Star Wars-Schöpfer George Lucas hat seinen Unmut über Fokusgruppen geäußert und ist der Meinung, dass sich Hollywood weniger an den Fans orientieren sollte. Er ist überzeugt, dass das Publikum "nicht weiß, was es sehen will".

"Ich mag keine Fokusgruppen", stellt Lucas im Interview mit A Rabbit's Foot klar. Der Grund dafür ist laut Lucas die mangelnde Weitsicht der Verantwortlichen bei der Auswertung dieser Daten.

"Wenn sie einen Charakter nicht mögen, ist das interessant, und als Filmemacher möchte ich herausfinden, warum. Aber wenn die Studios das hören, ziehen sie die falschen Schlüsse. Sie lassen das Publikum praktisch den Film machen. Natürlich treiben sie das mittlerweile auf die Spitze. Heutzutage dreht sich alles nur noch darum, was die Fans denken. So macht ihr aber keinen Film. Ihr macht einen Film, indem ihr jemanden findet, der weiß, wie man Filme macht. Jemanden, der eine Geschichte zu erzählen hat und mit Leidenschaft dabei ist."

Erfahrungen mit polarisierenden Star-Wars-Charakteren

Er selbst weiß, wie es ist, Charaktere zu erschaffen, die nicht gemocht werden. Das beste Beispiel dafür ist Jar Jar Binks aus der Prequel-Trilogie von Star Wars.

"Die Kritiker und Fans, die beim ersten Teil zehn und beim zweiten 13 Jahre alt waren, beschwerten sich, dass sie keinen Kinderfilm sehen wollten", erzählt Lucas "'Oh, das ist furchtbar. Jar Jar Binks ist schrecklich!' Alle haben genau dasselbe über R2-D2 und C-3PO gesagt. Ganz am Anfang gab es extremen Druck auf mich, C-3PO loszuwerden. Beim dritten Teil sagten die Leute dann dasselbe über die Ewoks. 'Was hast du dir dabei gedacht? Schmeiß diese Teddybären raus, wir wollen einen Film für Erwachsene sehen!'"

Der historische Disney-Deal

Im Jahr 2012 verkaufte George Lucas sein Lebenswerk Lucasfilm sowie die Rechte an Star Wars für rund 4,05 Milliarden US-Dollar an Disney. Seitdem hat er keine kreative Kontrolle mehr über das Franchise und äußerte sich wiederholt kritisch über die erzählerische Ausrichtung der Sequel-Trilogie.

Kritik an Hollywoods Ideenlosigkeit und der Blick nach vorn

Mit Kritik an Hollywood hat sich Lucas noch nie zurückgehalten. 2024 warf er den Studios mangelnde Fantasie vor und kreidete ihnen an, dass sie "keine originellen Ideen" mehr hätten. Zugleich deutete er an, dass die neuen Star-Wars-Bosse bei der Sequel-Trilogie einiges vermasselt hätten: "Ich war derjenige, der wirklich wusste, was Star Wars ausmacht", sagte er, "... der diese Welt wirklich verstand, denn da steckt eine Menge dahinter. Die Macht zum Beispiel – niemand hat die Macht wirklich verstanden. Als sie nach dem Verkauf der Firma mit anderen Filmen anfingen, gingen viele Ideen aus [dem Original] irgendwie verloren. Aber so läuft das eben. Wenn ihr es aus der Hand gebt, gebt ihr es aus der Hand."

Mittlerweile hat er mit dem Thema abgeschlossen und widmet sich anderen Projekten – wie dem Lucas Museum of Narrative Art in Los Angeles. Dieses beherbergt unter anderem eine Sammlung, an der er seit 60 Jahren arbeitet.

Was ist das Lucas Museum of Narrative Art?

Das von George Lucas und seiner Frau Mellody Hobson finanzierte Kunstmuseum befindet sich derzeit im Exposition Park in Los Angeles im Bau. Es soll eine riesige Sammlung visueller Erzählkunst ausstellen – von klassischen Gemälden bis hin zu ikonischen filmischen Artefakten aus Lucas' Karriere.