Sony hat mit dem angekündigten Ende neuer PlayStation-Discs ohnehin genug Unruhe ausgelöst. Jetzt fällt auch eine Aktienmeldung auf: Hiroki Totoki, Präsident und CEO der Sony Group Corporation, hat kurz nach der Ankündigung einen großen Teil seines ausgewiesenen Aktienbestands verkauft.

Wie aus einer bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Form-4-Meldung hervorgeht, verkaufte Totoki am 3. Juli 2026 insgesamt 225.000 Sony-Aktien. Der Preis lag bei 21,02 Dollar pro Aktie, der Gesamtwert damit bei rund 4,73 Millionen Dollar. Nach der Transaktion hielt Totoki laut Meldung noch 173.250 Aktien.

Der Verkauf kam zwei Tage nach der Disc-Ankündigung

Der Zeitpunkt ist deshalb auffällig, weil Sony Interactive Entertainment am 1. Juli 2026 angekündigt hatte, ab Januar 2028 keine physischen Datenträger mehr für neue PlayStation-Spiele zu produzieren. Neue Spiele sollen danach über den PlayStation Store und bei Händlern nur noch in digitalen Formaten erscheinen. Bereits veröffentlichte Spiele und Titel, die vor Januar 2028 noch auf Disc erscheinen, sollen von der Umstellung nicht betroffen sein.

Die Entscheidung löste erwartungsgemäß deutliche Kritik aus. Für viele Spieler geht es dabei nicht nur um Nostalgie, sondern um Besitz, Weiterverkauf, Verleih, Archivierung und die Frage, wie viel Kontrolle Plattformbetreiber künftig über gekaufte Spiele behalten.

Wichtig ist allerdings: Die SEC-Meldung belegt den Verkauf, aber kein Motiv. Daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, dass Totoki wegen der Disc-Entscheidung verkauft hat oder auf eine bestimmte Marktreaktion setzte. Aktienverkäufe von Führungskräften können viele Gründe haben, von Steuerfragen über private Finanzplanung bis hin zu lange vorbereiteten Transaktionen.

Auffällig bleibt der Vorgang trotzdem, weil Totoki mehr als die Hälfte seines in der Meldung ausgewiesenen Bestands verkaufte. Zudem war er nicht der einzige Sony-Manager mit einer Transaktion an diesem Tag. Chief Strategy Officer Toshimoto Mitomo verkaufte am 3. Juli ebenfalls 25.000 Aktien zum Preis von 21,02 Dollar pro Stück. Das entspricht einem Gesamtwert von 525.500 Dollar. Danach hielt Mitomo laut SEC-Meldung noch 115.700 Aktien.

Für Sony kommt das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Dass kurz nach der umstrittenen Disc-Ankündigung ein großer Aktienverkauf des Konzernchefs öffentlich wird, erscheint nach außen nicht wie ein starkes Vertrauenssignal.