James Cameron spoilert das Avatar-Finale höchstpersönlich falls die Fortsetzungen platzen
James Cameron ist seit Jahrzehnten der unangefochtene Gottkönig des Blockbuster-Kinos. Er baut ganze Welten aus dem Nichts, erfindet nebenbei neue Kameratechnologien und lässt sein Publikum gerne mal ein Jahrzehnt auf die nächste Fortsetzung warten. Doch selbst ein Gigant wie Cameron ist nicht immun gegen die unerbittlichen Gesetze des Marktes. In einem überraschend ehrlichen und scharfzüngigen Moment hat der Regisseur nun offenbart, dass er für sein Lebenswerk auf Pandora einen höchst ungewöhnlichen Notfallplan in der Schublade liegen hat. Sollten die geplanten Teile Avatar 4 und Avatar 5 jemals der Rotstift-Politik zum Opfer fallen, wird er die Geschichte nicht einfach im Sande verlaufen lassen. Nein, Cameron plant in diesem Fall die ultimative Abrechnung mit der Ungewissheit: Eine eigene Pressekonferenz, in der er der Weltöffentlichkeit verrät, wie die Saga geendet hätte.
Man muss sich dieses Szenario einmal bildlich vorstellen. James Cameron steht vor einem Mikrofon und erzählt uns einfach so, wie das Schicksal von Jake Sully und Neytiri ausgegangen wäre. Es ist ein Plan, der gleichermaßen skurril wie genial wirkt und Camerons einzigartige Persönlichkeit perfekt unterstreicht. Im Gespräch mit Entertainment Weekly machte er deutlich, dass er zwar ein Visionär ist, aber eben auch ein knallharter Realist. Er weiß, dass Disney die Veröffentlichungstermine für 2029 und 2031 zwar fest im Kalender markiert hat, die wirtschaftliche Realität aber bei jedem neuen Film ein neues Urteil fällt. Das Business Case muss jedes Mal aufs Neue bewiesen werden und selbst ein Regisseur mit mehreren Oscars in der Tasche muss sich diesem Gesetz beugen.
Avatar: Fire and Ash | New Trailer Optisch ist Avatar 3 eine Wucht, aber storytechnisch fühlt sich das Ganze eher wie Avatar 2.5 an.Auf YouTube ansehenEs wird von ihm keine Avatar-Romane geben
Besonders interessant und zugleich bitter ist Camerons Absage an die Welt der Literatur. Ursprünglich hegte er die Hoffnung, die gigantische Hintergrundgeschichte von Avatar in Romanform zu vertiefen. Er wollte selbst zur Feder greifen und all die kulturellen Feinheiten sowie die Details der Charaktere ausarbeiten, für die auf der Leinwand trotz Überlänge schlicht kein Platz ist. Doch dieser Traum ist vorerst geplatzt. Der Grund dafür ist so ernüchternd wie provokant: Cameron glaubt schlichtweg nicht mehr an die Lesekraft der modernen Menschheit. Er verwies dabei auf eine aktuelle Studie der University of Florida und des University College London, laut der das Lesen zum reinen Vergnügen bei den Amerikanern um stolze vierzig Prozent eingebrochen ist. Für ihn gibt es kein tragfähiges Geschäftsmodell mehr für dicke Wälzer voller Na'vi-Kultur, weil die Menschen laut seiner Einschätzung lieber auf schnelle Reize setzen als auf das gedruckte Wort.
Während James Camerons neuester Streich Avatar: Fire and Ash die Massen ins Kino lockt, müssen wir ehrlich sein: Unser Avatar-Durst ist ziemlich gestillt. Ja, der Kampf der Sully-Familie gegen das Volk der Asche und ihre gnadenlose Anführerin Varang ist ein visuelles Spektakel der Extraklasse. Erzählerisch wirkt das Ganze allerdings erstaunlich unerquicklich. Mehr verrät unsere Filmkritik.









