Fallout 3 ist vor fast 18 Jahren erschienen und hat die Reihe grundlegend verändert. Doch dadurch sind auch viele Fehler und Bugs entstanden, denn obwohl Bethesda den Spielern maximale Freiheit bieten wollte, wurde das Projekt schnell viel zu komplex. Am Ende waren sie halt auch nur Menschen, meint Lead Designer Emil Pagliarulo. Durch die Menge an Entscheidungsmöglichkeiten greifen so viele kleine Zahnräder ineinander, dass sich Bugs nicht vermeiden lassen.

Irren ist menschlich

Wer an Bethesda denkt, denkt sicher nicht nur an gewaltige Welten und vielfältige Entscheidungen, sondern vor allem an jede Menge Bugs. Während manche absurd witzig und albern sind, können andere ganze Spielstände korrumpieren und dem Spielspaß langfristig einen Strich durch die Rechnung machen. Einen bug- und fehlerfreien Release eines Bethesda-Titels werden wir wohl nie erleben. Doch irgendwo ist das auch Teil des Charms.

Gerade Fallout 3 führte viele Neuerungen und Systeme ein, die Bethesda vor große Herausforderungen stellte, selbst nach der Entwicklung des verhältnismäßig ähnlichen Oblivion. Der Lead Designer Emil Pagliarulo hat in einem Gespräch mit dem Edge Magazin (Ausgabe 419) an seine Zeit mit Fallout 3 zurückgedacht: “Wir haben uns zu viel vorgenommen und konnten die Komplexität der Freiheit, die wir den Spielern bieten wollten, nicht wirklich begreifen und auch nicht, wie sehr das alles vermasseln kann.”

“Es gibt auch eine menschliche Komponente”, führt Pagliarulo aus. “Je weiter die Entwicklung voranschreitet, desto müder werden die Leute. Sie machen Fehler. Und wenn man dann Fehler beheben will, muss man sehr vorsichtig sein - man kann eine Textzeile ändern und schon ist irgendwo ein Teil der Grafik kaputt.”

Es hat sich gelohnt

Das Problem dabei war nicht nur die bereits damals recht alte Engine, auf der bereits Oblivion lief, sondern auch der gewaltige Plan des VATS-Systems. Dieses soll die Entwickler vor eine besondere Herausforderung gestellt haben: “Obwohl wir im Grunde nur die Oblivion-Engine nutzten, gab es einige erhebliche Herausforderungen bei der Implementierung von VATS. Es gab eine lange Phase, in der man sich fragte: ‘Macht das überhaupt Spaß? Lohnt sich das überhaupt? Wird das überhaupt jemand benutzen?’”

Am Ende hat sich die Arbeit definitiv gelohnt und das VATS-System ist heute legendär. “Wir haben so viel Zeit damit verbracht, das Spiel dazu zu bringen, herauszufinden, wo die Kamera platziert werden muss, damit man die Zeitlupenwiedergabe sehen kann”, erinnert sich Pagliarulo . “Es musste einen Algorithmus geben, der sicherstellte, dass sie nicht hinter einem Objekt oder in der Geometrie oder so hängen blieb. Das haben wir erst kurz vor der Veröffentlichung hinbekommen.”

Bis wir allerdings sehen, welche Neuerungen uns Fallout 5 bringen wird, wird es noch eine ganze Weile dauern. Immerhin arbeitet Bethesda immer noch an The Elder Scrolls 6, sodass ein neuer Trip ins Ödland noch lange auf sich warten lässt.