Made in Germany, hochwertig und extrem schick. Der LeetDesk Aura erfüllt alle Wünsche, die ein Gamer an einen Tisch haben kann. Sein hoher Preis ist allerdings seine größte Schwäche.

Puh, dieser Test war ein absolutes Abenteuer. Den LeetDesk Aura habe ich nun seit etwa zwei Monaten hier stehen und ich liebe diesen Gaming-Tisch inzwischen sehr. Ab 1.350 Euro ist er ohne Angebot und in der günstigsten Konfiguration verfügbar. Das ist schon ein ganz ordentlicher Preis für einen Gaming-Tisch. Immerhin gibt es hier auch genügend Modelle im dreistelligen Preisbereich - warum also dieser hier? Was macht den LeetDesk Aura so besonders? Es ist die Beleuchtung. Der Tisch ist rund herum mit einem Leuchtstreifen ausgestattet, der sich mit der richtigen Software perfekt an eure anderen Lichter uns Lämpchen anpassen lässt. Der LeetDesk Aura ist also nicht rein funktional sondern soll euer Setup auch optisch aufwerten.

Aufbau und Zubehör des LeetDesk Aura

Für den Aufbau rate ich dringend zu einer zweiten Person. Solo müsst ihr schon wirklich ein absolutes Muskelpaket sein, um das hinzubekommen. Bereits als die Pakete (plural) geliefert wurden, war mit bewusst, dass ich nun eine Runde auf Whatsapp drehen muss, um mir einen freiwilligen Helfer anzulächeln. Danki meinem grandiosen Köder - gratis Essen - ist mir dann ein Kumpel in die Falle gegangen und kam wenige Tage später bei mir vorbei.

Gemeinsam haben wir dann die drei großen Pakete geöffnet. Die Teile waren in Tischplatte, Beine und Füße sowie Zubehör aufgeteilt. Und krass sind die Füße unerwartet schwer, ihr solltet also auf eure Böden aufpassen, sonst kann da schnell eine Delle entstehen, wenn euch das schwere Metallteil mal aus der Hand gleitet. Und dafür reicht es auch schon wenn euch das im Sitzen passiert.

So, hier einmal direkt nach dem Aufbau.

Der Aufbau selbst hat etwa 2 Stunden gedauert, ein wenig zusätzliche Zeit kam bei uns aufgrund von Verwirrung dazu. Klar, wir haben uns kurz gefragt, welche die kurzen und langen Schrauben sind, da dies nicht auf den Tüten stand, doch beim direkten Vergleich ließ essich doch ganz gut erkennen. Nein, wir haben lange über die vorgebohrten Löcher gegrübelt, da diese und der entsprechende Aufbau nicht exakt mit der Zeichnung in der Anleistung übereinstimmten. Am Ende haben wir es jedoch erfolgreich geschafft und dieses wundervolle Exemplar dieses Tisches passt mit seinen 160 x 80 Zentimetern perfekt in meine Arbeitsecke. Ihr könnt auch andere Größen wählen, ich habe mich für die kleinste entschieden und das war auch gut so.

Das mitgelieferte Zubehör bestand aus einem Reinigungskit mit allerlei Tüchern, Schwämmen und einem Putzmittel. Dies und eine Tasse mit LeetDesk-Logo sind kleine Geschenke, die vermutlich jeder Bestellung beiliegen. Kostenpflichtige Zubehörteile waren zwei Kabelkanäle, ein Monitorarm, ein großes Mauspad sowie ein PowerFlank - also eine Steckdosenbox für den Tisch, an dem ihr Tisch, PC oder Monitor direkt anstecken könnt. Auch ein USB-A- sowie USB-C-Stecker sind verbaut. Handy laden am Tisch geht jetzt also noch entspannter.

Design und Verarbeitung mit minimalen Mängeln

Aufgebaut haben wir den Tisch natürlich auf der Platte. Gewählt habe ich hier die klassische Form, die vorne gerade ist und hinten eine kleine Aussparung für Kabel besitzt. Das heißt erst ganz am Ende, als der LeetDesk Aura Kraft von vier mehr oder weniger kräftigen Oberarmen umgedreht wurde, konnte ich meinen neuen Arbeitsgefährten bewundern. Völlig in Schwarz hatte ich zunächst Angst, er würde optisch zu massiv wirken. Zuvor war mein Schreibtisch weiß. Doch die angst war schnell verflogen. Dank zwei Tischbeinen, der nicht ganz schwarzen Oberfläche und der 2,5cm dicken Tischplatte, die durch den LED-Leuchtstreifen etwas schlanker wirkt, kann der Tisch selbst in kleinen Wohnungen einen Platz finden.

Schlicht und hochwertig thront er nun in einer Raumecke - natürlich mit Abstand zu den weißen Raufaserwänden, immerhin soll er ja auch problemlos hoch- und runterfahren können. Passend zum neuen Tisch habe ich mich auch noch um einen neuen PC gekümmert. Eine unvermeidbare Anschaffung. Besonders ansehnlich war der alte nicht und langsam auch etwas in die Jahre gekommen. Triple-A ging darauf nur noch auf den niedrigsten Grafikeinstellungen.

Das Material des Tisches wirkt extrem hochwertig. Ich habe ja bereits erwähnt, wie schwer die Metallteile des Tisches sind. Die Platte selbst ist etwas leichter, wirkt aber stabil und soll bis zu 120 Kilogramm halten. Ich könnte mich also quer auf den Tisch legen und mich selbst rauf- und runterfahren. Gemacht habe ich es nicht, weil ich Trottel lieber schnell mein Setup einrichten wollte, damit ich am nächsten Tag auch wieder arbeiten kann. Ich bereue es ein wenig.

Dafür hat mein Kumpel erstmal minutenlang mit der Höhenverstellunge herumgepsielt. Erst danach habe ich gelesen, dass man den Tisch nicht länger als zwei Minuten am Stück auf diese Weise nutzen soll, da der Motor sonst eventuell heißlaufen könnte. Na ja, er funktioniert noch und zu diesem Zeitpunkt war auch noch kein zusätzliches Gewicht auf dem Tisch. Stresstest bestanden!

Vom Einbau des Kabelkanals habe ich abgesehen, da diese zwar toll sind, um alle Kabel aus dem Sichtfeld zu eliminieren, allerdings nehmen sie auch den Platz, um die Monitorhalterungen frei zu platzieren. Das war mir persönlich dann doch etwas wichtiger. Mitgeliefert wurden außerdem selbstklebende Kabelbinder, die sich unterm Tisch als äußerst praktisch erwiesen haben, um alle Schnüre des Tisches festzuhalten, damit diese nicht traurig herunterhängen.

Das mit dem Kabelmanagement muss ich auf jedenfall nochmal üben. Aber immerhin stört mich so schonmal nichts an den Beinen.

Mein einziges größeres Problem mit dem Tisch ist, dass die Platte Vibrationen etwas zu sehr weitergibt. Wenn ich beim Tippen die Hände wie gewohnt auf dem Rand der Platte auflege, wackelt der Bildschirm ein wenig mit - und alle anderen Komponenten auch. Nachdem ich nochmal die Schrauben extra festgedreht habe, ist es etwas besser geworden. So kann ich auf jedenfall damit Leben. Ich glaube, dass ich gerade bei einem teuren Tisch lieber besonders genau hinschaue. Laut Hersteller ist ein ganz leichtes "wackeln" normal, so wie es bei mir anfangs war, ist jedenfalls nicht die Norm.

Wie ein Geist: Nie wieder ohne Ghost-Touch-Oberfläche!

Kommen wir zu einer meiner liebsten Materialien: Die Ghost-Touch-Oberfläche. Ah, sie ist wundervoll. Schwarz zieht ja Fettflecken, Abdrücke eurer Patscherchen und Staub magisch an. Gut, den Staub kann die Beschichtung wohl nicht verhindern, da müsst ihr wohl mit den Reinigungskit oder einem Staubtuch ran und aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Lasst eure Getränke, Flaschen und Gläser nicht zu lange auf dem Tisch, denn auch Kalkflecken sind etwas hartnäckiger.

Aber gegen den Rest wirkt es Wunder. Wenn ich die Finger auf den Tisch drücke, erscheint zunächst ein Abdruck. Dieser verschwindet in wenigen Sekunden aber wie von Zauberhand - oder als hätte ein Geist versucht kurz "Hallo" zu sagen. Also wer den Witz nicht verstanden hat: Fettfinger verschwinden wie von Geisterhand.

Apropos Geist: Der LeetDesk Aura ist angenehm leise. Klar, man hört den Motor, aber mit Kopfhörern verschwindet das Geräusch, das bei unter 40 dB liegen soll quasi komplett und selbst ohne haben meine empfindlichen Ohren keine Probleme mit diesem Geräusch. Das stört mich das laute Klacken von Tastaturen bedeutend mehr.

Schnell genug ist der Tisch, ihr müsst keine Minute warten, um stufenlos vom Sitzen ins Stehen zu gelangen. Mit 38 Millimetern die Sekunde rennt der Tisch fast in die Gewünschte Position. Ihr könnt den LeetDesk Aura zwischen 63 und 128 Zentimetern bewegen. Dank einem kleinen Eingabefeld, das ihr wahlweise links oder rechts am Tisch anbringen könnt, müsst ihr euch nichtmal dafür bewegen oder irgendein Programm öffnen. Hier könnt ihr direkt im Tisch auch einige Profile speichern, damit ihr die perfekte Sitz- und Stehhöhe nicht immer wieder suchen oder euch die exakten Zahlen merken müsst.

Es werde Licht: Ein RGB-Traum wird wahr

Das Highlight des LeedDesk Aura und wohl der einzige Grund, warum man sich gegen das Pro-Modell für nur 700 Euro entscheiden sollte, ist der LED-Streifen und die vielen Möglichkeiten, die Besitzer damit nutzen können. 16 Millionen Farben, Synchronisierung mit Musik und Games, dem restlichen Setup und das alles auch noch per App-Steuerung oder wahlweise mit SignalRGB direkt auf dem Desktop.

Ein kleiner Mangel an meinem Modell muss ich hier jedoch anmerken, denn der Leuchtstreifen war an einigen Stellen in der Nähe der abgerundeten Tischkanten, nicht perfekt in die Platte eingelassen und stand ein wenig heraus. Das fällt gerade bei eingeschaltetem Licht nicht sehr auf, sollte in dieser Preisklasse aber besser nicht vorkommen.

Reindrücken geht leider nicht.

Ich habe bisher noch nie so hübsch gezockt. Durch meine kleine Ecke, die von drei Seiten um den Tisch herum mit Wänden oder Regalen geschlossen ist, macht sich die Lichtshow natürlich extra gut. Aber es war ein Kampf die Apps und Programme zum Laufen zu kriegen. Wenn nicht alles auf Anhieb klappt und man etwa das Problem hat, dass die Verbindung mit dem eigenen WLAN einfach nicht hergestellt werden will, findet ihr dazu nicht wirklich etwas im Netz, das hilft. Zum Glück konnte ich hier direkt beim Hersteller nachfragen und konnte mein Problem auch ziemlich schnell lösen.

Woran hat es also gelegen? Gut, warum der Tisch mein WLAN zunächst nicht nehmen wollte weiß ich nicht, aber ich kann euch hier meine Lösung offenlegen. Scheitert die Verbindung in der App könnt ihr in die Einstellungen gehen und die IP des Aura-WLANs direkt eintippen. Diese könnt ihr im Router auslesen oder ein externes Programm dafür nutzen. Wichtig ist, hier das WLAN zu finden, das mit "WLED" gekennzeichnet ist. So erkennt ihr es. Zahl einfach in den Reiter mit "Aura Hostname" eintippen und das war es auch schon. In SignalRGB könnt ihr euch ebenfalls mit der IP verbinden und die riesige Bandbreite an Einstellungen für euer gesamtes Setup nutzen.

Ein Farbstreifen, viele Möglichkeiten. Entschuldigt den kleinen Fischaugeneffekt, mein Raum ist zu klein, um den Tisch anderweitig einigermaßen vollständig zu zeigen.

Die möglichen Effekte sind absolut vielfältig und lassen sich individuell anpassen. Besonders in Signal RGB könnt ihr euch künstlerisch austoben und alle RGB-Hardware in Einklang bringen. Ihr könnt euren Tisch sogar passend zum Farbschema eurer Spiele leuchten lassen oder das Audio von Spiel und Musik visualisieren lassen. Völlig verrückte Sachen sind hier möglich, wenn ihr euch erstmal mit der Software vertraut gemacht habt.

LeetDesk Aura im Test - Fazit

Wer eine brutale Lichtshow beim Zocken liebt und gar nicht genug RGB haben kann, sollte den LeetDesk Aura im Auge behalten. Optisch ist er ein Upgrade für jedes Gamer-Setup. Den großen, höhenverstellbaren Tisch gibt es schlicht schwarz oder in ganz in Weiß. Die Ghost-Touch-Oberfläche fühlt sich wunderbar samtig an und hält Fingerabdrücke perfekt fern. Zusammen mit der richtigen App, kann der Tisch sein volles Potenzial entfalten und mit vielen Lichteffekten visuell aufblühen. Obwohl der LeetDesk Aura ziemlich hochwertig wirkt, gibt es die ein oder andere kleine Unsauberkeit. So vibriert die Platte beim Tippen ein wenig, wenn ihr die Arme an den Tischrand auflegt und der LED-Streifen ist nicht rundherum perfekt abgeschlossen. Das sind Punkte, die man bei einem derart hohen Preis durchaus bedenken sollte. Die Höhenverstellung ist schnell, sauber und zuverlässig. Insgesamt ein wirklich guter Tisch.

LeetDeks Aura PROCONTRA
  • Schick und hochwertig verarbeitet
  • Ghost-Touch-Oberfläche hält, was sie verspricht
  • Relativ entspannter Aufbau (zu zweit)
  • Höhenverstellung funktioniert einwandfrei
  • Ermöglicht eine brutal coole Lichtshow
  • Sehr teuer, viele Extras kostenpflichtig
  • Bei meinem Modell waren die LED-Streifen nicht überall sauber in die Platte eingelassen
  • Leichtes Vibrieren der Tischplatte beim Tippen