Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance wird vorerst nicht umgesetzt. Der milliardenschwere Medien-Deal steht bis zum Abschluss eines anstehenden Kartellverfahrens auf Eis. Beide Unternehmen haben sich in einem laufenden Gerichtsverfahren darauf geeinigt, die Transaktion nicht vorzeitig abzuschließen.

Größte Übernahme der Unterhaltungsbranche vorerst gestoppt

Laut Variety darf die geplante Übernahme erst fünf Tage nach einem möglichen Prozessende oder spätestens am 1. Juni 2027 vollzogen werden. Ein konkreter Termin für die Verhandlung wurde bislang nicht festgelegt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich das Verfahren über mehrere Monate hinziehen könnte.

Bei der geplanten Fusion geht es um eine der größten Übernahmen in der Geschichte der Unterhaltungsbranche. Paramount Skydance hatte Warner Bros. Discovery für rund 111 Milliarden US-Dollar übernehmen wollen. Zuvor hatte es einen intensiven Bieterstreit mit Netflix um den traditionsreichen Medienkonzern gegeben. Zwischenzeitlich galt Netflix als Favorit für eine Übernahme, doch Paramount konnte mit seinem endgültigen Angebot überzeugen. Die Offerte von Paramount wurde im Februar als zu stark bewertet, sodass Netflix den Wettbewerb nicht weiterführen konnte.

Obwohl das US-Justizministerium die Übernahme im Juni zunächst genehmigt hatte, geriet der Deal anschließend unter massiven juristischen Druck. Mehrere US-Bundesstaaten klagten gegen die Fusion und argumentierten, dass die geplante Verbindung von Paramount und Warner Bros. Discovery den Wettbewerb im Medienmarkt erheblich einschränken könnte.

Anfang des Monats stoppte ein kalifornischer Richter den Abschluss der Übernahme zunächst für 28 Tage. Nun sorgt die neue Vereinbarung dafür, dass die gesamte Transaktion bis zum Ausgang des Kartellverfahrens blockiert bleibt.

Wichtiger Erfolg für die Gegenseite

Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta bezeichnete die Einigung als wichtigen Erfolg für die Gegner des Zusammenschlusses. „Unser Argument gegen diesen rechtswidrigen Zusammenschluss ist ganz einfach: Wenn zu wenige Unternehmen zu viel Macht auf Märkten haben, die für das Leben in Amerika von zentraler Bedeutung sind, verteuert das die Dinge und verschlechtert die Lage“, erklärte Bonta. „Die heutige Vereinbarung ist eine großartige Nachricht für das Publikum, die Kinos und die vielen Menschen, die die Kunst, die Nachrichten und die Unterhaltung schreiben, gestalten und schaffen, an denen so viele von uns Freude haben.“

Die Befürworter der Fusion sehen in der Übernahme dagegen eine Möglichkeit, zwei große Medienunternehmen stärker aufzustellen und im weltweiten Streaming- und Entertainment-Markt konkurrenzfähiger zu machen. Die kommenden Monate werden nun entscheiden, ob Paramount seinen milliardenschweren Plan tatsächlich umsetzen kann oder ob der Widerstand der Kartellbehörden das Geschäft endgültig verhindert.