Kirby Air Riders im Test - sehr speziell und sehr chaotisch
Ihr kennt das womöglich, wenn ihr regelmäßig Rennspiele spielt. Meistens kommt man doch direkt ganz gut zurecht, wenn man sich an ein neues Spiel in diesem Genre wagt - lassen wir die Hardcore-Simulationen dabei mal außen vor. Zumindest geht es mir so, wenn ich von Forza Motorsport zu Gran Turismo oder zu GRID Legends und Forza Horizon wechsle. Gas geben, das Fahrzeug um die Kurse lenken, fertig. Meist steckt nicht mehr dahinter. Bei Kirby Air Riders ist das jedoch ein wenig spezieller und definitiv gewöhnungsbedürftig.
Fuß vom Gaspedal
Der größte Unterschied zu gefühlt fast allen anderen Rennspielen ist schon mal, dass hier nicht aktiv aufs Gaspedal treten müsst, denn grundsätzlich beschleunigen die Vehikel hier von selbst. Was ihr aber tun könnt, ist, immer und immer wieder nach Möglichkeiten zu suchen, um an Fahrt aufzunehmen. Zum Beispiel durch Boostfelder, Sprünge oder indem ihr kurz abbremst, um einen Boost aufzubauen.
Dementsprechend solltet ihr auch nicht davor zurückschrecken, euch erst einmal mit den Grundlagen-Tutorials des Spiels zu befassen. Ich weiß zwar nicht mehr, wann ich das zuletzt in einem Rennspiel getan habe, doch es hilft ganz gut dabei, sich mit den Basics vertraut zu machen. So findet ihr heraus, wie ihr möglichst das Beste aus einem Rennen herausholen könnt.
Ihr versucht, möglichst schnell um die Strecken zu fahren. Power-ups bieten euch Unterstützung.Es braucht ein klein wenig Eingewöhnungszeit, bis man sich mit all den Feinheiten vertraut gemacht hat - das hier ist definitiv kein Mario Kart -, aber wenn es erst einmal sitzt, hat man Spaß und feilt an der Optimierung seiner Runden. Wobei es einem die Gegner nicht immer leicht machen, denn es gibt auch hier Power-ups, die ihr einsetzen könnt - sowohl für euch selbst als auch gegen andere. Hinzu kommt, dass durch die Boosts manchmal ein recht großes Tempo entsteht und durch Power-ups oder Spezialangriffe alles mitunter ein wenig chaotisch wirkt. Es ist leicht, hier und da den Überblick zu verlieren, doch das Spiel sorgt vor, indem ihr von der eigentlichen Strecke nicht wirklich abweichen könnt. Und ich denke, das ist gut so - ansonsten wäre das vermutlich der Overkill für Kirby Air Riders gewesen.
Mehrere Modi zur Auswahl
Ganz grundsätzlich bietet euch Kirby Air Riders mehrere Möglichkeiten, es zu spielen. Darunter ganz klassische Rennen, in denen ihr über Rundkurse brettert und gegen andere antretet. Besonders wettkampforientiert ist der City Trial-Modus, der aus zwei Phasen besteht. Zuerst einmal düst ihr mehrere Minuten lang durch die Stadt Celestia, sammelt möglichst viele Power-ups zur Stärkung ein und tretet schließlich in der zweiten Phase in einem von zahlreichen Minispielen gegen eure Kontrahenten an. Und wo ich eben noch von chaotischen Dingen gesprochen habe … das zeigt sich hier besonders, wenn jeder auf der Jagd nach Power-ups ist, sie einsetzt und ihr das Gefühl habt, um euch herum geht gerade die Welt ein bisschen unter. Man muss sein Bestes tun, um dieses Chaos für sich auszunutzen, auch wenn das nicht immer so klappt, wie man es vielleicht gern hätte.
Ich mag den Top Ride-Modus.Witzig fand ich den Top Ride-Modus, der mich an frühere Micro Machines-Spiele erinnert. Hier spielt ihr nämlich aus der Vogelperspektive und rast über kleine Strecken, sozusagen Mini-Varianten der sonst vorhandenen Kurse in Kirby Air Riders. Der Rennablauf ähnelt dabei den Standardrennen, denn auch hier könnt ihr Power-ups nutzen, um euch Vorteile zu verschaffen oder Gegner zu beeinflussen. Das alles ist schön kurzweilig und tatsächlich finde ich es schade, dass es hier nicht noch viel mehr Strecken gibt.
Bleibt noch Road Trip, der Story-Modus des Spiels. Hier bewegt ihr euch, passend zum Namen, stets über eine lange Straße, sammelt zwischendurch Power-ups ein, absolviert Herausforderungen aus Air Ride, City Trial und Top Ride. In bestimmten Abständen könnt ihr eure Werte verbessern und nehmt es außerdem mit Bossen auf. Eingebettet ist das Ganze in eine kleine Geschichte, die sich damit beschäftigt, weshalb sich Kirby, König Dedede, Waddle-Dee-Assistent, Starman und andere Rider auf diese Reise begeben. Das ist ganz nett gemacht, wenngleich der Ablauf in Road Trip recht schnell eintönig wird. Zumindest spielerisch wird er mir wohl nicht lange in Erinnerung bleiben.
Macht wenig Probleme
Und darüber hinaus gibt es noch einiges mehr, was es hier zu entdecken und zu erleben gibt. Über das Fahrerlager könnt ihr euch zusammenschließen, um gemeinsame Online-Rennen zu finden. Bei der Maschinen-Staffel wählt ihr verschiedene Maschinen aus und wechselt nach jeder Runde. Zudem habt ihr täglich wechselnde Air-Ride-Strecken als Herausforderung und ihr könnt die Regeln anpassen. In puncto Menüführung und bei mancher Darstellung im Spiel erinnert das Ganze zum Teil an Super Smash Bros Ultimate. Was aber auch nicht weiter überrascht, denn Masahiro Sakurai, Sora Ltd. und die Bandai Namco Studios waren auch an dessen Entwicklung beteiligt.
In Bewegung sieht das noch besser aus.Wie dort habt ihr in Kirby Air Riders eine Checkliste mit verschiedenen Herausforderungen, hier deckt ihr dabei einzelne Puzzleteile in verschiedenen Kategorien auf, schaltet zugleich mit der Zeit neue Charaktere, Titel und andere Dinge frei. Wie Smash Bros Ultimate ist Kirby Air Riders ein Spiel, das viele Möglichkeiten bietet und euch zugleich eine ganze Weile beschäftigen kann, wenn ihr motiviert genug seid, alles freizuschalten.
Und das sieht alles auch noch recht hübsch aus. Die Strecken sind mitunter sehr hübsch gestaltet, bieten ein paar tolle Panoramen und alles läuft problemlos, selbst wenn in ihr in City Trial mit zahlreichen anderen Spielern unterwegs seid oder um euch herum alles explodiert.
Kirby Air Riders - Fazit
Macht nicht den Fehler und erwartet euch von Kirby Air Riders eine Art Mario Kart im Kirby-Look. Das wäre, um ehrlich zu sein, ein bisschen langweilig gewesen. Insofern macht Kirby Air Riders sein eigenes Ding. Zugegeben, ein mitunter sehr spezielles Ding, das immer wieder ins Chaotische abdriftet, doch das macht zugleich den Reiz des Spiels aus. Es gibt die ein oder andere Anleihe an Super Smash Bros Ultimate, nicht nur visuell. Gut möglich, dass auch das mit zum Reiz beiträgt, so hundertprozentig schlüssig bin ich mir da nicht. Ich glaube, dass man Kirby Air Riders entweder mag oder nicht, ich sehe wenig Spielraum dazwischen. Es ist ein Spiel, auf das man sich einlassen muss. Und wenn man das tut und an seiner Art Gefallen findet, dann kann man Spaß damit haben. Ein weiteres Rennspiel nach 08/15-Muster ist es aber definitiv nicht.
Kirby Air Riders PROCONTRA- Viele Spiel- und Anpassungsmöglichkeiten
- Schöne Strecken
- Viele Dinge zum Freischalten, was für Langzeitmotivation sorgen kann
- Gameplay-Optimierungen sorgen für besseres Spielgefühl
- Ich hätte mir noch mehr Strecken gewünscht
- Solo-Modus etwas eintönig









