder Saison werden aktuell drei Karten modernisiert. Diesmal sind es Consulate (im Bild), Nighthaven Labs und Lair.

Keres Safe Room heißt das neue Areal und ist es aktiv, muss es auf bekannte Art eingenommen (genauer gesagt: gehackt) werden – allerdings werden mit dem Start des Einnehmens sämtliche dorthin führenden Türen mit unzerstörbaren Wänden geschlossen. Nun kann man in Siege bekannterweise auf verschiedene Art neue Zugänge schaffen und genau darum geht es als dann angreifendes Team: irgendwie einen Weg zum Ziel finden, um die dort stationierten Verteidiger auszuschalten.

Die kommen ja ebenfalls nicht durch die verschlossenen Türen, sind womöglich also im Nachteil, falls nur einer oder zwei von ihnen mal eben das Objective aktieren, bevor mehr Mitstreiter dort angekommen sind. Besser organisierte Teams dürften diesmal also noch stärker im Vorteil sein als weniger gut zusammenarbeitende Teams.

Eine weitere Veränderung betrifft Blackbeard, der ab der dritten Saison etwas schwächer sein dürfte als er momentan ist. Immerhin muss er sich beim Einsetzen eines Gadgets dann ganz leicht hinter seinem Schild hervorlehnen. Er kann sich außerdem nicht mehr mit vorgehaltenem Visier durch Fenster schwingen, nimmt seinen Schild beim Nachladen komplett herunter und hat fünf Schuss weniger in den Magazinen seiner MK17.

Weiterhin erhalten die Rekruten Sentry und Striker Zugang zu jeweils einer DMR, während Doc, Rook, Frost, Echo, Castle, Tachanka und Goyo keine Vergrößerungsvisiere mehr nutzen dürfen. Rauoras Maschinenpistole steht aber der dritten Saison hingegen auch Sledge, Oryx, Pulse, Rook und Ying zur Verfügung, wobei der Rückstoß der Waffe in Zukunft leichter zu handhaben sein wird.

Auch neue Privatssphäre-Optionen wird es geben: Man kann sich selbst einen zufälligen Namen geben lassen, der erst nach einer Partie vom echten Ubisoft-Namen ergänzt wird, um potentielle Störenfriede anzuzeigen.

Und dann erklärt Ubisoft noch ein großes Problem zur Chefsache – ja, tatsächlich heben die Entwickler sogar ausdrücklich hervor, dass es seit dem Start von Siege X wesentlich mehr Cheats beziehungsweise Cheater im Spiel gibt als ihnen lieb ist und drücken Verständnis für den daraus entstandenen Frust aus.

Ohne ins Detail zu gehen (was meines Wissens nach auch damit zu tun hat, dass die Entwickler von Cheats nicht prophylaktisch schon Gegenmaßnahmen ergreifen können) heißt es deshalb, dass das Bekämpfen der Cheats höchste Priorität habe. Unter anderem soll die Genauigkeit beim Erkennen von Cheats und auf Konsole außerdem beim Erkennen von Rückstoß verändernden Maßnahmen verbessert werden.

Für mich klingt es so, als würde sich kurzfristig vielleicht nicht allzu viel ändern. Die Entwickler arbeiten aber an langfristigen Lösungen und versprechen, dass sie das Thema ausgesprochen ernst nehmen.

Nicht zuletzt fügt Ubisoft die Möglichkeit hinzu, nicht nur unflätiges Verhalten Anderer im Sprachchat zu melden, sondern auch darauf zu reagieren, falls man selbst dafür wurde. Diesen Einspruch dürfen zwar nur Spieler einreichen, die über einen guten Ruf verfügen, doch sie können auf solche Vorwürfe dann eben direkt im Spiel reagieren, indem sie unter anderem anklicken, dass was sie gesagt haben falsch transkribiert wurde, dass es sich nicht um eine toxische Bemerkung gehandelt hat oder dass es nur als Scherz gemeint war.

Kommunikation sei wichtig, sagt Ubisoft, und deshalb wolle man auch im Sprachchat dafür sorgen, dass sich mehr Spieler miteinander austauschen können, ohne dass Störenfriede den Spaß daran verderben. Die sollen dann nämlich automatisch stumm geschaltet werden.

Wer den Weg seines Lieblingsteams zum Six Invitational genauer verfolgen will, wird das in Zukunft direkt vom Spiel aus tun können.

Abschließend noch eine Änderung, die vor allem Fans des kompetitiven Wettstreits interessieren könnte: Die mit dem Update auf Siege X hinzugefügten Esport-Informationen werden ausgebaut, sodass man in Zukunft noch genauer sehen kann, welche Teams wann in welcher Meisterschaft antreten. Es soll zudem einfacher werden, den potentiellen Weg eines Teams ins Six Invitational zu verfolgen. Ach, und falls ihr gerne selbst in den Wettkampf starten wollte: Ab Season 3 findet Siege Cup an jedem Wochenende statt.

Wie fast immer steht also eine Reihe an Änderungen ins Haus und gespannt bin ich vor allem auf den neuen Operator. Und das liegt nicht nur daran, dass damit mal wieder ein gänzlich neues Gadget seinen Weg ins Spiel findet, sondern dass dieses auch die Kreativität, die Rainbow Six Siege unter anderem auszeichnet, auf ein neues Level heben könnte. Es sei denn natürlich, Denari ist damit so stark, dass er von jedem Team sofort gebannt wird!