Während der globalen COVID-19-Pandemie zwischen 2020 und 2023 verbrachten viele Menschen deutlich mehr Zeit zu Hause und investierten entsprechend stärker in Videospiele um den Zeitvertreib abwechslungsreicher zu gestalten. In dieser Phase gewann vor allem PC-Gaming weltweit stark an Bedeutung und verschob spürbar das Nutzungsverhalten der Spieler. Mehr als sechs Jahre nach Beginn der Pandemie sieht sich Sony nun mit der Frage konfrontiert, wie man Spieler zurückgewinnen will, die möglicherweise dauerhaft auf den PC gewechselt sind.

PlayStation möchte weg vom reinen Wohnzimmer-Image

Im Rahmen eines kürzlich übersetzten Q&A aus einer internen Unternehmenssitzung im Juni wurden hochrangige Vertreter von Sony Interactive Entertainment direkt darauf angesprochen. Konkret ging es darum, welche Strategien das Unternehmen verfolgt, um abgewanderte Nutzer wieder für PlayStation zu begeistern, welche kurzfristigen Herausforderungen das Wachstum bremsen könnten und ob die nächste Konsolengeneration grundlegende Veränderungen bringen wird.

Im Zentrum der Aussagen steht der Versuch, PlayStation nicht länger ausschließlich als klassisches Wohnzimmer-System zu positionieren. Stattdessen will das Unternehmen die Nutzung über den Fernseher hinaus erweitern und stärker auf PC-ähnliche Monitore sowie zusätzliche Hardware setzen. Dazu zählen unter anderem bereits angekündigte Zubehörprodukte wie die Pulse Speaker, die das Spielerlebnis flexibler gestalten sollen.

In der Stellungnahme heißt es wörtlich: „PlayStation wird seit langem stark mit dem Spielen im Wohnzimmer in Verbindung gebracht. In den letzten Jahren nutzen jedoch weltweit immer mehr Nutzer eigene Monitore. Als Reaktion darauf bieten wir Peripheriegeräte wie Monitore und Lautsprecher an, um die festgefahrene Vorstellung, dass ‚PlayStation gleich Wohnzimmer‘ ist, zu durchbrechen und die Nutzungsszenarien zu erweitern.“

Darüber hinaus betonte Sony auch die langfristige Ausrichtung der kommenden Konsolengeneration. Dabei geht es nicht nur um technische Weiterentwicklungen, sondern auch um eine neue Definition des Nutzungserlebnisses jenseits klassischer Gerätebindung: „Mit der Plattform der nächsten Generation wollen wir nicht einfach nur eine Alternative zu PCs bieten, sondern einen Mehrwert schaffen, der einzigartig für PlayStation ist. Dazu gehören nicht nur technologische Fortschritte, sondern auch eine Erweiterung der Nutzungsmöglichkeiten, die ein nahtloses Erlebnis ermöglichen, das man ganz selbstverständlich auch außerhalb des Wohnzimmers genießen kann.“

Laut Sony soll die die nächste PlayStation-Generation nicht nur als Konkurrenz zu PC-Gaming verstanden werden, sondern als eigenständiges Ökosystem mit erweiterten Nutzungsmöglichkeiten. Ziel ist es offenbar, die Marke stärker aus dem traditionellen Wohnzimmer-Konzept zu lösen und breiter im Alltag der Spieler zu verankern. Ob das gelingt, bleibt allerdings abzuwarten. Die Stärke von Konsolen liegt in der Regel weniger in Hardware und Zubehör, sondern vor allem in hochwertigen und regelmäßig erscheinenden Exklusivtiteln, die letztlich den Kauf einer Konsole rechtfertigen.