Das Logitech G Astro A20 X überzeugt mit der praktischen PlaySync-Technologie und erstklassigem Tragekomfort. Mittelmäßiger Klang sowie komplizierter Software-Zwang trüben jedoch den Gesamteindruck eines ansonsten praktischen Multi-Plattform-Headsets.

Gaming-Headsets auszusuchen ist leicht, wenn du nur am PC spielt: Da zählt schließlich die Audio- und Mikroqualität sowie Langlebigkeit. Wer aber Videospiele so richtig zu seinem Hobby zählt, inklusive Konsolen und Handhelds, oder wenn man auch gerne mal parallel zum PC auf dem Handy daddelt, für den gibt es wenige Modelle, die euch zwischen den Systemen hin und her schalten lassen. Und wenn, dann ging es bisher nur über eine separate Software. Logitechs Astro-Reihe möchte das revolutionieren, sodass ihr zum Umschalten zwischen PlayStation und iPhone oder Switch 2 und PC nur noch einen Knopf braucht. Ob das klappt oder ob die Qualität deshalb an anderer Stelle einbüßen muss, finden wir zusammen in diesem Test heraus.

Mehr Headset brauche ich während der Nutzung auch nicht.

Ausgepackt: Logitechs Astro A20 X kommt in einer sehr kompakten Box ohne unnötigen Verpackungsmüll mit Verzicht auf Plastik. Damit sind das Headset selbst gemeint, ein abnehmbares Mikrofon, zwei USB-C-zu-USB-A-Kabel, die Basis zum Schalten und die Bedienungsanleitung. Getrennt wird alles durch robusten Karton oder leichte Verpackungen. Auf der Verpackung findet ihr auch gleich die wichtigsten Informationen zum Headset, darunter auch die Kompatibilität mit Konsolen und eine Beschreibung der Funktionen. Durch eine Anleitung als QR-Code spart ihr euch außerdem kleinteilige Flugzettel. Was Logitech bei seinem letzten Showcase zur Nachhaltigkeit äußerte, setzen sie hier tatsächlich in der Praxis um. Ihr könnt mit leichter Verpackung, kaum Müll und nachhaltigem Design rechnen.

Aufgebaut und angeschaut: Apropos Design, meine schwarze Version des Astro A20 Xs wirkt erstaunlich funktional und ein wenig klobig. Gleichzeitig gibt es eine kleine, individuelle Note durch die einstellbare Beleuchtung an der Seite der Ohrmuscheln. Akzente, wie das Haarband und die Buchstaben L und R im Inneren der Ohrmuscheln wurden mit Rot gesetzt. Für mein Empfinden eine eigenartige Wahl, eine dezentere, dunklere Färbung oder gleich schwarz, wäre meiner Meinung nach schlauer gewesen. Wenn man die LED-Beleuchtung selbst wählt, kann Rot störend wirken.

So könnte euer Tisch nach dem Auspacken auch aussehen, aber hier fehlt die PlaySync-Basis noch. | Image credit: Logitech G Astro A 20 X

Opulent wirkt das Headset dank Polsterung an den Ohren. Was aber nicht heißt, dass die Kopfhörer schwer wären, ganz im Gegenteil. Mit ihren knapp 300 Gramm wirken sie schon fast sportlich leicht, durch das elastische Haarband sogar unglaublich bequem. Ich hatte keine Ermüdungserscheinungen bei langen Tragezeiten, ein großer Pluspunkt. Fans gediegener Verarbeitung könnten ihm Verzicht auf Metallelemente und das geringe Gewicht aber auch als "billige Verarbeitung" auslegen. Am Ende ist es Geschmackssache. Äußerlich würde ich so einer Annahme aber nicht zustimmen, da die Gravur der Logos und der LED-Lichter logitechtypisch einwandfrei sind. Das schimmernde Plastik geht geschmeidig in den bequemen Stoff, die Leuchten sowie in die Polsterung über. Was allerdings die Soundqualität angeht, so muss diese für die Leichtigkeit und die neue Funktion etwas einstecken. Dazu gleich mehr.

Dann gibt es da noch das abnehmbare Mikrofon mit Klinke. Ein sehr angenehmes, weiches, biegsames Material ummantelt das Mikrofon. Seid vorsichtig, dass ihr es wiederfindet, sobald ihr es abnehmt, denn mit gerade mal 3,2cm Umfang und 11,5cm Länge ist es so leicht zu übersehen, wie ein kurzer Bleistift. Hier hätte ich mir eine Halterung im Gehäuse oder eine Einkerbung gewünscht, damit man es auch nach dem Abnehmen beim Headset halten kann. Ansonsten ist es natürlich praktisch, dass ihr den Rest auch als normale Kopfhörer nutzen könnt. Durch das leichte Gewicht von 290 Gramm sogar denkbar zum Musikhören. Draußen wäre mir das Design aber doch zu auffällig, groß und durchlässig. Warum der Klang außerdem vielleicht nicht ideal für Musik ist, dazu komme ich im Absatz weiter unten hier im Text (siehe Video ca. 16:30).

Die RGB-Beleuchtung entfaltet ihre Wirkung sofort. Vor allem der beleuchtete Mute-Knopf nach innen ist extrem praktisch, denn man sieht sofort, ob das Gegenüber einen hört oder eben nicht.

Als Anschluss fürs Mikrofon war ein Klinkenanschluss die wohl schlauste Wahl, weil das Astro A20 X so Verschleiß meidet. Beim Multiplayer über Discord habe ich meine Mitspieler gefragt, ob ihnen ein Unterschied oder eine schlechtere Qualität im Voice auffiel. Doch es kam nur Lob über die Soundqualität zurück. Positiv überrascht lässt mich das zurück, im obigen Video hört ihr alles mit dem Mikro aufgenommen und könnt ja selbst entscheiden, wie ihr den Klang findet. Von glasklar zu sprechen, wäre aber eine harte Übertreibung, gerade im direkten Vergleich mit der Qualität eines Audiotechnica StreamSets. Natürlich sind die extra auf Mikrofonqualität ausgelegt, kosten aber in der XLR-Variante gleichviel. Es kommt also darauf an, wozu ihr das Astro A20 X nutzen wollt.

Genutzt: In unterschiedlichen Szenarien habe ich das Logitech G Astro A20 X ausprobiert. Ich weiß nicht, wie euer Gaming-Verhalten aussieht, aber ich nutze bei allem, was ich mache, widerwillig, aber realistisch gesehen doch ständig mein Handy nebenher, daher habe ich das gleich mal gekoppelt. Das funktionierte mit diesem Headset entspannt über die Bluetooth-Taste. Vergleichbar mit gängigen Bluetooth-Kopfhörern, die man eben so zum Musikhören nutzt. Beeindruckend, wie geschmeidig es mein PlayStation-Spiel zu den Videos auf dem Handy per Kopfdruck hinterm rechten Ohr hin- und herwechseln. Da glänzt Logitechs LIGHTSPEED-Verbindungsprotokoll doch deutlich, denn es dauerte nicht eine Sekunde, um sich mit dem Handy zu koppeln.

Angeschlossen: So verbindet die PlaySync-Basis das Headset mit Xbox Series S und PS5 gleichzeitig. Ihr könnt das kleine Ding auch schnell hinter den Konsolen verstecken. | Image credit: Logitech G Astro A20 X

Gleiches probierte ich mit der Xbox zur Nintendo Switch sowie Switch 2. Bei allen Konsolen-zu-Handheld-Optionen hatte ich eine identisch geschmeidige Erfahrung. Leider bedarf es dann doch immer wieder eines Klicks ins Menü, um Ton aufs Headset über die Konsole zu bekommen. Ich gewöhnte mich schnell dran, denn so ist es auch zwischen Headset und Lautsprecher. Relativ easy, falls auch jemand ins Zimmer kommt, dem ihr über Lautsprecher dann eine besondere Stelle im Spiel zeigen wollt. Allerdings ist mir beim Rädchen fürs Volumen irgendwann aufgefallen, dass ich ständig panisch versuchte, mehr Lautstärke zu forcieren, denn generell ist die Audioausgabe leise. Die Batterie hält bei voller Aufladung übrigens rund 40 Stunden mit RGB-Beleuchtung, ohne sogar bis zu 90 Stunden. Und das fällt positiv auf: Ich lade es maximal ein Mal pro Woche auf.

Zwischen zwei großen Konsolen, wie Xbox Series und PlayStation 5, nutzt ihr manuell die USB-C-auf-USB-A-Kabel an der PLAYSYNC-Basisstation. Über einen Schalter wechselt hin und her, solltet ihr mehrere Systeme haben. Ihr könnt dieses Konstrukt theoretisch für alle Geräte mit USB-Anschluss nutzen. In meinem Alltag ist das zwar irrelevant, wer aber einen klaren Anwendungsfall dafür hat, wird sich über die Funktion freuen. Der Anschluss selbst funktionierte intuitiv und dauerte maximal fünf Minuten. Auch mein PC ließ sich geschmeidig koppeln, nur beim Mac wurde es ungewöhnlich umständlich. Die Anpassung erfordert Lochitechs G-Hub, welches allem Anschein nach eine eingeschränkte Kompatibilität mit dem MAC-System aufweist. Eine weitere Basis sowie weitere Software wären da notwendig (siehe Video oben). Was mir hingegen viel Spaß machte, war das An- und Ausschalten des Headsets selbst. Ich kann nicht in Worte fassen, wie gut die Haptik des Schalters verarbeitet wurde.

Über die Verarbeitung kann ich wirklich nicht meckern, aber warum musste es rot sein?

Mein größtes Problem mit dem A20X bleibt der Klang, was bei einem Preis von fast 200€ teuer zu tragen kommt. Reinen Musikgenuss würde ich euch mit diesem Headset nicht empfehlen, dafür ist das Audio zu unklar. Ein Hip-Hop-Banger in Richtung "What's Up Danger" von Blackway & Black Caviar (siehe Video) fällt da noch am positivsten auf. Es klingt generell alles gedämpft, weit und leise, als würde ein dünner Schleier auf dem Audio liegen. Der räumliche Klang, der bei vielen Spielen von Vorteil sein kann, kommt allerdings beim Song unten positiv zur Geltung. Es ist "Bewegung" im Sound und der Bass ballert ordentlich. Von Klarheit kann aber trotzdem kaum die Rede sein, denn selbst bei diesem Song klingt die Mitte zu undefiniert. Der Eindruck entsteht schnell, dass einzelne Tonspuren sich zu einem Brei vermischen. Gehen wir dann zu einem Song über, der mehr auf hohe Töne setzt (dafür eignete sich das neue Mein*Star-Season-3-Opening "TEST ME" von Chanmina), so stelle ich schnell klirrende Übersteuerung fest. Gerade ein Saxophon oder eine E-Gitarre wirken da schnell unangenehm verzerrt.

Blackway & Black Caviar - "What's Up Danger" (Spider-Man: Into the Spider-Verse) Auf YouTube ansehen

Besonderheiten: Natürlich profitiert Logitech G Astro A20 X, wie jede andere Logitech-Hardware, vom G-Hub. Jede langjährige Gamerin hat das natürlich schon längst auf dem PC, also kein Problem. Aber dass mehrere Logitech-Anwendungen plötzlich zur Grundvoraussetzung werden, um Farben zu ändern, gerade am Mac, ist dann doch sehr eigenartig. Schließlich lässt sich mittlerweile alles über Bluetooth koppeln, niemand kann mir erzählen, dass dies keine erzwungene Schranke ist. Aber auch am PC kommt es zu nervigen Zwischenschritten, beispielsweise beim Optimieren des Audios. Wenn ich ein externes Soundboard habe, möchte ich das einfach koppeln können. Da ist es mir ehrlich gesagt egal, wie sehr eine Firma ihr eigenes Ökosystem bevorzugt. Zumal die Tonalitäten weder im Mikrofon noch im Audio so feinfühlig und justierbar sind, dass ich virtuelle Tontechnik voraussetzen würde. Selbst die Filter von OBS oder Discord würden schon reichen. Da das A20 X allerdings generell eher leise und dumpf klingt, war ich doch irgendwie dazu gezwungen, es mit der zugehörigen Software nachzujustieren. Und schon müllt eine weitere Software meine Festplatte zu. Die Philosophie, die in der Verpackung zum Streamlinen genutzt wird, wünsche ich mir auch digital.

Um es positiv abzurunden, hat Astro A20 X noch eine MIXAMP-Balancesteuerung zwischen Game und Chat, die ganz einfach per Knopfdruck hinter dem rechten Ohr platziert ist. Diese filtert Stimmen beim Spielen heraus und lässt Spielsound in den Hintergrund rücken, was angenehm ist. Wollt ihr euch aber plötzlich doch mehr auf das Spiel konzentrieren, ist das ebenfalls mit einem Knopfdruck geregelt.

Logitech G Astro A20 X – Fazit

Das Astro A20 X erschafft mit seiner neuen PlaySync-Funktion einen sehr praktischen Schritt in der Vernetzung zwischen PC- und Konsolengaming zu einem nicht zu hoch gegriffenen Preis. Zocker genießen damit ein hohes Maß an Bequemlichkeit. Durch das abnehmbare Mikrofon sowie kaum Gewicht generell, lässt sich das Headset theoretisch als Kopfhörer nutzen, solange ihr damit Leben könnt, dass man wegen der Stoff-Isolation der Overears draußen eure Musik mitbekommt. Mehr Handgriffe hätte es zur endgültigen Verschmelzung von Alltagshardware mit echtem Gamer-Headset dann doch gebraucht. Mich beschlich oft das Gefühl, dass neue Funktionen auf Kosten der Klangqualität gehen.

Vor allem die Softwareentscheidungen kommen mir unnötig kompliziert vor, weshalb ich das Astro A20 X als ein Übergangs-Headset einstufen würde. Eine logische Erweiterung wäre wohl, noch mehr Schaltungen einzubauen, die nicht nur zwischen zwei, sondern gleich allen Konsolen hin- und herwechseln können. Bis dahin beschränkt sich die Empfehlung auf Nutzer, die ein bisschen mehr technische Spielereien in ihre Gamingsessions einbauen wollen. Vielleicht wird es ja in den nächsten Jahren ein noch etwas durchdachteres, kompaktes Modell geben. Praktisch und schick ist es schließlich allemal.

Logitech G Astro A20 X PROCONTRA
  • Leichtes, praktisches Headset
  • Playsync per Knopfdruck mit allen gängigen Konsolen und Geräten möglich
  • Sehr gute Lärmisolierung, auch ohne aktive Geräuschunterdrückung
  • Hoher Tragekomfort durch angenehm gepolsterte Ohrmuscheln sowie elastisches Trageband
  • Einwandfreie Bluetooth-Verbindung
  • Abnehmbares Mikrofon, Headset als Kopfhörer nutzbar
  • Über 200 Lichtkombinationen möglich
  • Dumpfer Sound
  • Nicht klappbar, keine Chance, das Mikro lose am Gehäuse zu befestigen.
  • Nutzung der Software komplizierter als erwartet
  • Ausgabe von 20 Hz-20 KHz gering
  • Leichtigkeit könnte ein Gefühl von "billig" erzeugen
  • G-Hub notwendig
Technische DatenDetails Headset Logitech G Astro A20 X Gewicht282g (Ohne Mikrofon); 294 (Mit Mikrofon) FunktionenLichtanpassung mit G-Hub, Audio 2-System-Umschaltung über PLAYSYNC KompatibilitätPlayStation 5, Xbox Series X|S, Mac, PC, Nintendo Switch, Nintendo Switch 2, Mobile Kopfhörer Übertragungsbereich20 - 20.000 Hz Treiber40 mm Biozellulose FarbeSchwarz oder Weiß Hersteller-BesonderheitenLogitech G LIGHTSPEED, Logitech PLAYSYNC Bedienelementeam Kopfhörer AkkutypWiederaufladbar Betriebszeit (Akku)Ohne Beleuchtung: bis zu 90 Stunden
Standard mit Beleuchtung: Bis zu 40 Stunden
    Mikrofon MikrofontypBoom RichtcharakteristikKugel Mikrofon Positionabnehmbares Mikrofon (Klinke) links Frequenzbereich70 - 20.000 Hz Anschlüsse (Basisstation) PLAYSYNC Basisstation2x bis zu 24 Bit/48 kHz (PC)
    bzw. bis zu 16 Bit/48 kHz (Konsole) Konnektivität – VerbindungstypKabellose LIGHTSPEED-Technologie über USB Bluetooth® 5.3 USB kabelgebunden Konnektivität – kabellose Reichweitebis zu 30 Meter
      *Kompatibilität
    Für LIGHTSPEED-Verbindung: Windows, macOS oder Spielkonsole mit einem verfügbaren USB 2.0-Anschluss. LIGHTSPEED kompatibel mit Nintendo Switch 2* *erfordert Firmware-Update über G HUB auf macOS oder Windows Für Bluetooth®️-Verbindung: Kompatibel mit Geräten, die Bluetooth®️ 5.3 Audioverbindung unterstützen Zusätzliche Software: Internetzugang erforderlich für G HUB und Logitech G Mobile App