Square Enix hatte ursprünglich geplant, das Rollenspiel Final Fantasy 4 für das NES zu veröffentlichen. Dazu kam es am Ende aber nicht, wie wir wissen, stattdessen erschien der Titel für die Nachfolgekonsole SNES.

Takashi Tokita, der Lead Game Designer des beliebten RPGs, blickt in einem neuen Interview auf die chaotische Frühphase zurück. Das ambitionierte Projekt stand damals nämlich vor einer technologischen Zäsur.

Plattformwechsel zum SNES und der Einfluss der "Mode 7"-Technologie

"Ich glaube, wir haben 89 mit der Entwicklung angefangen", sagt Tokita. "Die Produktionszeit fiel für damalige Verhältnisse allerdings ungewöhnlich lang aus. Zum Start des Projekts hatten wir eigentlich das NES [Nintendo Entertainment System] im Visier. Wegen einiger unerwarteter Entwicklungen schwenkten wir dann aber doch auf das SNES [Super Nintendo Entertainment System] um."

"Als ich zum Projekt stieß, lief die Entwicklung schon komplett auf dem SNES", ergänzt Yoshinori Kitase. "Es fühlt sich ein bisschen komisch an, darüber zu plaudern. Damals gab es eine Messe von Spielzeug-Großhändlern und Vertrieben [die spätere Nintendo Space World]. Dort liefen jede Menge beeindruckende Demos, die das neue Mode-7-Feature des SNES präsentierten. Damit ließen sich Hintergründe vergrößern, verkleinern und rotieren. Als Herr Sakaguchi das sah, bestand er absolut darauf, dass wir diese Technik nutzen."

Die Revolution durch den Mode-7-Effekt

Der Mode-7-Effekt des Super Nintendo (SNES) war ein grafischer Meilenstein. Er ermöglichte es, flache 2D-Grafiken in Echtzeit zu rotieren und zu skalieren. Das erzeugte die Illusion von dreidimensionalen Räumen, die das "Final Fantasy 4"-Intro mit dem Luftschiff erst möglich machte.

"So entstand letztlich die Intro-Sequenz mit dem Luftschiff. Ich war live dabei, als das alles passierte – und das kurz nachdem ich überhaupt in der Firma angefangen hatte."

Letztlich dauerte es bis 1991, ehe Final Fantasy 4 das Licht der Welt erblickte. Das legendäre Rollenspiel feiert heute übrigens seinen 35. Geburtstag. Wer das Original spielen möchte, kann das mit dem modernisierten 2D-Pixel-Remaster auf PS4, PS5, Nintendo Switch, Xbox Series X/S und PC tun.

Wer ist Final-Fantasy-Schöpfer Hironobu Sakaguchi?

Hironobu Sakaguchi gilt als der "Vater" von Final Fantasy. Er entwarf das erste Spiel 1987 als seinen letzten Versuch in der Branche – der Erfolg rettete Square (heute Square Enix) vor der Insolvenz. Sein Gespür für neue Technologien prägte den Erfolg der gesamten Reihe.