Nintendo fährt den Arm des Gesetzes aus – FBI veröffentlicht Statement zur Abschaltung einer Switch-Piraterie-Webseite
Update vom 13. Juli 2025: Nachdem das FBI in dieser Woche mit nsw2u eine bekannte Switch-Piraterie-Webseite geschlossen hat, veröffentlichte die Behörde jetzt eine offizielle Stellungnahme dazu.
"Die Außenstelle des FBI in Atlanta gab heute die Beschlagnahmung mehrerer krimineller Online-Marktplätze bekannt, die Raubkopien beliebter Videospiele anboten", heißt es darin. "Zusätzlich zur Beschlagnahmung hat das FBI die Infrastruktur dieser Websites aufgelöst."
"Über vier Jahre lang enthielten diese Webseiten Raubkopien mit Spannung erwarteter Videospiele, Tage oder Wochen vor ihrem offiziellen Erscheinungstermin."
"Zwischen dem 28. Februar und dem 28. Mai 2025 wurden insgesamt 3,2 Millionen Downloads des meistgenutzten Download-Dienstes auf diesen Webseiten aufgezeichnet. Diese Aktionen führten zu einem geschätzten Schaden von 170 Millionen US-Dollar."
"Im Rahmen der heute angekündigten Maßnahmen erhielt das FBI die Genehmigung zur Beschlagnahme der Domains mehrerer Websites, darunter nsw2u.com, nswdl.com, game-2u.com, bigngame.com, ps4pkg.com, ps4pkg.net und mgnetu.com. Diese Domains hosteten und ermöglichten den Zugriff auf die Raubkopien von Videospielen. Jeder Besucher dieser Websites wird nun ein Beschlagnahmungsbanner sehen, das ihn über die Beschlagnahmung der Domain durch die Bundesbehörden informiert. Das FBI dankt dem niederländischen FIOD für seine Unterstützung bei diesen Ermittlungen."
Erstmeldung vom 11. Juli 2025: Nsw2u, eine der größten Piraterie-Webseiten rund um die Nintendo Switch, existiert nicht mehr.
Als "Teil einer Strafverfolgungsoperation" wurde die Webseite jetzt vom FBI geschlossen. Dort bekam man ROMs von Switch-Spielen, die man dann auf gehackten Switch-Konsolen oder auf dem PC mithilfe von Emulatoren spielen konnte.
Webseite abgeschaltet
Die Domain der Seite wurde vom Federal Bureau of Investigation beschlagnahmt, ausschlaggebend dafür war eine "Anordnung zur Beschlagnahme gemäß 18 U.S.C. 2323, der vom US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Georgia als Teil einer Strafverfolgungsmaßnahme des Federal Bureau of Investigation ausgestellt wurde" (via Kotaku).
Der Mitteilung auf der Webseite zufolge war auch der niederländische FIOD (Fiscale Inlichtingen- en Opsporingsdienst), also die Steuerfahndung des niederländischen Finanzministeriums, an der Operation beteiligt.
Bereits im Mai 2025 landete die Seite auf der EU-Piraterie-Watchlist.
Für Nintendo ist es ein weiterer Erfolg im Kampf gegen die Piraterie, den man in den vergangenen Jahren intensiviert hat. Im vergangenen Jahr leitete man etwa auch rechtliche Schritte gegen die Hersteller des beliebten Yuzu-Emulators ein, mit dem Spieler Switch-Spiele auf dem PC und PC-Gaming-Handhelds wie Valves Steam Deck ausgeführt werden konnten.
Hinzu kommen Klagen gegen kleinere Websites, die ROM-Downloads für ältere Systeme anbieten, sowie gegen die Hersteller von Geräten von Drittanbietern, die Spielern dabei helfen sollen, den Urheberrechtsschutz der Switch zu umgehen.
Angesichts dessen, dass die Switch schon früh gehackt wurde und ROMs für Spiele schnell im Umlauf waren, könnt ihr davon ausgehen, dass Nintendo auch weiterhin strikt dagegen vorgehen wird.
Bei der Switch 2 sperrt man etwa Konsolen, bei denen unautorisierte SD-Karten entdeckt werden, die auch zur Speicherung von Switch-ROMs verwendet werden können. Ebenso ist es grundsätzlich für Nintendo möglich, Konsolen unbrauchbar zu machen, die gegen die Nutzungsbedingungen des Unternehmens verstoßen.









