God of War Laufey verzichtet auf Kratos, bringt aber eine alte Stärke der Serie zurück
Nachdem Sony im Rahmen der gestrigen State of Play das neue God of War Laufey angekündigt hat – in einem langen Video, das den kompletten Einstieg zeigt –, wurde auf dem YouTube-Kanal von PlayStation auch ein Gespräch veröffentlicht, in dem sich Game Director Ariel Lawrence mit dem Creative Director vorheriger God-of-War-Titel, Cory Barlog, unterhält. Darin geht es unter anderem um die Frage, warum zum ersten Mal nicht Kratos im Mittelpunkt steht und was es aus Sicht der Götter mit dem Leben nach dem Tod auf sich hat.
Aufhänger und laut Barlog auch einer der Gründe, weshalb er Fayes Geschichte erzählen wollte, nachdem sie in dem 2018 erschienenen God of War ihr Leben ließ, ist eine Frage von Odin: Was geschieht eigentlich mit Göttern, wenn sie unsere Welt verlassen? Die Unterwelt der Menschen sei ihm schließlich bekannt. Doch wie Lawrence ergänzt, gilt es noch zu ergründen, wie das Leben nach dem Tod für einen wie Odin und seinesgleichen aussieht.
Wer ist Ariel Lawrence?
Lawrence startete bereits 2003 bei Santa Monica Studio, wo sie seit dem ersten God of War in verschiedenen Rollen vor allem in der Produktion gearbeitet hat. Während die 2018 erschienene Neuausrichtung der Serie entstand, gönnte sie sich eine Auszeit, die sie als „Walkabout“ bezeichnet, um daraufhin zurückzukehren und jetzt als Game Director federführend für God of War Laufey Verantwortung zu übernehmen.
Ich vermute außerdem stark, dass es abgesehen davon nicht nur erzählerische Gründe hat, aus denen Sonys Santa Monica Studio dieses Szenario gewählt hat. Immerhin treffen dort die Götter ganz verschiedener Mythologien zusammen, was der Serie viel frisches Leben einhauchen wird und den Entwicklern Möglichkeiten gibt, mit bekannten Mitteln neue Wege zu gehen. Auf jeden Fall bin ich gespannt darauf, was das Team von Lawrence aus dieser neuen Perspektive herausholt.
Die Welt in diesem Leben nach dem Tod sei nämlich kein Paradies. „Es erinnert eher an ein Gefängnis“, sagt Lawrence, da dort nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Die Antagonisten, auf die Laufey in den auf der State of Play gezeigten Spielszenen trifft, haben nämlich die Kontrolle über diesen Teil der Welt übernommen und unter anderem „fließt Magie dort nicht so, wie sie eigentlich sollte.“
God of War Laufey - Cory Barlog Interviews Game Director | PS5 Games Auf YouTube ansehenApropos: Magie spielt in God of War Laufey eine größere Rolle als in Kratos‘ Abenteuern, da seine Ehefrau dem Zaubern eher zugetan ist als ihr Mann es war. Gleichzeitig wird das Kampfsystem aber die Tradition der Serie fortführen und sich vor allem um den brutalen Nahkampf drehen – mit einer kleinen Neuerung. Oder sollte ich eher sagen: einer kleinen Veralterung? Weil Faye nämlich agiler ist als der zuletzt gespielte Kratos, kehren Elemente aus der griechischen Ära zurück. Mit anderen Worten: Laufey kann springen und wirbelt unter anderem deshalb ähnlich durch die Luft, wie es Kenner der Serie von früher noch kennen.
Als wiederkehrende Elemente aus der nordischen Ära nennt Lawrence hingegen den erzählerischen Fokus sowie die starke Bindung der Hauptfigur an ihre Begleiter, von denen es dem Einstieg nach erneut zwei geben wird.
Bleibt die Frage, warum Santa Monica Studio sich für eine neue Heldin entschieden hat, was Barlog zu einem Teil damit beantwortet, dass Faye zu den drei Charakteren gehört, die ihm am meisten am Herzen liegen. Es sei einfach interessant zu sehen, wohin die Reise der Kriegerin ging, nachdem Kratos und Atreus zu Beginn der Neuausrichtung von God of War von ihr Abschied nehmen mussten. Kein Wunder also, dass das neue Spiel mit genau dieser Szene beginnt, um nahtlos in Fayes Abenteuer überzugehen.
Magie spielt für Faye eine größere Rolle als für Kratos. Auch wenn damit etwas nicht stimmt im Leben nach dem Tod...Lawrence führt zudem aus, dass God of War zu einer Serie mit einer großen Welt gewachsen sei, in der es inzwischen sehr viele Geschichten zu ganz unterschiedlichen Charakteren zu erzählen gäbe. Was für meine Ohren so ganz nebenbei danach klingt, als würden Sony und Santa Monica Studio auch über Ableger zu God of War nachdenken.
Mehr noch: Eine zweite Figur, die zu den für Barlog interessantesten Charakteren zählt, sei Sindri. Ob man hier also schon eins und eins zusammenzählen kann? Zumindest hört man Barlog schon beim Einstieg in das Gespräch sagen, dass God of War als Serie erweitert werden soll – unter anderem ins Fernsehen sowie „ein paar Spiele“.
Vielleicht um unter anderem dadurch aufkommende Sorgen zu zerstreuen, betont der heutige Head of Creative bei Santa Monica Studio gleichzeitig, dass Kratos weiterhin der Charakter sei, der die Serie „vorantreibt“, dem „wir weiter folgen wollen.“ Man weiß also genau, was Fans erwarten, auch wenn mit Faye zur Abwechslung mal eine andere Person im Mittelpunkt steht – die spielerisch ja aber ohnehin dort weitermacht, wo Kratos zuletzt aufgehört hat. Oder sollte ich eher „pausiert“ sagen?









