FromSoftware: Investor Oasis fordert Ende externer Publishing-Deals für Elden Ring & Co
Hinter den Kulissen fliegen derzeit die Fetzen zwischen FromSoftwares Mutterkonzern Kadokawa und der Investorengruppe Oasis Management. Diese pocht darauf, dass gerade FromSoftwares Titel wie Elden Ring oder The Duskbloods nicht mehr von anderen Firmen gepublished werden sollten. Kadokawas CEO wird grobes Missmanagement vorgeworfen. Während einige Argumente durchaus sinnvoll erscheinen, geht es am Ende nur um mehr Geld für die Shareholder.
Was ist Oasis Management?
Oasis Management ist ein privater Investmentfonds mit Sitz in Hongkong, der 2002 gegründet wurde. Der Fonds ist dafür bekannt, als sogenannter “aktivistischer Investor” aufzutreten. Das bedeutet, dass Oasis gezielt Anteile an Unternehmen kauft und anschließend öffentlich Druck auf das Management ausübt. Ziel dieser Kampagnen ist es meist, strategische Änderungen, Umstrukturierungen oder Kostensenkungen durchzusetzen, um den Aktienkurs und damit den Gewinn für die Anteilseigner (Shareholder Value) zu steigern.
Oasis Management und das Symbol of Avarice
Inzwischen wurde eine Präsentation von Oasis Management (via Kotaku) veröffentlicht, in der das vermeintliche Fehlverhalten von Kadokawas CEO, Takeshi Natsuno, angeprangert wird. Das Hauptargument ist dabei, dass gerade Entwickler FromSoftware mit Titeln wie Elden Ring nicht länger Deals mit Publishern wie Bandai Namco und Activision machen soll. Während FromSoftware zum Beispiel Elden Ring innerhalb Japans selbst auf den Markt bringt, wird der internationale Vertrieb von Publishern gehandelt.
Da aber etwa 90 Prozent der Verkäufe von Elden Ring außerhalb Japans erfolgten, hätte das Unternehmen so massig Geld liegen lassen und folglich auch den Shareholdern geschadet. Vom globalen Erfolg des Spiels habe Kadokawa “kaum profitiert”, heißt es. Das Unternehmen sei aber in den letzten Jahren derart gewachsen, dass es durchaus möglich wäre, Spiele nun selbst zu publishen. Gerade im Zeitalter der digitalen Distribution sei das so einfach wie noch nie.
Nach eigenen Angaben hat Oasis Kadokawa und dessen CEO bereits 2020 einen solchen Vorschlag unterbreitet, der jedoch ignoriert wurde. Natsuno hat aber bereits selbst mit dem Aufbau einer eigenen Publishing-Abteilung gespielt.
Strohmann-Argumente und Widersprüche
Dass diese Argumentation deutliche Lücken aufweist, zeigt sich spätestens, wenn man sich anschaut, wann Natsuno zum CEO von Kadokawa wurde. FromSoftware machte bereits 2019 einen Deal mit Bandai Namco über die Publishing-Rechte für Elden Ring. Als Oasis also 2020 darauf hinwies, dass eine komplett eigenständige Veröffentlichung möglich oder sinnvoll (für Investoren) wäre, konnte der Deal also schon nicht mehr einfach aufgelöst werden. Natsuno selbst übernahm erst 2021 den Posten als CEO und war in keinen dieser Prozesse also direkt involviert.
Dieses Argument ist also alles andere als stichfest und zeigt gut, worum es Oasis wirklich geht: mehr Geld. Auch lässt der Vorwurf außer auch, dass The Duskbloods vollständig von FromSoftware vertrieben wird, trotz der Partnerschaft mit Nintendo. Das zeigt, dass FromSoftware und Kadokawa selbst bereits den Weg austesten, den Oasis so anpreist.
Die Wiederbelebung älterer Franchises wie Dark Souls, Bloodborne oder Demon’s Souls ist dagegen aber schwierig und muss in erster Linie mit Bandai Namco und danach mit Sony abgeklärt werden. Insofern hat Oasis durchaus recht, wenn angemerkt wird, dass FromSoftware viel Geld durch die Rechteverteilung liegen lässt. Immerhin wünschen sich auch Fans seit Jahren ein Bloodborne-Remake.
Die Sorge vor zu viel Einmischung
Auch wenn ich Oasis zumindest in dem Punkt recht geben kann, zeigt Kotaku mit einem älteren Beispiel noch einmal gut, dass es den Shareholdern nicht um das beste für die Spieler geht, sondern schlicht mehr Geld auf ihrem Konto. Bei einem Free-to-Play Mario-Spiel für das Handy soll Oasis Nintendo geraten haben, 99 Cent zu verlangen, damit Mario höher springen kann.
Entsprechend steigt die Sorge, dass Oasis mehr und mehr in die Arbeit von FromSoftware eingreifen könnte, wenn die Investoren-Gruppe mehr Anteile und Macht bekommt. Auf Anfrage von Denfaminico Gamer (übersetzt von IGN) antwortet Director Hidetaka Miyazaki sehr neutral: “Ich sage nicht, dass es keinen Raum für Verbesserungen gibt, aber wir können die Spiele, die wir machen wollen, frei und ohne übermäßige Einmischung entwickeln.”
“Ich denke, sowohl für mich als auch für FromSoftware ist es für die Zukunft am wichtigsten, dieses Umfeld zu bewahren und sich so weit wie möglich auf die Spieleentwicklung zu konzentrieren.”
Über Natsunos Verbleib als CEO von Kadokawa soll am 24. Juni abgestimmt werden. Das Ergebnis entscheidet aber nicht direkt darüber, ob Oasis mehr Kontrolle über FromSoftware bekommt. Das käme im Zweifel auch auf den neuen CEO von Kadokawa an. Ich kann nur hoffen, dass Oasis sich nicht allzu sehr in die Arbeit von FromSoftware einmischt.









