Ihr wartet auf Arc Raiders? The Finals ist einer der besten Multiplayer-Shooter auf Steam und der perfekte Vorgeschmack darauf, welcher Grad an Politur euch erwartet!
Ich war über Arc Raiders genauso wenig im Bilde wie ihr, als letzten April die geschlossene Beta den postapokalyptischen Extraction-Shooter aus dem Nichts auf die Wunschliste der am heißesten erwarteten Spiele überhaupt beförderte. Nur wenige Spiele stehen aktuell höher auf der Vorfreude-Skala am PC, was daran liegt, dass Arc Raiders schon in der Frühfassung extrem ausgereift und durchdacht wirkte. Das Ding ist bildhübsch, absolut spielerfreundlich und wahnsinnig motivierend.
Das Ding ist, dass Arc Raiders nicht das einzige Spiel der Schweden von Embark Studios ist. Der Free-to-play-Shooter The Finals mit seinem Game-Show-Anstrich und einer Umgebungszerstörung, wie wir sie von Battlefield noch nie gesehen haben, ist mittlerweile in seinem zweiten Jahr. Und im Grunde hat er die gleichen Attribute verdient, wie ich sie gerade für Arc Raiders verwendet habe.
Am Ende steht kaum noch ein Stein auf dem anderen
Natürlich ist es ein komplett anderes Spiel, wenn man im Drei-gegen-drei(-gegen-drei) die komplette Architektur zerlegt, um einen Geldautomaten zu beschützen, bis ein Timer ausgelaufen ist. Aber das macht dermaßen Spaß, ist so gut spielbar, und irre spannend, dass ich es hier noch einmal ausdrücklich loben wollte. Der Wille zur Unberechenbarkeit ist hier genauso ausgeprägt wie in Arc Raiders.
Arc Raiders hält ebenso viel von vertikal ausgerichteten Maps wie The Finals. Aucch die Engine erkennt man direkt wieder.Aber weil das Zukunftsmusik ist, schauen wir darauf, was wir gerade haben (und was ihr in diesem Moment spielen könntet, würdet ihr nicht diesen Artikel hier lesen): The Finals besticht vor allem durch sein die Fülle an Möglichkeiten, die ihr immer wieder dynamisch im Spiel auskostet. Nicht nur haben die drei Spielfiguren der Kategorien leicht bis schwer individuelle Loadouts und Spezialisierungen, das Spiel übt sich auch in kluger Verknappung. Ihr könnt nur eine einzige Waffe tragen und seid deshalb allein nicht auf jede erdenkliche Situation eingestellt. Auf der einen Seite lässt das Spiel euch genug Leine, um euch selbst damit zu strangulieren, auf der anderen ist das Loadout, das die Lösung eurer Probleme in einem Match ist, stets nur ein, zwei Klicks entfernt.
Das hat fast etwas von einem Mannschaftssport, wie man hier “All-in” gehen, sich für eine Option entscheiden muss. Und es macht Spaß, weil man deshalb umso mehr um seine eigene Waffenwahl herumspielen muss. Dennoch fühlt man sich nie wirklich limitiert. Aus all den verschiedenen Gadgets, die man sukzessive über alle Klassen hinweg freischaltet – und das sind soooo viele, die so viel Spaß machen – ergeben sich immer wieder neue Synergien. Es ist eines dieser Spiele, bei denen ich mich kaum entscheiden kann, was ich als Nächstes ausprobieren will.
Beispiele? Wo fange ich bloß an? Ziplines, die man nach Lust und Laune platziert, Sprungkissen, die auf so viele unterschiedliche Arten nützlich sind, eine Waffe, die Bauschaum spuckt, mit dem man Plattformen oder Hindernisse errichtet. Dann Bohrer, die Wände durchdringen, um auf der anderen Seite Blendgranaten auszuspucken, der Nullifier, der einen Spieler so glitchen lässt, dass er nicht mehr mit Waffen oder der Arena interagieren kann oder die Schwerkraft abschaltenden Granaten. Ach, und hatte ich erwähnt, dass es ein Gerät gibt, mit dem man Teile der Levelarchitektur vorübergehend durchlässig machen kann?
Tempo und kalkuliertes Chaos: The Finals ist - im Team gespielt - eine fabelhafte Power-Fantasy. Für mich einer der besten Shooter auf Steam.Planen, reagieren, anpassen
Den Rest erledigen dann die Optionen, die euch die maximal zerstörbaren Arenen und all die herumstehenden Substanzen vom Bauschaum bis zu explosiven Kanistern, die man wie eine Rakete schleudern kann, selbst ermöglichen. Und das sind extrem viele. Den Cashout-Automaten einfach mal zwei, drei Etagen nach unten verlegen? Das geht mit den richtigen Mitteln sehr gut und überrascht die Gegenseite immer wieder. Doch auch sie kann diese Taktik nutzen, weshalb man gut daran tut, schnell zu reagieren, und eventuell das Stockwerk unterhalb nicht unbewacht zu lassen. Ich will ehrlich sein: Allzu viel hat das nicht mit Planung zu tun, wohl aber mit schneller Improvisation, mit dem Reagieren auf veränderte Gegebenheiten und der Ausnutzung all der Möglichkeiten der Level.
The Finals ist jedenfalls ein absoluter Rausch mit brillantem Zerstörungsmodell und zeigt schon jetzt, dass uns mit Arc Raiders ein ausgereiftes, durchdachtes Mehrspielererlebnis erwartet, dem in erster Linie daran gelegen ist, dass man mit ihm so viel Spaß wie nur irgend möglich hat. Es imponiert, wie wenig Scheu es an den Tag legt, ein paar Dinge entschieden anders zu machen. Wenn ihr mögt, wie der Entwickler von Arc Raiders die Dinge so angeht, dürfte also auch The Finals eine Menge der richtigen Knöpfe bei euch drücken. Und weil man sogar die Monetarisierung gut ignorieren kann, spricht eigentlich nichts dagegen, sich diesen aufregenden Shooter mal anzuschauen.









