Fallout: New Vegas – Geleakte Beta zeigt Cut Content und die Modder drehen völlig frei
Ende November ist eine bislang unveröffentlichte Beta- beziehungsweise Prototyp-Version von Fallout: New Vegas aufgetaucht. Laut Archivbeschreibung entstand sie rund einen Monat vor dem finalen US-Build und ist deutlich umfangreicher als die Release-Fassung, grob gesagt: rund zwei Gigabyte mehr Mojave. Der Build stammt offenbar von einem Xbox-360-Dev-Kit und wirkt wie ein Blick ins Spiel, bevor jemand mit der Axt „passt nicht mehr auf die Disc“ gerufen hat. Neue Orte, Texturen, sogar komplette NPCs: Zeug, das man nicht aus Designgründen streicht, sondern weil die Realität am Ende meistens aus Speicherbudget, Performance und Zeitplan besteht.
Auf Konsole wäre das damals vermutlich wirklich „zu viel New Vegas“ gewesen. Auf einem PC, der ohnehin schon unter 120 Mods ächzt, existieren solche Probleme nicht. Entsprechend fährt die Community seit Wochen mit der Lupe über die Beta und fügt das verlorene Material wieder zusammen. Ein schönes Beispiel ist „Marilyn“, Securitron-„Lady Friend“ von Mr. House. Sie geistert als Idee und Referenz herum, fehlt im fertigen Spiel aber komplett. Jetzt ist sie wieder da, über verschiedene Mods, je nach Geschmack lieber schlicht oder mit mehr Schnickschnack.
Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt
Und wenn wir schon bei House sind: Auch der bekommt von den Leak-Moddern viel Liebe und wer wirklich bis zum Boden der Kuriositätenkiste graben will, kann sich sogar die ursprünglich vorgesehenen Lucky-38-Casino-Mülleimer ins Spiel stellen. Ja, Mülleimer. Aber genau das ist der Punkt: Beim Modding geht es nicht nur um „mehr Quests, mehr Waffen“, sondern auch um dieses befriedigende Gefühl, eine Spielwelt wieder so zurechtzurücken, wie sie sich in den frühen Entwürfen einmal angefühlt haben muss.
They Found A Fallout: New Vegas Prototype And It'll Change Everything Es ist immer faszinierend, wenn man neue Dinge über Titel erfährt, die man vor 15 Jahren gespielt hat.Auf YouTube ansehenNeben Figuren und Requisiten werden auch Orte und Mikrodetails wiederhergestellt. So bekommt Goodsprings wieder den Beta-Look und damit ein bisschen mehr „Startertown mit Style“, in Nipton taucht eine Zugstation auf, die im fertigen Spiel schlicht fehlt. Wer lieber klein anfängt, greift zu Poster-Varianten aus frühen Builds, polierten Casino-Innenräumen oder einer wiederhergestellten roten Tribal-Armor-Version. Nichts davon verändert die Hauptgeschichte oder macht das Spiel wirklich besser, aber für echte New Vegas-Freaks ist es trotzdem eine Offenbarung. Schließlich ist es der perfekte Grund, sich mal wieder in ins Lieblingsspiel zu begeben, das man seit Jahren auswendig kennt.









