Dass Hohwarts Legacy auf der ersten Switch überhaupt lief, war erstaunlich, auf der Switch 2 macht es jetzt auch Spaß! Die Umsetzung gelang ausgezeichnet und auch wenn das Abenteuer an sich keine Innovationspreise gewinnt, der Spielplatz auf dem es stattfindet ist hinreißend.

Die Switch-Version von Hogwarts Legacy war schon verpönt. Klar, wer keine andere Version hatte, der musste eben, aber freiwillig hatte sich das keiner angetan, der Optionen hatte. Das aufwendige Spiel war weitestgehend vollständig portiert worden, aber lange Ladezeiten, auf das absolute Minimum reduzierte Details und trotzdem noch eine bestenfalls gerade so akzeptable Framerate senkten den Spielspaß deutlich. Jetzt ist die Switch 2 da und es gibt kaum einen klareren Beweis, dass es schon LANGE Zeit für dieses Hardwareupgrade von Nintendos erfolgreichster Konsole – okay, in harter Konkurrenz mit dem DS – war.

Und nein, wie bei Cyberpunk auch, sogar mehr noch, ist Hogwarts Legacy nicht mit den aktuellen PS5 und Xbox One X Fassungen vergleichbar. Oder vielmehr, doch, ist es, aber es kommt immer noch als Dritter ins Ziel. Der Unterschied ist, dass es die Ziellinie erreicht und das gar nicht mal so weit hinten an. Die Details sind da, das Spiel hat seine Schönheit zurück und vor allem dauert es nicht mehr 20 Sekunden, um eine Tür zu einem neuen Bereich zu öffnen, sondern nur zwei, wenn es lange dauert. Auch das Springen von einem Bereich des Schlosses zu einem anderen ist nun keine Chance mehr zum Kühlschrabk zu gehen, es sei denn, dass euch zehn Sekundne maximal dafür reichen.

Beginnt stark, endet belanglos. Bei allem, was Hogwarts Legacy auf der Switch 2 geradezog, die Hauptquest ist immer noch kein Highlight. (Hogwarts Legacy Switch 2 Test)

Sicher, 4K/60 oder ähnliche Dinge, das bleibt den großen Prozessoren überlassen, aber für ein kleines und relativ preiswertes Handheld ist das ausgesprochen beeindruckend. Ich würde sagen, dass die Switch 2 Fassung etwas hübscher als die auf dem OLED Steam Deck aussieht, aber das kann auch Einbildung sein. Zumindest sind sie ziemlich auf einem Nenner, was auch das Ziel von Nintendos entsprechend eingepreister Hardware zum Start gewesen sein dürfte. Mission erfüllt, Hogwarts erkundbar und vor allem genießbar.

Noch dazu ging man nicht den dunklen Weg Slytherins, den SEGA eingeschlagen hat und bietet ein Upgrade für Hogwarts Legacy an. Leider ist Warner dann auch nicht ganz so selbstlos wie Hello Games, sondern möchte 10 Euro für das Upgrade haben, wie auch es Nintendo für seine Spiele nimmt. Das Upgrade ist es absolut wert. Ihr könnt natürlich die Switch-Version auf Switch 2 starten. Zumindest werden sich die Ladezeiten etwas verbessern, aber sind weiterhin nicht ideal und die traurige Optik bleibt euch ohne den Patch erhalten. Es ist im Grunde immer noch der traurige Schatten, der Hogwarts Legacy auf Switch war, nur minimal spielbarer. Also ja, 10 Euro sind für Hogwarts-Fans gut investiert.

Endlich könnt ihr diesen Abeneteurspielplatz so genießen, wie es gedacht, aber auf der ersten Switch eigentlich kaum möglich war. (Hogwarts Legacy Switch 2 Test)

Was das Spiel angeht - hier ist der alte Test von Hogwarts Legacy als es erschien -, es hat sich auch über die 2 Jahre dank diverser Updates weiterentwickelt, es ist jetzt also keine schlechte Zeit damit anzufangen, wenn ihr es schon mal gespielt habt. Nicht, dass euch dann auffallen würde, dass es den Foto-Modus nicht vom Start weg gab, dass man Builds damals nicht ändern konnte, dass es jetzt ein paar mehr Outfits und solche Dinge gibt. Alles Kleinigkeiten, die das Spiel etwas runder machen. Neu ist die Option, die Joy-Cons als Maus zu nutzen, um Zauberbewegungen auszuführen. Es funktioniert, nehme ich an, und wenn man den Screen lieber hinstellt und die Joy-Cons in der Hand hält, macht es wohl Sinn. Ich werde es nicht nutzen, aber es ist da.

Was Hogwarts Legacy selbst angeht, ist es nach wie vor ein Traum für Fans der Reihe. Es gibt ein ganzes Schloss zu erkunden, seine Umgebung, zig Aktivitäten und alles in ein spielerisch exzellentes Action-Adventure verpackt. Daran hat sich nichts geändert, so wie auch leider nicht daran, dass Dinge wie die geringe Gegnervielfalt das bleiben, was sie waren. Es gibt kaum interessante Bosskämpfe und weder die Hauptquest - startet stark, endet öde - noch die Mehrzahl der Nebenquests überzeugt durch erzählerische Brillanz. Fast egal angesichts des liebevoll umgesetzten Settings, aber wenn ihr wie ich eher Gelegenheit-Potter-Fans seid, dann wird euch das saurer aufstoßen.

Ja, die großen Versionen sehen immer noch ein wenig hübscher aus, aber dafür kann man das hier herumtragen und im Anschluss Mario Kart spielen. (Hogwarts Legacy Switch 2 Test)

Dafür wird man dann mit dem dramatischen Zuwachs an magischen Fertigkeiten belohnt, wenn man durchhält. Fühlt ihr euch zunächst noch wie in einem eher lausigen Shooter, ändert sich das schnell und dramatisch. Am Ende gehört euer Zauberer eher in ein Warhammer-Setting, wo er dann für Crowd-Control gegen eine anrückende Ork-Armee zuständig wäre. Da fällt der schwache Hauptbösewicht gar nicht mehr so auf.

Man kann jetzt natürlich argumentieren, dass man auf einem Steamdeck für einen ähnlichen Preis – relativ, das OLED kostet schon einen Hunderter mehr – seit einem Weilchen Hogwarts Legacy so schön spielen kann wie jetzt auf der Switch 2. Aber könnt ihr dann direkt zu Zelda und Mario wechseln? Nein, könnt ihr nicht. Nintendos Exklusive werden immer das Hauptargument für eine Nintendo-Konsole sein, aber die Switch 2 hat gezeigt, dass sie zumindest mit der aktuellen Generation wieder halbwegs mithalten kann. Mehr kann man von einem Handheld dieser Größe und für einen Preis deutlich unter einer Grafikkarte, auf der Hogwarts Legacy besser aussehen würde, nicht erwarten.

Das 10-Euro-Upgrade solltet ihr euch auf jeden Fall gönnen, wenn ihr damals Hogwarts auf Switch geholt habt, nur um es nach ein oder zwei Stunden entnervt zur Seite zu legen. Oder ihr startet jetzt ganz frisch, weil ihr euch schon dachtet, dass das damals nichts wird. So oder so, es ist jetzt Zeit, ein wundervolles Spiel in einer Fassung nachzuholen, die ihm gerecht wird.

Hogwarts Legacy Switch 2 PROCONTRA
  • Läuft jetzt flüssig und sieht fast so gut aus wie die großen Versionen und die Ladezeiten sind im Vergleich zu der alten Version fast nicht vorhanden
  • Auch nach zwei Jahren ist Hogwarts ein wundervoller Spielplatz, der mit viel Liebe gestaltet wurde, in dem ihr ein toll designtes Zauber-Action-Adventure genießen könnt
  • Machtzuwachs der Zauber über das Spiel hinweg ist enorm und extrem spaßig
  • Upgrade kostet 10 Euro (positiv verglichen mit SEGA)
  • Upgrade kostet 10 Euro (negativ verglichen mit Hello Games)
  • Die Haupstory ist immer noch recht beliebig, es gibt immer noch zu wenig Abwechslung bei den Gegnern und zu wenige Bosse. Mit anderen Worten, Hogwarts Legacy brachte seine vielen Stärken auf die Switch 2, aber auch seine paar Schwächen.