QCK Mauspads von SteelSeries: Balance, Control und Speed im Vergleichstest
Mauspads mögen nicht die eindrucksvollsten Stücke Peripherie sein. Wie viel Unterschied ein Mauspad gerade in Shootern machen kann, hat mich die QCK-Serie von SteelSeries gelehrt. Mit ihren neuen Mausunterlagen Speed, Balance und Control bietet der Hersteller drei völlig unterschiedliche Erlebnisse.
Ein größerer Unterschied als erwartet
Welches Headset nutzt ihr? Wie viele Gedanken macht ihr euch über eure Maus? Und bei der Tastatur immer mechanisch? Clicky? Linear? Wir machen uns viele Gedanken über jedes Teil unseres Setups, nur das Mauspad ist etwas außen vor. Die Größe soll natürlich passen und wer es bunt mag, holt sich eben ein bedrucktes. Auf die Textur schauen wir dabei nicht, immerhin fühlen die sich doch eh alle gleich an, oder?
Falsch. Und das Mauspad-Trio von SteelSeries ist hier nur ein Argument für diesen merkbaren Unterschied. Speed, Balance und Control bieten verschiedene Texturen, die beeinflussen, wie die Maus über die Oberfläche gleitet. Bereits beim Wechseln zwischen meinem alten Mauspad und dem Balance-Mauspad von SteelSeries ist mir dieser Unterschied in der Reibung aufgefallen - und die beiden haben sich noch am meisten geähnelt. Mein altes Corsair-Pad war etwas glatter und die Maus ließ sich etwas flüssiger darüber ziehen.
Hier seht ihr die Matten und ihre Texturen aus der Nähe.Speed:
Das Speed-Mauspad treibt dieses Gefühl in die Höhe. Eure Maus gleitet federleicht über die Matte, sie schwebt schon fast. Ich hatte das Gefühl, als hätte ich die DPI einfach höher geschaltet. Mit derselben Handbewegung wie zuvor konnte ich direkt viel schneller vom einem Rand des Mauspads zum anderen gleiten.
In Valorant oder anderen Shootern bedeutet das eine schnellere Reaktionszeit. Wer ohnehin ein gutes Aim hat und mit etwas mehr Geschwindigkeit klarkommt, für den dürfte sich das Speed-Pad wie ein kleiner, legaler Boost anfühlen. Der Unterschied ist definitiv merkbar, eure Reaktion wird auf dem aalglatten Pad schneller umgesetzt, es gibt kaum Reibung. Einziger Nachteil ist die Präzision. Bei Alltagsaufgaben fällt das nicht so extrem auf. Die seidenglatte Oberfläche lässt eure Maus von der einen Aufgabe zur nächsten sprinten.
Geht es um wenige Pixel, die einen Unterschied machen können, kann die ungeübte Hand hin und wieder verfehlen, weil man über das Ziel hinausschießt. Für eine ruhige Hand ist das Mauspad wiederum perfekt. Wer sowieso unsicher zielt, wie ich, könnte eventuell sogar einen Nachteil haben, selbst wenn er denkt, dass er mit schnelleren Reaktionen bestimmt endlich seine Traum-KDA erreicht - zumindest am Anfang. Übung und Gewohnheit helfen hier natürlich extrem und lassen euch in den Genuss der Vorzüge kommen.
Balance:
Gutes Mittelmaß zwischen Schnelligkeit und Präzision, am nächsten an dem, was wir gewohnt sind. Für Office-Aufgaben deshalb super. Für Gaming ein wunderbar solides Mauspad ohne große Vor- und Nachteile, das sich für jede Art von Game wunderbar nutzen lässt. Die Textur kommt mir etwas grober vor, als bei den meisten anderen Standard-Mauspads, die ich bisher genutzt habe - etwa von Marken, wie Corsair, welche ich zuvor genutzt habe.
Balance bietet einen bewährten Standard, mit dem ihr euch im gewohnten Territorium bewegen könnt. Ein Allrounder, der irgendwie für jeden passt. Ich bin bei dieser Variante geblieben, weil sie mir einfach die perfekte Mischung bietet. Und mir gefällt das Türkis als kleine Wimpelfarbe auch besonders gut, muss ich sagen.
Control:
Vor diesem Mauspad hatte ich am meisten Angst. Bereits beim Auspacken sah ich die kratzige Textur und musste schlucken. Wie befürchtet, gleitet die Maus gar nicht glatt über das Pad. Aber das ist nichts Schlechtes. Das langsamere Ziehen über das raue Pad sorgt für eine langsamere und ruhigere Mausbewegung und gibt euch mehr Kontrolle. Bei der Bildbearbeitung ist das absolut klasse, aber sogar in Shootern funktioniert das. Lasst mich das mal erklären.
Zwischen Control und Speed liegen Welten.Man sollte ja meinen, Valorant ließe sich mit so einem Mauspad nicht zocken. Doch die zusätzliche Präzision hat bei mir direkt für mehr Kills gesorgt. Warum? Weil ich endlich mal ruhig gezielt habe - die Matte hat mich quasi dazu gezwungen und ich bin ihr sehr dankbar dafür. Ihr büßt natürlich Schnelligkeit ein, das merkt man direkt. Es ist, als hätte man, im Gegenteil zum Speed-Pad, die DPI ein wenig heruntergesetzt. Ihr zielt genauer, aber langsamer.
Beim Aimen fehlt mir meistens eher die Kontrolle. Sobald "Ranked" dransteht, werde ich aufgeregt und meine Hand fängt auf einmal an panisch herumzufuchteln. Das Control-Pad unterstützt mich dabei, gerade und konsistente Linien mit der Maus zu ziehen - schön auf Kopfhöhe - und nicht hoffen, dass ich intuitiv Köpfe treffe, hauptsache SCHNELL! Ne, in der Ruhe liegt manchmal eben auch die Kraft. Extrem schnell zu reagieren wird mit der schwerfälligen Textur aber doch eher schwierig. Wer schon stabiles Aim besitzt oder in hohen Elos zockt, den hält das Pad vermutlich sogar zurück. Ihr müsst an diesem Punkt aber wirklich ehrlich zu euch selbst sein. Wo liegt eure Stärke? Wo benötigt ihr mehr Unterstützung?
Gute Qualität, wenig auszusetzen
Es war extrem interessant, dieses Selbstexperiment mit den drei Mauspads von SteelSeries zu starten und die verschiedenen Vorzüge der neuen QCK-Reihe auszuprobieren. Ich war vor allem überrascht, dass mir das langsamere Pad geholfen hat, etwas besser zu schießen, und nicht das schnelle. Irgendwie haben es mir alle drei ein wenig angetan und ich wünschte, ich könnte die Textur einfach bei Bedarf mit einem simplen Knopfdruck wechseln, je nachdem, was ich gerade an meinem PC mache.
Was alle drei wirklich grandios hinbekommen, ist es, sauber zu bleiben. Bisher hatte ich noch kein Mauspad, das so angenehm wenig Dreck angezogen hat. Und selbst, wenn doch mal ein Schüppchen oder ein Krümel darauf landet, setzt es sich nicht sofort fest. Ihr könnt es recht entspannt herunterschütteln und SteelSeries empfiehlt, die Pads mit einem feuchten Tuch ohne Seife zu säubern, sollte es doch mal nötig werden.
Qualitativ fühlen sich alle drei Pads hochwertig an, gestickte Ränder sind natürlich Pflicht, und der künstliche Geruch verfliegt nach einigen Tagen der Nutzung. Die Unterseite ist leicht gummiert, lässt die Matte fest auf dem Tisch liegen ohne beim Falten aneinander zu kleben. Preislich liegen die Matten mit 44,99 Euro für die kleinere Variante und 54,99 Euro für die große Variante in einem normalen Bereich.
Ich durfte die Größe "L" testen, diese entspricht einer Länge von 490 Millimetern auf 420 Millimeter Höhe. Wer seinen Schreibtisch mit dem Mauspad füllen möchte, kann auch zu "XL" mit 900 auf 400 Millimetern greifen. Die Dicke beträgt bei allen Größen der Reihe 3,5 Millimeter. Die Unterseite ist aus glattem Antirutschmaterial und bleibt beim Zocken sicher an Ort und Stelle.
Insgesamt bin ich von allen drei Mauspads sehr beeindruckt. Klar es sind nur Stoffmatten, allerdings sind sie preislich völlig im Rahmen, extrem gut verarbeitet und halten, was sie versprechen. Es hat fast zu gut funktioniert. Auf dem einen Pad gleitet meine Hand blitzschnell und ohne auch nur einen Hauch von Reibung, auf dem anderen wird mein chaotischer Aim-Stil ausgebremst und meine Hand findet endlich Ruhe und Präzision für bedachte Bewegungen. Und für alle, die einfach den goldenen Mittelweg bevorzugen gibt es ebenfalls eine wunderbare Matte. Für eine entscheiden wird allerdings schwer, weil man irgendwie jedes Pad in bestimmten Situationen gut gebrauchen kann.
SteelSeries QCK Mauspads PROCONTRA- Gute Verarbeitung
- Fairer Preis
- Dreck-Resistenter als manch andere Matte
- Texturen mit überraschend hohem Einfluss auf euer Mausgefühl
- Typischer künstlicher Geruch, der jedoch nach einigen Tagen verfliegt
- "Speed" und "Control" sind nicht für jede Anwendung gut geeignet









